Flexible Arbeitnehmer, sozialer Arbeitsmarkt und gute Stellensituation in der Nordeifel

„Praktisch Vollbeschäftigung in der Eifel“ : Leiter des Jobcenters in Simmerath lobt sehr gute Arbeitsmarktlage

Der Standortleiter des Jobcenters in Simmerath, Jürgen Crombach eröffnet seinen Bericht über die aktuellen Arbeitsmarktdaten in der Nordeifel mit guten Nachrichten: Es herrscht praktisch Vollbeschäftigung in der Nordeifel.

„Wir haben in der Nordeifel eine sehr gute Arbeitsmarktlage, die einer Vollbeschäftigung gleichkommt.“ Mit dieser guten Nachricht eröffnete Jürgen Crombach, Standortleiter des Jobcenters in Simmerath, seinen Bericht über die aktuellen Arbeitsmarktdaten in Monschau, Simmerath und Roetgen im Simmerather Sozialausschuss.

Das im Juni 2018 neu eröffnete Jobcenter an der Hauptstraße 95 in Simmerath ist die Anlaufstelle für arbeitslose und arbeitssuchende Menschen in den drei Eifelkommunen der südlichen Städteregion.

Das Jobcenter gewährt Hilfebedürftigen die Grundsicherung für Arbeitssuchende, berät, fördert und vermittelt in eine Beschäftigung oder Ausbildung. „In der Nordeifel betreuen wir zurzeit insgesamt 540 Bedarfsgemeinschaften mit 1060 Personen, die Gemeinde Simmerath stellt dabei mit 280 Bedarfsgemeinschaften und 580 Personen etwas mehr als die Hälfte“, berichtete Crombach.

Doch diese Zahlen suchen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in der Städteregion ihres gleichen, wie die Ausschussmitglieder erfuhren. Bei einer regionalen Arbeitslosenquote von unter 3,5 Prozent spricht die Bundesagentur für Arbeit von Vollbeschäftigung; Ende Oktober betrug sie für den Bereich des Bezirks Monschau (der identisch ist mit der Zuständigkeit des Jobcenters Simmerath) 3,1 Prozent und lag damit, wie schon seit Jahren, mit weitem Abstand am untersten Ende der Quoten in der gesamten Region.

Die gute Arbeitsmarktlage in der Eifel hat mehrere Väter, wie Jürgen Crombach konstatierte. Da sind an erster Stelle die Erwerbstätigen, „die in der Eifel seit jeher wissen, dass sie sich für einen guten Job ins Auto setzen und fahren müssen“, wusste der Jobcenter-Leiter.

Dann ist da der nach Crombachs Worten äußerst „soziale Arbeitsmarkt“ in der Eifel selbst, der immer auch Langzeitarbeitslosen und der problematischeren Klientel eine Chance gebe. Und schließlich sorgt auch die Stellensituation in der Nordeifel für einen hohen Beschäftigungsgrad, „weil es in Monschau, Roetgen und Simmerath viele sehr gute Firmen und Unternehmen mit einer zu Recht hervorragenden Auftragslage gibt“, lobte Jürgen Crombach. Aktuell gehe die Stellenlage im Handwerk zwar saisonal bedingt leicht zurück, „aber von einer Rezension sind wir weit entfernt“, sagte Crombach.

Da diesbezüglich auch in den Nordeifeler Schulen gute Vorarbeit geleistet wird, ist auch die Jugendarbeitslosigkeit in der Nordeifel nach Auskunft des Standortleiters „verschwindend gering“.

Zwar beziehen derzeit 120 junge Menschen Leistungen vom Jobcenter als Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft, besuchen aber in den meisten Fällen eine Schule. „Wir haben nur acht Jugendliche im Bezug, die gar nichts tun“, so der Leiter.

Den derzeit größten und arbeitsintensivsten Bereich für das Jobcenter stellen laut Jürgen Crombach die über 200 anerkannten geflüchteten Menschen im SGB-II-Bezug und im Alter zwischen 0 und 67 Jahren dar. „Das sind für die Eifel 9 Prozent der gesamten Städteregion und das ist eine sehr hohe Zahl für eine so kleine Behörde wie die unsere“, stellte der Standortleiter fest.

Ein anderer schwieriger Markt sind die sogenannten Helferjobs für Arbeitssuchende ohne Schulabschluss und/oder Berufsausbildung. Hier sei die Motivation der Menschen oft nicht einfach, obwohl viel Geld für Arbeitsmarktprogramme nach dem Teilhabechancengesetz fließen.

Immerhin, so Jürgen Crombach, seien die Kassen des Bundes voll, was seit Jahren und auch 2020 eine Förderung beispielsweise von Qualifizierungsmaßnahmen oder Führerscheinkursen ermögliche.

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