Imgenbroich: Flohmarkt in Imgenbroich: „Die soziale Verantwortung steht im Mittelpunkt“

Imgenbroich: Flohmarkt in Imgenbroich: „Die soziale Verantwortung steht im Mittelpunkt“

„Ich sammle bereits seit über 30 Jahren Textilien aller Art, zunächst nur für Bekannte in Polen“, erzählt Alice Klein, wenn sie über den ab dem morgigen Freitag bis zum Sonntag auf ihrem Anwesen stattfindenden Hof- und Scheunenflohmarkt berichtet.

Täglich von 11 bis 16 Uhr können die Besucher dann im breiten Sortiment, unter anderem bestehend aus Textilien, Haushaltswaren und Spielsachen, auf dem Scheunenboden und dem Hof im Hengstbrüchelchen 42 stöbern.

Aus dem Sammeln von Textilien Anfang der 1980er Jahre wurde schnell mehr. Nachdem vor circa 20 Jahren die ersten kleineren Flohmärkte auf dem Hof der Familie Klein stattgefunden hatten, sprach sich das schnell rum.

„Schon bald erhielten wir viele Neuwaren, beispielsweise aus Geschäftsauflösungen oder Umzügen“, erinnert sich Alice Klein. Über 30 Jahre sammelten sich immer neue Gegenstände an und das Sortiment wurde immer größer und vielfältiger, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Sie erklärt, dass sie den Flohmarkt anfangs nur im Hof veranstaltet hätten, doch „aufgrund des häufigen Regens sind wir dann auf den Scheunenboden gewechselt“.

Inzwischen findet der Flohmarkt drei bis vier Mal jährlich auf dem Scheunenboden und im Hof statt, wobei im November zusätzlich hierzu noch Tannengrün für die Weihnachtszeit angeboten wird. Um die Scheune problemlos zu erreichen, hat ihr Mann dort eine Außentreppe montiert, erzählt Alice Klein.

Mittlerweile habe der Markt einen solchen Bekanntheitsgrad erlangt, dass auch sehr viele Artikel aus dem Kreis Düren und dem Raum Aachen gespendet würden, verrät die 55-Jährige.

Den großen Aufwand für den Flohmarkt nimmt sie dabei gerne in Kauf. „Uns geht es hier so gut, daher haben wir eine Verpflichtung, allen anderen etwas abzugeben und den Überfluss nicht mit Füßen zu treten“, erklärt Alice Klein.

Oft würden neu gekaufte Dinge weggeschmissen, die man oft noch verwenden könne. So habe sie neulich Wolle und neue Stoffe für den Leprakreis sortiert und diesem übergeben, „da für solche Dinge sonst meist das Geld fehlt“, beschreibt die sozial engagierte Imgenbroicherin.

Den Erlös setzt die Familie Klein vielseitig ein. „Es werden Flüchtlingsprojekte unterstützt, wir unterstützen Senioren mit geringer Rente durch ein von uns zusammengestelltes Paket und haben auch zum Beispiel die Busfahrt für eine Klasse mit behinderten Kindern aus Aachen nach Monschau finanziert“, sagt Alice Klein, die zurecht ein wenig stolz auf ihr großes soziales Engagement ist.

Froh ist sie auch darüber, dass sie sich bei jedem Flohmarkt auf ihr Helferteam verlassen kann. „Die Helfer haben sich von sich aus bei mir gemeldet und kommen mittlerweile das ganze Jahr über immer mal wieder vorbei.“

Dabei würden sie sechs Personen bereits Wochen vor dem Flohmarkt unterstützen und auch währenddessen da sein. Alice Klein hofft natürlich wieder auf zahlreiche Besucher aller Altersgruppen, die sich an ihrer Auswahl erfreuen können und ist absolut überzeugt davon, dass „jeder das Passende für sich finden wird“.

(maxs)
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