Monschau: Förderklasse feiert Fest: Begegnung der Kulturen

Monschau: Förderklasse feiert Fest: Begegnung der Kulturen

Eine Schulweihnachtsfeier der ganz besonderen Art konnte man kurz vor den Ferien in der Sporthalle auf der Haag erleben: Das Fest der Internationalen Förderklasse des St. Michael Gymnasiums (MGM) in Monschau sollte nicht nur zum Danke sagen, sondern auch zum Kennenlernen dienen.

In diesem Jahr hat das MGM ein spannendes Projekt gestartet, die internationale Förderklasse (IFK), in der Schüler betreut werden, die mit ihren Familien aus ihren Heimatsländern, in die Eifel geflüchtet sind oder wegen einer besseren Arbeitslage hier hingezogen sind. Dieses Projekt wurde in den vergangenen Monaten auch von ca. 40 Oberstufenschülern unterstützt, hauptsächlich durch Deutschunterricht, den die Schüler in ihren Freistunden gaben. Auch bei Problemen in anderen Fächern oder kleineren Orientierungsproblemen in der Schule zeigten sich alle hilfsbereit. Die betreuenden Lehrer waren überwältigt, wie viele der Jugendlichen sich bereit erklärten, ihre Zeit zu nutzen, um Gutes zu tun.

Schnell wurde klar, dass von diesem Projekt alle profitieren. So finden sich die Jugendlichen aus vielen Ländern immer besser in ihren Klassen zu recht, da sie durch den Deutschunterricht mehr mit ihren Mitschülern sprechen können. Den sogenannten Sprachpaten bringen die Stunden, neben dem guten Gefühl jemanden helfen zu können, viel Spaß, und nicht selten lernen die deutschen Schüler auch das ein oder andere Wort in der Muttersprache ihrer „Patenkinder“.

In den vergangenen Woche wurden vermehrt Weihnachtsbegriffe gepaukt, die für manche Schüler zunächst sehr schwer oder merkwürdig klangen, später aber in selbst gebastelten Karten einwandfrei verwendet wurden. Bei einem der Organisationstreffen kam die Idee eines Festes auf, bei dem auch die Eltern der internationalen Schüler die Sprachpaten und Lehrer ihrer Kinder kennenlernen sollten. Ein mehrköpfiges Team stellte daraufhin ein Konzept zusammen, und die anfänglichen Sorgen, dass nur wenige kommen würden oder es an Essen fehlen würde, legten sich schnell.

Das Angebot wurde von den Familien und den Schülern sehr gut aufgenommen, und so füllte sich die Turnhalle schnell mit fast 100 Menschen — Eltern, Geschwister, Helfer oder Lehrer der Kinder. Und da fast jede Familie etwas zum Buffet mitbrachte, füllte sich dieses schnell mit deutschen, aber auch mit internationalen Leckerbissen.

Nach einer kurzen Begrüßung stand ein buntes Programm auf dem Plan, bei dem für alle etwas dabei war. Während in einem Teil der Halle Fußball gespielt wurde, schminkten einige der Oberstufenschülerinnen die jüngeren Gäste. Außerdem fand ein reger Austausch der Kulturen statt, bei denen sich die eingeladenen Gäste sehr dankbar zeigten und sich freuten, wie gut sich ihre Kinder in der „großen neuen Schule“ haben integrieren können.

Am Ende des Abends wurde es dann emotional, als die 13-jährige Bukurie mutig vor die große Menge trat und, auch wenn es ihr zuerst schwer fiel, im Namen der ganzen Gruppe eine kurze Rede hielt und sich herzlich bedankte „bei den ganzen Helfern, die uns und unsere Familien im vergangenen Jahr unterstützt haben“.

Zum Abschluss wurden dann noch die selbst gebastelten Weihnachtskarten an die Sprachpaten verteilt, die sich sehr freuten. „Es ist schön zu sehen, wie sehr wir ihnen in dieser kurzen Zeit ans Herz gewachsen sind und wie sehr man auch schon mit einer Freistunde in der Woche helfen kann“, so Oberstufenschülerin Nina Steffens.

Auch die betreuende Lehrerin der aktuell 21 IFK-Schüler, Isabell Pilz, die Kinder und Jugendliche aus 12 verschiedenen Nationen wie Griechenland, Lettland, Polen, Tschechien, Lybanon, Syrien, Albanien, Algerien, Mazedonien, Marokko, Afghanistan und Ukraine unterrichtet, beschrieb das Fest als vollen Erfolg.

(lro)
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