Hollerath/Höfen: Gelbe Blütenpracht strahlt in der Sonne

Hollerath/Höfen: Gelbe Blütenpracht strahlt in der Sonne

Wie bei Petrus bestellt, erstrahlte der Himmel zum 30. Narzissenfest in wolkenlosem Blau. Die Sonne setzte die gelbe Blütenpracht im Oleftal besonders schön in Szene.

Das Narzissenfest, von der NRW-Stiftung und dem Verein Naturpark Nordeifel sowie deren Partnern jährlich veranstaltet, fand vor 30 Jahren zum ersten Mal im Oleftal statt. Zum Jubiläum laden die Veranstalter deshalb nun zu zwei Festtagen ein. Zum ersten Veranstaltungstag strömten Wanderer ins Oleftal, um an den Wanderungen und dem Fest inmitten der Narzissenwiesen teilzunehmen.

Auch eine Reihe prominenter Gäste kam: neben den Bürgermeistern der Region der Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, Dr. Alexander Schink, Regierungspräsident Hans Peter Lindlar und natürlich der vieljährige Pate der Eifeler Narzissentäler, Jean Pütz. Zusammen mit seinem zehn jährigen Sohn Jean bewunderte Pütz, wie sich die Narzissen wiesen entwickelt haben. Der 73-jährige Moderator, der im Herbst zum dritten Mal Vater wird, legte die letzten drei Kilometer ebenfalls wandernd zurück.

Als jemand den Fernsehmoderator fragte: „Herr Pütz, wie war das nochmal mit den Bienchen und den Blümchen?”, nahm Pütz sich beherzt seinen Sohn zur Seite und erteilte ihm eine Lektion in Biologie, darüber, wie sich die Narzissen, die das Oleftal wie einen Teppich schmücken, vermehren.

Drei Wandergruppen, die an der Oleftalsperre und am „Hollerather Knie” starteten, trafen am Festplatz am Steinbruch ein. Eine Wanderung stand unter fachkundiger Leitung des Vizepräsidenten der NRW- Stiftung, Prof. Wolfgang Schumacher, der einst den Anstoß gegeben hatte, die Narzissentäler zu bewahren. Mit finanzieller Unterstützung der Loki-Schmidt-Stiftung, die sich um den Schutz von gefährdeten Pflanzen kümmert, begann das Projekt 1979.

Die Fichten beseitigt

Zunächst wurde der Fichtenbestand im Tal beseitigt, der das Fortbestehen der Narzissen gefährdet hätte. Bis 1987 wurden mit Hilfe der Stiftung drei Hektar renaturiert und ab 1989 weitere sieben Hektar durch die NRW-Stiftung und das Land NRW. Für die Loki-Schmidt-Stiftung war der Vorstandsvorsitzende Dr. Eberhard Schürmann anwesend, der auch den Vorsitz der Stiftung Naturschutz Hamburg führt. Die Gattin des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt nahm früher selbst gerne am Narzissenfest teil. Für Speis´ und Trank hatte der Eifelverein Hellenthal bestens gesorgt.

Die Narzissenblüte findet seit nunmehr 20 Jahren auch in Höfen den Höhepunkt in einem Narzissenfest. Dieses Doppeljubiläum wurde am Freitag im Oleftal und am Samstag in und um das Nationalparktor in Höfen gefeiert.

Veranstalter dieses Events waren die NRW Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Eifel- und Heimatverein Höfen, dem Nationalpark, dem Naturpark und der Mon-Touristik. Das wunderschöne Sommerwetter sorgte dann auch dafür, dass der Besucherandrang in Höfen enorm war. 1200 Anmeldungen waren im Vorfeld eingegangen. Zusätzlich hatte noch die Barmer GEK ihre Mitglieder motiviert, nach Höfen zu kommen, so dass dort weitere 490 Wanderfreunde an diesem Ereignis teilnahmen.

Günter Schumacher, Vorsitzender des Naturparks Nordeifel, bedankte sich besonders bei Prof. Wolfgang Schumacher (Vizepräsident der NRW-Stiftung), den er als den „Vater des Narzissenfestes” bezeichnete. Niemand konnte vor 20 Jahren ahnen, welche Bedeutung diese wildwachsende Narzisse einmal für die Region um Perlbach und Fuhrtsbach erlangen würde.

Prof. Wolfgang Schumacher bezeichnete die Narzisse zum Schluss des offiziellen Teiles sogar als erhaltungswürdiges Natur- und Kulturerbe, vergleichbar mit dem Kölner Dom. Anschließend präsentierte der Nationalpark die „Welturaufführung” eines neuen Kurzfilmes über die Narzissentäler. 80 Stunden Filmmaterial waren zu einem neunminütigen Beitrag zusammengeschnitten worden.

Die Blumen sind giftig

Der Film, der unter der Leitung von Michael Lammertz, Fachgebietsleiter des Nationalparkforstamtes, mit Hilfe eines professionellen Filmteams erstellt worden war, gab einen anschaulichen Einblick in die Arbeiten zum Erhalt und der Pflege der Narzissenwiesen am südlichen Rand des Nationalparks Eifel.

„Natur Natur sein lassen”, die Prämisse des Nationalparks, stelle keinen Wiederspruch zu den notwendigen Arbeiten in und um die Narzissenwiesen dar, die zu den seltensten Biotopen in Deutschland zählen.

Das wurde in diesem Film noch einmal nachdrücklich herausgestellt. Aber auch die Schönheiten der Täler im Jahreslauf sind immer wieder einen Besuch wert. „Die Narzisse, übrigens nach dem griechischen Jüngling Narcissus benannt, ist giftig, deshalb Finger weg und einfach nur genießen”, so das Schlussplädoyer des Filmes von Prof. Wolfgang Schumacher.

Anschließend standen viele interessante Wanderungen auf dem Programm.

Der Eifel- und Heimatverein Höfen, der Nationalpark und die biologische Station stellten insgesamt 14 Wanderführer, die den Gästen dieses Narzissenfestes die Schönheiten der Narzissentäler im Perlbach- und Fuhrtsbachtal näherbrachten.

Aber auch der Höfener Heckenweg war eine Exkursion wert und erfreute sich großen Interesses.

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