1. Lokales
  2. Eifel

Vossenack: FGV-Schüler fahren zur Demo nach Düsseldorf

Vossenack : FGV-Schüler fahren zur Demo nach Düsseldorf

Die nordrhein-westfälische Landesregierung beabsichtigt, allen Schulen mit freier Trägerschaft die finanziellen Mittel drastisch zu kürzen.

Dagegen wehrt sich das Franziskus-Gymnasium Vossenack, das genauso wie etwa die Monschauer St. Ursula Realschule unter den geplanten Kürzungen zu leiden hätte.

In den vergangenen Wochen sind bereits über 3000 Unterschriften gegen die geplanten Sparmaßnahmen gesammelt worden. Schüler, Eltern, Lehrer, Freunde und Förderer des Franziskus-Gymnasiums haben ihre Unterstützung durch Unterschriften zugesichert. Diese werden nun an die Katholische Elternschaft Deutschland (KED) geschickt.

Weiter planen zahlreiche Schulen aus den Kreisen Aachen und Düren, aber auch aus ganz NRW für den 21. Januar eine Großdemonstration in Düsseldorf. Die Initiatoren der Demo rechnen mit 10000 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrern.

Gegen Schulgeld

Die gesamte Oberstufe des FGV wird mit Bussen zu der Demonstration gefahren. FGV-Schüler Christian Lauermann hat schon ein Plakat mit der Aufschrift „Hände weg von unseren Schulen” vorbereitet. Höhepunkt der Veranstaltung wird dann die Übergabe der gesammelten Unterschriften an den Ministerpräsidenten Peer Steinbrück sein.

Die Zeit drängt: Bereits am 1. Januar 2004 soll das Gesetz in Kraft treten, das den Eigenanteil der freien Schulen um 25 Prozent erhöht. Im Fall des Franziskus-Gymnasiums entspricht dies einer Summe von 45.000 Euro, die ab 1. Januar 2005 jährlich zusätzlich zu den laufenden Kosten des Gymnasiums aufgebracht werden müssten.

Dass ausgerechnet Schulen mit freien Trägerschaften „Opfer” der Sparpolitik werden, stößt bei den Verantwortlichen des FGV auf Unverständnis. Gerade private Schulen kommen den Staat billiger als öffentliche Einrichtungen. Außerdem bricht die Landesregierung nicht nur ihr eigenes Versprechen, keine Sparmaßnahmen im Bildungsbereich zu vollziehen, sondern würde sich in letzter Konsequenz dadurch selbst zusätzliche Kosten auferlegen.

Wenn sich nämlich kleine Träger, die außer freiwilligen Spenden über keinerlei freie Mittel verfügen, aus der Trägerschaft zurückziehen, müssten anstatt der bisherigen 94 Prozent nun 100 Prozent aus öffentlicher Hand bezahlt werden. Zusätzlich kämen auf den Staat Kosten für Gebäude, Einrichtung und Verwaltung hinzu.

Eine Alternative wäre die Einführung von Schulgeld, doch Schulleiter Dr. Hans-Peter Esser ist gegen solche Maßnahmen „Schulgeld an privaten Schulen fördert die Entstehung einer Zweiklassengesellschaft. Private Schulen dürfen nicht zu Einrichtungen für Besserverdienende werden. Auch in Zeiten knapper Ressourcen dürfen wir nicht unser soziales Gewissen verlieren.”