Kommern: Freilichtmuseum: Blick in die Nordeifeler Wohnzimmer im Jahr 1960

Kommern: Freilichtmuseum: Blick in die Nordeifeler Wohnzimmer im Jahr 1960

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern sucht Fotos von 1960 aus Privatalben. Auch das Zusammenleben von „Gastarbeitern” und Rheinländern ist Thema. Die Sonderausstellung beginnt mit der Veranstaltung „ZeitBlende 1960” im August, die besten Fotos werden prämiert.

Wie war der Wohnzimmertisch gedeckt, wenn die Verwandtschaft vor 50 Jahren zum Kaffee kam? Wie wurde in der Familie Geburtstag gefeiert? Womit spielten die Kinder drinnen und draußen auf dem Eifeler Bauernhof? Und wurde die lang ersehnte „Musik-Truhe” fotografiert, als sie endlich im Wohnzimmer stand?

Fotografien aus privaten Alben und andere Zeugnisse der persönlichen Erinnerung an Situationen im eigenen Leben aus dem Jahr 1960 sucht das LVR-Freilichtmuseum in Kommern für eine Sonderausstellung. Unter dem Titel „Menschen machen Museum” wird sie auf dem mit den Rheinländern begangenen Museumsfest der Erinnerungen „ZeitBlende 1960” am 21. und 22. August starten und bis zum Jahresende laufen.

„Es kommt auf den Aussagewert der Fotos an, nicht auf künstlerische Vollkommenheit. Wichtig für uns sind Fotos, in denen Menschen vom Niederrhein bis in die Eifel und vom Bergischen Land bis in den Westerwald festgehalten haben, was für sie vor 50 Jahren wichtig war”, so Dr. Josef Mangold, Leiter des LVR-Freilichtmuseums Kommern. „Gerne hat man besondere Ereignisse, Feste und Feiern fotografiert.

Aber auch Momente von Alltagssituationen, die einen hohen persönlichen Erinnerungswert haben, sind aufgenommen worden,” ergänzt sein Vertreter Dr. Michael H. Faber, der die „ZeitBlende 1960” organisiert: „Gerade diese Fotografien vermitteln dem heutigen Betrachter Lebensqualität und Lebensgefühl in der damaligen Zeit.”

Auch zu dem mit vielen Veranstaltungen verbundenen Museumsthema des Jahres „Kulturelle Begegnungen” wünscht sich das Freilichtmuseum viele Einsendungen von Fotos und anderen persönlichen Zeugnissen.

Immerhin hält 1960 der Zustrom von „Gastarbeitern” ins Rheinland unvermindert an, eröffnen auch in Eifelstädten Pizza-Restaurants, während Zigtausende von „Heimatvertriebenen” auf öffentlichen Kundgebungen im Rheinland ihre Verbundenheit mit ihrem alten Heimatland zum Ausdruck bringen. Aufgerufen sind daher auch die damals im Rheinland „Betroffenen”, die ehemaligen Gastarbeiter, Vertriebenen, politischen Flüchtlinge, deren Arbeitgeber, Freunde und Nachfahren, ihre Fotosammlungen zu sichten und Dokumente für die Ausstellung zur Verfügung stellen. „Damit würde die Ausstellung zur Förderung des interkulturellen Miteinanders im Rheinland beizutragen”, sagt Dr. Michael H. Faber.

Übrigens können auch Amateurfilme eingereicht werden, sofern sie auf ein heute gängiges Wiedergabeformat kopiert worden sind. Sie werden dann in der Ausstellung mit Kommentar vorgeführt. Die drei aussagekräftigsten Fotos beziehungsweeise Dokumente werden prämiert. Die Preise überreicht die Museumsleitung auf der Veranstaltung „ZeitBlende 1960” am 22. August.

Fotos an diese Adresse senden

Zusendung von Fotos und anderer Dokumente können bis spätestens 30. Juni an LVR-Freilichtmuseum Kommern, Auf dem Kahlenbusch, 53894 Mechernich, oder an kommern@lvr.de gesendet werden. Originalfotos und Dokumente werden nach Bearbeitung unverzüglich wieder zurückgesandt.

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