Roetgen: Geduldsfaden vieler Pendler kurz vor dem Reißen

Roetgen: Geduldsfaden vieler Pendler kurz vor dem Reißen

Nur noch wenige Tage, und die Qual der Autofahrer in der Ortsdurchfahrt Roetgen wird ein Ende haben. Dann nämlich dürfte die Linksabbiegespur für den Aldi-Markt an der unteren Bundesstraße fertig sein.

„Wurde aber auch Zeit”, werden vor allem viele Berufspendler in Richtung Aachen denken, deren Geduld beim Baustellenbetrieb mit Ampeln auf eine harte Geduldsprobe gestellt worden ist.

Warum die Arbeiten so lange gedauert haben, weiß auch Karl-Josef Reinartz vom Landesbetrieb Straßen NRW in Euskirchen nicht, denn der Landesbetrieb ist nicht Bauherr. Er achtet nach Absprache mit der Bauherrin, der Gemeinde Roetgen, lediglich darauf, dass beim Bau die Qualitätsstandards eingehalten werden. Und in der kleinen Roetgener Gemeindeverwaltung sind zwischen den Jahren die Gesprächspartner rar.

Zur Zeit fließt der Verkehr zwischen den Baken in beide Richtungen ohne Ampeln. Das wird nicht so bleiben, denn auf der Bundesstraße im Bereich der Aldi-Zufahrt fehlt noch die vier Zentimeter dicke so genannte Verschleißschicht. Das ist, weiß Karl-Josef Reinartz, normalerweise eine Sache von zwei Tagen, Aushärtung inklusive. Am besten würde das Ganze natürlich bei Trockenheit und fünf Grad plus über die Bühne gehen.

Hinzu kommt noch „ein Tag im März” für die Fahrbahnmarkierungen. Dann dürfte diese Baustelle auf der Bundesstraße der Vergangenheit angehören, ebenso der „Schleichweg” zahlreicher Ortskundiger über die Rosental-/Hauptstraße.

Die Feststellung, dass es sich hierbei nicht um die letzte Baustelle auf der B 258 in der Ortsdurchfahrt Roetgen gehandelt haben wird, löst kein großes Erstaunen aus. Da steht auch mit Blick auf den Aldi und der durch diese Ansiedlung zu erwartenden Verkehrsströme der Aubau des Knotenpunktes Bundes- und Rosentalstraße an. Hierbei wird es um die Frage gehen, ob der Verkehr dort künftig mit einem Kreisverkehr oder mit einer Ampel geregelt wird.

Dem Vernehmen nach sträubt sich die Städteregion mit Händen und Füßen gegen eine Ampel, weil sie zu lange Rückstaus auf der Bundesstraße erwartet, was Zeit kostet und zusätzlich die Luft in diesem Bereich noch mehr verpestet. Der sich stattdessen quasi aufdrängende Kreisverkehr hat einen erheblichen Nachteil: Er macht Grundstückskäufe erforderlich. Auch gibt es in der kleinen Gemeinde bereits Stimmen, die bezweifeln, dass die räumliche Nähe von Kreisverkehr und einer der maßgeblichen Querungen des Vennbahn-Radweges in Höhe des alten Roetgener Bahnhofs reibungslos vonstatten gehen wird.

Ein weiterer Knackpunkt an der Bundesstraße wird die Verkehrsanbindung des geplanten Nahversorgungszentrums „Vennhof” sein. Sollte die Gemeinde Roetgen vor dem Verwaltungsgericht Aachen in ihrem Klageverfahren gegen die Bezirksregierung Köln obsiegen und die Aufsichtsbehörde aus der Domstadt der Änderung des Flächennutzungsplanes zustimmen müssen, gibt es an der Ecke Faulenbruch-/Bundesstraße in absehbarer Zeit den nächsten Aufreger im Dorf.