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Konzen: Gefecht um die Würde des Hahnenkönigs

Konzen : Gefecht um die Würde des Hahnenkönigs

Ein frischer Impuls für die traditionell freundschaftliche Verbundenheit der Ortsnachbarn Konzen und Eicherscheid war das „Hahnenköppen”.

Zu diesem traditionellen Wettbewerb, ein Glanzlicht der Konzener Landkirmes, machte Eicherscheids Regent Hermann-Josef I. (Meyer), besser bekannt als „Jüppi”, und Partnerin Eva den Konzener Hahnenherrschern Klaus-Dieter I. und Marliese (Haas) ihre Aufwartung. Während König Klaus-Dieters („Es war ein tolles Jahr, zur Nachahmung empfohlen”) Stunden beim Begrüßungsakt schon gezählt waren, dauert Meyers Amtszeit noch bis zum ersten August-Wochenende.

Neuer Konzener Hahnenkönig wurde nach einem zähen Wettbewerb Eugen Huppertz.

Mit fröhlichen Klängen

Die stattliche Eicherscheider Delegation wurde mit „königlichen Ehren” und fröhlichen Klängen der Konzener Musikvereinigung „Eintracht” im Saale Achim und Elke empfangen. Während des dort folgenden, dreistündigen Spektakels zeigte sich einmal mehr, dass es für manche Veranstaltung mit Lokalkolorit einfach keine stimmungsvolleren Kulissen und behaglichere Wohlfühl-Atmosphäre gibt als die eines guten, alten Dorfgasthauses.

Über 200 Aktive und Zuschauer, darunter bald die Hälfte Kinder und Jugendliche, heizten dem Wettkampf zusätzlich ein und feuerten die Kandidaten an. Trommelwirbel, Trompetenstöße, und ab und zu ein Fanfarentusch der Eintracht-Musikanten für besonders gelungene Hiebe schufen einen schier ohrenbetäubenden Rahmen.

Über 120 Schläge

Moderiert wurde das turbulente Geschehen um den Kunststoffgockel von Matthias Steffens. Als Sekundanten agierten Ralf Jung und Rainer May. Anfang der 90-er Jahre wurde der Brauch des Hahnenköppens in Konzen wieder belebt; seither ist der spaßige Klamauk aus dem Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken.

Noch-Monarch Haas wurde nach seinem eröffnenden Ehrenstreich in Rente geschickt. Heinz Kreitz, bei der Durchführung des Konzener Hahneköppens stets mit administrativen Aufgaben betraut, wollte es nun wissen. Er griff vehement in den Wettbewerb ein, doch ohne Glück.

Frenetische Unterstützung

Und das, obwohl das Gefolge um Eicherscheids König Jüppi ihn frenetisch unterstützte, „viel temperamentvoller als meine Adericher”, wie dieser bedauerte. Schließlich war der „Bürgermeister von Aderich” fast drei Jahrzehnte Leiter der Eicherscheider Sparkassenfiliale gewesen.

Den offensichtlich effektivsten Fanblock wusste Eugen Huppertz hinter sich. Unter tosendem Schlachtgesang gelang ihm der entscheidende Treffer. Irgendwo jenseits des 120. Schlages hat Eugen Huppertz sich und seine Frau Marianne mit finalem Schwinger zum Konzener Hahnenkönigspaar 2004 gemacht.

Tanzen und Schwofen

Nun durfte getanzt und geschwoft werden, die Gäste im Saal ließen ein heiter-spannendes Turnier so lange ausklingen, wie es gedauert hatte.