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Simmerath: Ganztagsschule in Simmerath vorerst aufgeschoben

Simmerath : Ganztagsschule in Simmerath vorerst aufgeschoben

Das Angebot der Ganztagsschule in der Gemeinde Simmerath ist nicht aufgehoben, aber aufgeschoben.

Während in der Nachbarkommune in Höfen (38 Kinder) und Konzen (42 Kinder) das Projekt bereits auf vollen Touren läuft, ist in Simmerath derzeit kein Bedarf zu erkennen. Dies ist das Ergebnis einer Elternbefragung, die die Verwaltung in den vergangenen Wochen auf den Weg brachte. Die Zahlen für die vier Grundschulen der Gemeinde liegen jetzt vor.

Test in Kesternich

Lediglich an der Grundschule Kesternich bekundeten die Eltern von 10 Kinder ihr Interesse. Doch diese Zahl erschien der Verwaltung zu gering, um sich einer organisierten Betreuung ernsthaft zu nähern. In Absprache mit der Schulleitung soll nun in Kesternich eine schulinterne Lösung angestrebt werden.

Hier existieren derzeit zwei Gruppen, die eine Betreuung von 8 bis 13 Uhr anbieten. Dieses bestehende Angebot soll soll zum Schuljahr 2004/2005 zur Übermittag-Betreuung ausgedehnt und damit den angemeldeten Interessen gerecht werden.

Gleichzeitig soll das erweiterte Angebot in Kesternich auch als Probebetrieb für ein eventuell später einzurichtendes Ganztagsangebot gesehen werden.

Wenig Interesse

Die Befragung der Gemeinde hatte desweiteren zum Ergebnis, berichtet Simmeraths Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns, dass sich an der Grundschule Steckenborn (auch hier existiert ein Betreuungsprogramm von 8 bis 13 Uhr) lediglich Eltern von zwei Kindern interessiert zeigten. An der Grundschule Simmerath schließlich waren nur vier Familien interessiert. Auch in Simmerath läuft das Projekt „acht bis eins.”

Insgesamt waren 550 Eltern von Kinder des 1. bis 3. Schuljahres und der kommenden Schulneulinge befragt worden.

Bewusst von der Befragung ausgenommen worden war nach Abstimmung mit der Schulleitung die Grundschule Lammersdorf. Hier ist der Ganztagsbedarf zusätzlich zu den drei bestehenden Gruppen des Programms „acht bis eins” durch zwei Gruppen „13 plus”, die eine Nachmittagsbetreuung anbieten, abgedeckt.

„In Lammersdorf gibt es ein funktionierendes Angebot”, so Hermanns. „Für so wenige Kinder würde sich die Einrichtung einer offenen Ganztagsschule einfach nicht rechnen”, zieht Hermanns das Fazit der Aktion. Dabei habe die Verwaltung mit deutlich mehr Anmeldungen gerechnet, zumal sich bereits bei einer Informationsveranstaltung seinerzeit 20 Eltern interessiert gezeigt hätten.

Nicht zutreffend sei die Darstellung, dass die Verwaltung dem Projekt Ganztagsschule reserviert gegenüberstehe. „Wenn die Eltern das Projekt wünschen, dann wird die Verwaltung die Voraussetzungen dafür schaffen”, so Hermanns.

Der Kostenfaktor spielte beim Projekt auch eine nicht unwesentliche Rolle. Sämtliche Kosten, die nicht durch Landeszuschüsse getragen werden, müssen über Elternbeiträge gedeckt werden.

50 bis 100 Euro

Zu diesem Punkt hatte die Verwaltung in ihrem Schreiben die Eltern gefragt, ob sie bereit seien, 50 bis 70 Euro bzw. 70 bis 100 Euro im Monat für eine Ganztagsbetreuung zu zahlen.

Eine angedachte Sondersitzung des Schulausschuss wird jetzt nicht stattfinden, da die Verwaltung keine investiven Mittel zur Schaffung von Räumen beim Land beantragen muss. Das Thema Ganztagsschule wird von der Verwaltung aber im kommenden Herbst noch einmal aufgegriffen. Dann soll der Bedarf für das Projekt erneut bei den Eltern abgefragt werden.

Bei der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Steckenborn am Donnerstagabend betonte Bürgermeister Hubert Breuer, dass man der Ganztagsschule bei Bedarf positiv gegenüberstehe. Dennoch vermisse er ein Konzept der Landesregierung für das Projekt. Dazu gehöre auch die Finanzierung von Lehrkräften, denn eine „reine Betreuung” mache wenig Sinn.