Feuer im Städtischen Gymnasium am Freitag in Schleiden

Kein Unterricht mehr möglich : Millionenschaden bei Brand des Gymnasiums Schleiden

Ein nächtliches Feuer hat in der Nacht zu Freitag einen Teil des Johannes-Sturmius-Gymnasiums in Schleiden im Kreis Euskirchen zerstört. Der Brand richtete einen Millionenschaden an. Für die rund 460 Schüler fällt der Unterricht zunächst aus.

Das Feuer wurde gegen 1.22 Uhr gemeldet. Es war sehr wahrscheinlich in der Bibliothek der Schule ausgebrochen, die Ursache ist bislang unklar. Schnell breiteten sich die Flammen auf den gesamten Dachstuhl des vorderen Gebäudes aus, Zwischendecken stürzten ein.

Bis zum Vormittag hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle, die Löscharbeiten sollten aber noch bis zum Mittag weitergehen. Letzte Brandnester mussten gelöscht werden, die Brandwache stand bereit.

Rund eine Million Euro Schaden

Rund ein Viertel der Schule ist nach Schätzung der Stadt durch das Feuer beschädigt. Den Sachschaden bezifferte Kreis-Polizeipressesprecher Lothar Willems auf rund eine Million Euro. Der Hausmeister der Schule erlitt einen Schock, ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt, als er von einem herunterfallenden Dachziegel gestreift wurde. 150 Feuerwehrleute waren vor Ort, die Einsatzleitung hatte Udo Schmitz. Weitere Helfer kamen vom Deutschen Roten Kreuz.

Willems gab in den Morgenstunden nach dem Brand einen ersten Überblick: „Komplett ausgebrannt sind die Bibliothek mit den naturwissenschaftlichen Räumen und die Aula. Die ist wohl vergangene Woche erst fertig gestellt worden.“ In den vergangenen Jahren war das Johannes-Sturmius-Gymnasium, das früher „Städtisches Gymnasium Schleiden (SGS)“ hieß, umfassend saniert worden.

Das Feuer richtete einen Millionenschaden an. Foto: Gudrun Klinkhammer

Schulleiter Georg Jöbkes war vor Ort. Er war noch in der Nacht informiert worden und direkt zum Unglücksort geeilt. „Mist" war sein erster Gedanke.

Helfer kochen Kaffee

Eine erste Anlaufstelle für alle Betroffenen wurde im Restaurant „Mayer's“ an der Blankenheimerstraße eingerichtet. Dort trafen sich Schüler, Lehrer und Seelsorger sowie Eltern und Angehörige. „Ein Schulunterricht ist bis auf weiteres nicht möglich“, sagte ein Polizeisprecher. Schulleiter Jöbkes bat Eltern, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken und sie zu Hause zu betreuen.

Markus Mayer, der mit seiner Familie das Restaurant führt, das nur wenige Meter von der Schule entfernt liegt, wollte nachts gerade ins Bett gehen, als er den Feuerschein am Himmel erblickte, ebenso wie herannahendes Blaulicht. Zunächst konnte er den hellen Brandherd nicht orten. Dann sei ihm klar geworden: „Oh, das ist das Städtische.“ Sofort begannen er und seine Familie, zu helfen, Kaffee zu kochen und einen wärmenden Anlaufpunkt für die Betroffenen zur Verfügung zu stellen.

Mit offenem Mund verfolgten viele Schüler und Schleidener hinter den rot-weißen Absperrbändern das Unglück. Die Trauer um das abgebrannte Gebäude ist groß, der Schock sitzt den Bürgern tief in den Gliedern.

Bundesstraße 256 stundenlang gesperrt

Betroffen vom Brand sind 460 Schüler und 40 Lehrer. Georg Jöbkes und die Stadtverwaltung überlegen nun, was zu tun ist, die Entscheidung war am Freitag noch nicht gefallen. Ob Unterrichtsräume weiter genutzt werden können oder die Schüler und Lehrer komplett in eine Ausweichmöglichkeit ziehen müssen, das wird derzeit noch beraten.

Die Schulleitung und das Sekretariat sollen vorübergehend ins Rathaus wechseln. Da in den höchsten Jahrgangsstufen Klausuren anstehen, sollen die Schüler Mitte nächster Woche ins Schleidener Schulzentrum ziehen und dort den Unterricht wieder aufnehmen.

Aufgrund der Löscharbeiten war die Bundesstraße 265 (Blumenthaler Straße) in der Nähe der Schule zwischen dem Kreisverkehr und der Straße Holgenbach für mehrere Stunden gesperrt.

(gkli/dpa)