Fichtenfällungen in Randbereichen des Nationalparks Eifel

Borkenkäferbefall : Schutz von benachbarten Wirtschaftswäldern geht vor

Im Nationalpark Eifel werden in den Bezirken Hetzingen, östlicher Kermeter und Dedenborn vom Borkenkäfer befallene Fichten entfernt.

Während die Käfer im Inneren des Nationalparks einen willkommenen Prozess zum heimischen Buchenmischwald beschleunigen, werden sie zum Schutz benachbarter Wirtschaftswälder in einer 500 Meter breiten Zone am Rand des Schutzgebietes nicht geduldet. Im Moment werden befallene Fichten im Grenzbereich des Bezirks Dedenborn entfernt. In Hetzingen und im östlichen Kermeter sind die Arbeiten abgeschlossen. Positiver Nebeneffekt der Schutzmaßnahme: Es entsteht Platz für den heimischen Buchenwald. „Im vergangenen Jahr schwächten zunächst das Orkantief Friederike Mitte Januar und dann die lange Dürreperiode vielerorts die Fichten“, sagte Florian Krumpen, Fachgebietsleiter Biotop- und Wildtiermanagement bei der Nationalparkverwaltung. „Während sich Fichten bei Befall normalerweise mit ausscheidendem Harz wehren, gelingt das den durch Trockenheit geschwächten Fichten nicht“, erklärte der Forstwissenschaftler.

Der Fichtenborkenkäfer mit Namen Buchdrucker (ips typographus) findet dort ideale Bedingungen, verbreitet sich rasend schnell und bringt die Fichten zum Absterben. Ein einziges Weibchen kann bei guten Bedingungen über drei Generationen während einer Vegetationsperiode bis zu 100.000 Nachkommen bilden. Die natürlichen Feinde des Borkenkäfers wie Spechte, Ameisenbuntkäfer oder Schlupfwespen vermögen einen Massenbefall auch nicht aufzuhalten.

„Für die Wirtschaftswälder in Nordrhein-Westfalen haben die Fichtenborkenkäfer katastrophale Auswirkungen und führen zu enormen Schäden“, sagte Krumpen, „im Nationalpark hingegen kann der Käfer sogar hilfreich bei der natürlichen Waldentwicklung hin zu einem Buchenwald sein.“ Denn befallene Fichten sterben ab, werden zu Totholz und machen Platz für gebietsheimische Baumarten. Die Nationalparkverwaltung sei verpflichtet, in einer 500-Meter-Zone innerhalb der Grenzen des Schutzgebietes einzugreifen, um Schäden für benachbarte Wirtschaftswälder zu vermeiden. Dieser Handlungsgrundsatz gilt für alle Nationalparks in Deutschland.

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