Aachen: Für den guten Zweck: Viele Bücher preiswert zu haben

Aachen: Für den guten Zweck: Viele Bücher preiswert zu haben

Es ist ein ziemlich „dicker Schinken”, ein Unikat zudem und damit in höchstem Maße selten. Im Jahre 1917 begannen die drei Professoren der Technischen Hochschule Aachen, Gustav Schimpff, Karl Henrici und Karl Sieben damit, einen „Vorentwurf zu einem Bebauungsplan der Stadt Aachen” zu erarbeiten.

Es entstand ein in Halbleinen gebundenes, DinA4 großes und sehr detailliertes Werk mit den Ideen der drei Aachener Hochschullehrer, wie denn die Innenstadt künftig architektonisch aussehen könnte. Da der erste Weltkrieg in vollem Gange war, verwarfen sie die eine oder andere Idee, korrigierten sie, passten sie nach Kriegsende den Gegebenheiten neu an. 1920 stand ihr Bebauungsplan, niedergeschrieben mit Schreibmaschine auf vielen Seiten, gebunden zwischen zwei eher unscheinbare Buchdeckel.

Dieses Unikat stammt aus der Bibliothek von Dr. Wilhelm Niehüsener, dem ehemaligen Baudezernenten (1975 bis 1995) der Stadt Aachen. Niehüsener hat diese Rarität neben weiteren Aquensien und antiquarischen Büchern über Architektur und andere Themen aus seiner privaten Bibliothek unserem Verein „Menschen helfen Menschen” zur Verfügung gestellt, um sie am Samstag, 19. November, auf dem zweiten großen Büchermarkt im Pressehaus-Kasino (10 bis 17 Uhr) des Zeitungsverlags Aachen (ZVA) für den guten Zweck zu verkaufen.

Wer also wissen möchte, welche Ideen Stadtplaner 1920 und damit unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg hatten, um das damalige Aachen neu zu gestalten, kann dies durch Erwerb des seltenen Stücks erfahren. Eine Menge hochinteressanter Aquensien hat zudem der Aachener Verleger Hans-Josef Thouet zur Verfügung gestellt.

Durch die große Spendenbereitschaft vieler weiterer Leserinnen und Leser unserer Zeitung sind darüber hinaus morgen natürlich wieder tausende Bücher und Taschenbücher aller Themenbereiche für „kleines Geld” zu haben. Mit dem Erlös der Veranstaltung unterstützt „Menschen helfen Menschen” dann „unbürokratisch und schnell”, wie Chefredakteur Bernd Mathieu betont, der Vorsitzender des Vereins ist, unverschuldet in Not geratene Menschen oder Institutionen.

Nachfolgend ein nur ganz kleiner Ausschnitt an Büchern über Aachen und die Region aus dem aktuellen Angebot des zweiten ZVA-Büchermarktes: Franz Neu: „Zur Geschichte des Franziskanerklosters in Aachen” (1881); „Aus Vergangenheit und Gegenwart” (Festschrift der Industrie- und Handelskammer für die Kreise Aachen-Land, Düren und Jülich zu Stolberg aus Anlass ihres 75-jährigen Bestehens, April 1925); Ludwig Weiskirchen: „Oecher Lost än Schnake-Stöcker” (Gedichte in Aachener Mundart, 1861); das Unikat „Vorentwurf zu einem Bebauungsplan der Stadt Aachen” (1917 - 1920 verfasst von den ordentlichen Professoren der Technischen Hochschule Aachen, Gustav Schimpff, Karl Henrici, Karl Sieben); Dr. Albert Huyskens: „Aachener Heimatgeschichte” (Im Auftrage der Stadt und des Landkreises Aachen, 1924); Prof. Dr. Gustav Grimme: „Burgen um Aachen” (3 Bände komplett, 1938); Straßenbahndirektor J. Siméon: „Das Verkehrswesen des Aachener Gebietes in Vergangenheit und Gegenwart” (Der Aachener Kleinbahngesellschaft zum 50-jährigen Bestehen 1929, mit einem beiliegenden, eigenhändigen Brief des Autors); Franz Bock/M. Willemsen: „Die mittelalterlichen Kunst- und Reliquienschätze zu Maastricht” (in französischer Sprache, 1873); Heinrich Capellmann: „Kornelimünster” (Ein Beitrag zur Geschichte des Münsterländchens, um 1950); Prof. Dr. Will Hermanns: „Heimatchronik des Landkreises Aachen” (1953). Und wir haben von der Broschüre über die Geschichte des Verlagshauses an der Aachener Theaterstraße/Ecke Bahnhofstraße, die auf der „9. Würselener Bücherbörse” im Februar auf großes Interesse gestoßen ist, noch einmal 100 Exemplare drucken lassen. Darin hat unser im Februar 2011 verstorbener Altverleger Karlheinz Schmitz den Aufbau des heutigen Zeitungsverlags Aachen in den ersten Nachkriegsjahren sehr eindrucksvoll beschrieben.

Daneben werden auf dem zweiten ZVA-Büchermarkt unzählige Druckwerke zu verschiedenen Studienfächern von Maschinenbau über Pädagogik, Sport, Theologie Elektrotechnik, Architektur und vielen weiteren Fächern angeboten.

So stellte die Otto Junker GmbH in Lammersdorf große Teile aus der Bibliothek ihres Firmengründers zur Verfügung. Natürlich kommen auch alle anderen „Leseratten” und Sammler wieder auf ihre Kosten, denn die Palette angebotener Bücher von antiquarisch bis modern ist einmal mehr riesig.