Roetgen: Feuerwehrhaus in Rott: Sanieren oder lieber gleich neu bauen?

Roetgen: Feuerwehrhaus in Rott: Sanieren oder lieber gleich neu bauen?

Das Feuerwehrhaus in Rott muss saniert und erweitert werden. Die Tore sind undicht, der Heizkessel aus dem Jahr 1981 ist überaltert und es gibt Defizite beim Arbeitsschutz, weil das Haus inzwischen zu klein geworden ist.

Zurzeit werden Schläuche im Bereich der Fahrwege gelagert. Der Heizraum wird als Lagerraum missbraucht. Kraftstoffe werden in der Fahrzeughalle gelagert.

Provisorisches Atemschutzlager

Die Dusche wird als provisorisches Atemschutzlager genutzt. Die Toilette im Erdgeschoss ist veraltet. Es gibt keinen eigenen Kompressorraum, wodurch eine Lärmbelastung in der Werkstatt entsteht. Außerdem gibt es keine getrennten Toiletten für Männer und Frauen. Auch ein sogenannter Schwarz-Weiß-Raum, in dem sich die Feuerwehrleute nach ihren Einsätzen umziehen können, ist nicht vorhanden. Eine Sanierung und ein Anbau sollen die Situation verbessern. Diese Auflistung präsentierte die Verwaltung jetzt dem Bauausschuss der Gemeinde. Unter dem Strich steht eine Summe von 411.383 Euro.

Neubau sinnvoller?

„Es ist unsere verdammte Pflicht, den Feuerwehrleuten ihre Aufgabe so angenehm wie möglich zu gestalten und nicht, ihnen Baumstämme in den Weg zu legen“, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Karsten Knoth (SPD). Auch Wolfgang Schruff (CDU) signalisierte „volle Unterstützung“. Die Summe ließ Frank Knur (SPD) „den Kiefer runterklappen“. Das erinnere ihn an das Lehrschwimmbecken, das nachher immer teuer wurde, sagte er unter dem Applaus der UWG-Fraktion. Deshalb gelte es zu prüfen, was alles zu tun ist, damit nicht „eine weitere Wundertüte entsteht und man wieder in eine Falle rein läuft“.

Achim Mathée (UWG) schloss sich Knur an. Außerdem regte er an, zu prüfen ob es nicht sinnvoller sei, das Gebäude abzureißen, das Grundstück zu vermarkten und das Feuerwehrhaus an einer anderen, besseren Stelle neu zu errichten. „Altbauten sind bei uns ja Wundertüten“, sagte Mathée.

„Großer Happen“

Günther Severain (UWG) bat in diesem Zusammenhang darum, zu prüfen ob es andere mögliche Grundstücke für das Feuerwehrhaus gibt.

Gerd Pagnia (Grüne) musste tief Luft holen. „Das ist schon ein großer Happen“, sagte er. Gleichzeitig signalisierte er auch die Unterstützung seiner Partei. „Wir stehen dahinter. Wenn es brennt, sind wir ja auch froh, wenn die Feuerwehr kommt“, sagte Pagnia. Ein Neubau ist für ihn allerdings „schwer vorstellbar“.

Am Ende sprach sich der Bauausschuss einstimmig dafür aus, die Alternativen zu prüfen und die notwendigen Mittel bereit zu stellen.

(ag)