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Fuchsräude: Wildtierkrankheiten können für Haustiere gefährlich werden

Vorsicht mit Haustieren : Kreisjägerschaft warnt vor ansteckende Wildtierkrankheiten

Im Bereich der Eifel tritt vermehrt die Fuchsräude auf. Die Kreisjägerschaft Aachen Stadt und Land e.V. macht Haustierhalter auf das Problem aufmerksam, denn für Haustiere besteht eine Ansteckungsgefahr. Die Haustierräude kann jedoch medizinisch behandelt werden.

Die Fuchsräude ist eine Grasmilbenerkrankung, die allergische Reaktionen der Haut auslöst und einen extremen Juckreiz erzeugt. Sie beginnt in der Regel am Kopf, Nasenrücken, an Ohr- und Augenrändern. Bei fortschreitender Erkrankung kommt es zur Verklebung der Haare, zu Haarausfall, es bilden sich schwarzbraune Krusten und die Haut verdickt sich. Auch der Schwanz kann völlig haarlos sein. Bei Füchsen verläuft die Krankheit in der Regel unter fortschreitender Abmagerung innerhalb von drei Monaten tödlich.

Hunde und Katzen können sich über den direkten Kontakt zu Füchsen oder an Fuchsbauten anstecken. Der Mensch kann sich bei ebenfalls anstecken und an der Pseudokrätze erkranken. Diese ist zwar äußert unangenehm aber ebenfalls gut behandelbar. Jäger und Jägerinnen arbeiten durch Erlegen erkrankter Tiere an der Eindämmung der Fuchsräude.

Da Füchse in der Zeit von März bis Anfang Juli ihre Jungen versorgen, erklärt Jagdberater Karl-Heinz Kuckelkorn, dass Füchse nicht erlegt werden sollten. „Die Jungen verhungern erbärmlich in den Bauten, das ist nicht tierschutzgerecht.“ Ab Mitte Juli beginnt die Jagdzeit auf Füchse; die Jungfüchse sind jetzt selbständig und werden nicht mehr von den Elterntieren versorgt.

Sollten in bebauten Gebieten erkrankte Füchse beobachtet werden, sollte umgehend die Untere Jagdbehörde der Städteregion Aachen informiert werden. Innerhalb von Bebauung (befriedete Bezirke) darf nur mit Sondergenehmigung gejagt werden. Weitere Informationen zur Antragsstellung erhalten Interessierte bei der Unteren Jagdbehörde.

Die Kreisjägerschaft Aachen Stadt und Land macht Haustierhalter auf das Problem mit der Ansteckungsgefahr durch Wildtiere aufmerksam. Foto: Horst Stemmer

Tödliche Krankheit für Hund und Katzen

Neben der Fuchsräude warnt die Jägerschaft vor der Aujeszkyschen Krankheit. Diese ist für Hunde und Katzen tödlich. Für Menschen ist die Krankheit nicht ansteckend und damit ungefährlich.

Die Erkrankung wird von Wildschweinen über Nasen-, Rachen- und Bronchialsekrete übertragen. Hier handelt es sich um Herpesviren, die bei Säugetieren Gehirn- und Rückenmarksentzündungen auslösen.

Wildschweine, die älter als einen Monat sind, können die Krankheit überleben. Sie bleiben Überträger der Krankheit, zeigen aber keine Symptome. Betroffene Wildschweine können nicht immer als erkrankt erkannt werden, so dass eine gezielte Bejagung nicht möglich ist. Allerdings werden Wildschweine aufgrund ihrer hohen Populationsrate intensiv bejagt.

Hundehalter werden gebeten, ihre Hunde nicht an Stellen laufen zu lassen, die von Wildschweinen zwecks Nahrungssuche durchpflügt (gebrochen) wurden. Hier besteht die Möglichkeit der Ansteckung über Speichel.

Nach einer Inkubationszeit von ein bis zu vier Tagen zeigen sich Übelkeit, Hecheln und starker Speichelfluß. Der Hund wirkt apathisch, schreckhaft, auffallend durstig und zeigt sehr oft starken Juckreiz, der starkes und anhaltendes Kratzen (blutige Lefzen) sowie an erreichbaren Stellen (beispielsweise an den Pfoten) Aufbeißen der Haut auslöst und unter Umständen bis zur Selbstverstümmelung geht. Angriffslust besteht nicht.

Der erkrankte Hund stirbt meist innerhalb von 24 Stunden. Zuckungen, besonders im Bereich der Kopfmuskulatur, Stöhnen und Pupillenerweiterung zeigen den nahen Tod an. Eine vorbeugende Impfung ist nicht möglich, eine Behandlung stets erfolglos.