1. Lokales
  2. Eifel

Funklöcher in der Eifel: Bundesnetzagentur wertet App-Daten aus

Versorgung ist teils mangelhaft : Nutzer decken Funklöcher in der Eifel auf

Wo gibt es Funklöcher in der Eifel? Seit dem 30. Oktober vergangenen Jahres können Nutzer mithilfe einer App Funklöcher aufspüren und melden. Die Karte zeigt auch Problemstellen der Netzabdeckung in der Eifel.

Wo sind die schlimmsten Funklöcher der Republik? Seit dem 30. Oktober vergangenen Jahres können Nutzer mithilfe einer App der Bundesnetzagentur Funklöcher aufspüren und melden. Nun gibt es die ersten Ergebnisse, die online in einer interaktiven Karte abrufbar sind und die auch für die Eifel zum Teil detaillierte Rückschlüsse über die Netzabdeckung erlauben - unabhängig von den oft schöngefärbten Darstellungen der Telekommunikationskonzerne.

Das Ergebnis überrascht nicht und bestätigt, was viele Nutzer in der Eifel täglich erleben: Vor allem auf den Pendlerstrecken herrscht Frust. So geht auf der Hahner Straße in Sachen Mobilfunk vielfach nichts – wer hier so tollkühn ist, und zum Beispiel Musik während der Fahrt streamen möchte, der hat daran wenig Freude. Daneben gibt es die bekannten „weißen Flecken“: Roetgen nicht nur entlang der Bundesstraße, verschiedene Dörfer in der Gemeinde Simmerath sowie im Raum Monschau hauptsächlich die Ortschaften Kalterherberg und Höfen.

Schwachpunkt der ersten Gesamtübersicht ist allerdings die Datengrundlage, die in der Eifel erkennbar dünner ist als in stärker besiedelten Regionen. So wirbt die Bundesnetzagentur weiterhin um mehr Beteiligung. „Je mehr mitmachen, umso genauer wird das Ergebnis“, sagt Pressesprecher Fiete Wulff. Bundesweit haben bislang 187.000 Nutzer die App installiert und so 160 Millionen Messpunkte geliefert. Mit den Zahlen will die Bundesregierung den Druck auf die Mobilfunkanbieter erhöhen, mehr Anstrengungen zur Schließung der zahlreichen Funklöcher zu unternehmen.

Nutzer, die die App geladen haben, können etwa während einer Autofahrt eine Messung starten. Das System unterscheidet zwischen drei Geschwindigkeiten und speichert zum Beispiel bei einer Geschwindigkeit von mehr als zehn Metern die Sekunde alle 50 Meter einen Messwert. Dies erklärt auch, weshalb die Mehrzahl der in der Eifel gemeldeten Funklöcher entlang viel frequentierter Straßen liegt. „Messpunkte sind nicht gleichmäßig über das Bundesgebiet verteilt und auch nicht gleichmäßig innerhalb einer Wabe verteilt“, erklärt der Pressesprecher. Ergebnisse würden aussagekräftiger, je mehr Messpunkte von unterschiedlichen Nutzern hinterlegt seien.

Insgesamt sind die Mobilfunkanbieter in der Eifel noch weit von dem vertraglich zugesicherten Ziel entfernt, bis Ende 2021 in jedem Bundesland 99 Prozent aller Haushalte mit LTE (4G) zu versorgen. So wartet man etwa in Roetgen noch immer auf schnelles mobiles Internet. Ein Ausbau  war dort nach Angaben der Telekom bislang daran gescheitert, dass wichtige Frequenzen von belgischer Seite aus blockiert waren. Im Sommer hatte die Telekom in Aussicht gestellt, nach einer Einigung mit den Belgiern noch in diesem Jahr mit dem LTE-Ausbau zu beginnen.

Mehr Informationen unter: https://breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch