Freundschaftstreffen der Stadt Monschau und der Gemeinde Bütgenbach

Monschau: Freundschaftstreffen: Viele Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede

Wenn sich das Kalenderjahr langsam dem Ende neigt, dann steht seit 35 Jahren das freundschaftliche Treffen mit der belgischen Nachbargemeinde Bütgenbach auf dem Programm der Stadt Monschau.

Diesmal war wieder Bürgermeisterin Margareta Ritter mit ihrem Team aus Rat und Verwaltung in der Rolle der Gastgeberin und konnte auf einen besonderen Umstand hinweisen: „Es gibt auf jeder Seite eine Person, die von der ersten Stunde an dabei ist und für die es heute somit das 35. Treffen ist“, galt der besondere Gruß der Bürgermeisterin Manfred Gillessen und Hermann Mertens. Und den Generaldirektor der Gemeinde Bütgenbach und den Allgemeinen Vertreter der Monschauer Bürgermeisterin verbindet noch etwas: „Es ist heute für beide das letzte Freundschaftstreffen, denn beide werden im kommenden Jahr in den wohlverdienten Ruhestand wechseln“, sagte Ritter.

Zu Beginn des Treffens der rund 30-köpfigen Runde stand Austausch auf dem Programm. So informierte man sich zunächst wechselseitig über das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs, das auf deutscher und belgischer Seite sehr unterschiedlich gestaltet und finanziert wird. „Während wir unser Linienangebot quasi beim AVV bestellen müssen und dieser die Hälfte der Kosten dazugibt, ist der öffentliche Nahverkehr in der Wallonischen Region einem privaten Transportunternehmen übertragen“, erläuterte Margareta Ritter.

Dies sei Fluch und Segen zugleich, meinte Charles Servaty, Schöffe der Gemeinde Bütgenbach und Fraktionsvorsitzender der Sozialistischen Partei. „Wir haben als Gemeinde keine Kosten zu tragen, sind aber stets in der Rolle des Bittstellers, so Servaty, der auch kritisierte: „Die Gemeinden fühlen sich besonders bezüglich der kleinen Dörfer öfters vom Transportunternehmen alleine gelassen.“

Interesse am „Netliner“

Die ostbelgische Delegation zeigte sich hochinteressiert am Sammelbus-System („Netliner“), das in der Stadt Monschau seit mittlerweile einem Jahr erfolgreich läuft. „Das würde auch bei uns sehr gut passen“, sagte Charles Servaty und kündigte an, das Rufbus-Konzept der lokalen Aktionsgruppe (LAG) der fünf DG-Gemeinden vorzulegen. Die LAG hat derzeit sieben Projektfelder und eines davon befasst sich mit Mobilität.

Ein interessanter Austausch unter deutschen und belgischen Vertretern gab es an diesem Vormittag im Monschauer Rathaus auch zum Thema Wasserversorgung und -entsorgung. Während sich in der Stadt Monschau der Preis für einen Kubikmeter genutztes Wasser auf fast acht Euro summiert (2,69 Euro Frischwasser inklusive Grundgebühr und 5,36 Kanalgebühr), zahlen die Menschen in Bütgenbach weniger als fünf Euro für die gleiche Wassermenge (2,46 Euro für Nutzung Quellwasser, 2,36 Euro für Abwasser). „In diesem Bereich ist das Leben in Bütgenbach weitaus preiswerter“, meinte Monschaus Bürgermeisterin, stellte aber auch augenzwinkernd fest: „Das ist vor allem dem deutschen Streben nach Zuverlässigkeit und Erfüllung von EU-Wasserrecht geschuldet.“

Nach der Arbeit im Rathaus wartete auf die beiden Delegationen der gesellige Nachmittag. Zunächst stand ein gemeinsames Mittagessen auf dem Programm, ehe man das aufstrebende Unternehmen „Dreistegen“ besichtigte. Der Tag endete mit Glühwein aus der Partnerstadt auf dem Monschauer Weihnachtsmarkt.

Die nächsten Berührungspunkte gibt es schon im Frühjahr wieder, wenn im Bütgenbacher Hof eine Ausstellung von Künstlern beider Gemeinden eröffnet wird, sowie am 19. Mai 2018, wenn das ostbelgische Radrennen „Triptyque Ardennais“ erneut in Monschau startet.

(hes)