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Roetgen: Flächennutzungsplan eint Fraktionen

Roetgen : Flächennutzungsplan eint Fraktionen

„Das wird eine lange Sitzung,” erklärte Vorsitzende Helga Schüttler (CDU) ahnungsvoll bei der Begrüßung der Mitglieder zur ersten Sitzung des Roetgener Bauausschusses im neuen Jahr. .

Sie sollte Recht behalten: Mehr als drei Stunden wurde über die zwölf Tagesordnungspunkte diskutiert. Im Mittelpunkt stand der neue Flächennutzungsplan

Der Vorentwurf war vom 22. April bis 30. Mai 2003 im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung ausgelegt worden. Es waren mehr als 150 Anregungen und Bedenken von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange eingegangen, über deren Berücksichtigung einzeln abgestimmt werden musste.

In fast allen Fällen folgten die Ausschussmitglieder einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung. Differenzen gab es unter anderem am Uelenbenderweg in Rott, wo sich CDU und FDP noch nicht endgültig von einer Wohnbebauung verabschieden mochten.

Ajo Hinzen und Andrea Kranefeld vom Planungsbüro BKR stellten die Grundlagen des Flächennutzungsplanes noch einmal vor. Hervorgehoben wurde die große Zustimmung, die der Entwurf bei den Trägern öffentlicher Belange, vor allem bei der Bezirksregierung gefunden hat.

In einem ausführlichen Plädoyer bekannte sich Klaus Jörg Onasch für die SPD nachdrücklich zu den Festsetzungen des Flächennutzungsplanes, der nahezu alle Forderungen und Wünsche seiner Partei aufgreife.

„Auch wir können mit der Planung leben und finden uns darin wieder”, stellte Michael Seidel für die CDU fest. Er begrüßte die sukzessive Erweiterung der Baugebiete, die langfristig Entwicklungspotenzial biete. Befürworten will auch die FDP den Flächennutzungsplan, erklärte Dr. Georg Dittmer.

Er zeigte sich jedoch wenig erfreut über die Rede von Klaus Onasch, die er als Gefährdung für den Konsens ansah. „Die Sitzungen des Arbeitskreises gingen in die Richtung, die wir uns gewünscht haben,” hob auch Christa Heners für die Grünen heraus. Damit eine so wichtige Sache in der Gesamtheit einstimmig beschlossen werden könne, werde ihre Fraktion einige Dinge „schlucken”, über die sie nicht glücklich sei, zum Beispiel die Ausweisung eines Ferienhausgebietes. In den Einzelabstimmungen hatten die Grünen dagegen gestimmt.

Am 30. März im Rat

Über die Gemeinsamkeiten innerhalb der Fraktionen und bei den Bürgern freute sich auch Frank Knur. Der SPD-Vorsitzende legte ebenfalls großen Wert auf die Einstimmigkeit. „Mehrheiten können sich schnell ändern, deshalb ist für die Zukunft Einigkeit wichtig.” Den gemeinsamen Prozess unterstrich auch CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Pricken.

Den weiteren Zeitraum steckte das Planungsbüro wie folgt ab: Wenn der Entwurf des Flächennutzungsplanes am 30. März vom Rat genehmigt wird, kann bis ca. Mitte Mai die weitere Bürgerbeteiligung erfolgen. Nach erneuter Beratung kann der endgültige Ratsbeschluss am 27. Juli gefasst und der Flächennutzungsplan der Bezirksregierung zur Genehmigung vorgelegt werden. Zum Ende des Jahres könnte er dann, wenn alles glatt geht, rechtskräftig werden.