Simmerath: Fernwärme soll nicht zwingend vorgeschrieben werden

Simmerath: Fernwärme soll nicht zwingend vorgeschrieben werden

Jetzt geht es Schlag auf Schlag bei der Vermarktung der 52 Baugrundstücke auf dem Gelände der ehemaligen Josef Jansen-Sportstätte in Simmerath. Der Entwurf für einen Bebauungsplan wurde bereits vorgestellt und beschlossen. Als nächster Schritt erfolgt nun der Abriss von alter Schwimmhalle und Turnhalle.

Sobald es die Witterung zulässt, soll damit im nächsten Jahr begonnen werden. Gleichzeitig soll auch im Frühjahr 2013 mit der Erschließung begonnen werden. Dies ist auch dann der Zeitpunkt für die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Simmerath GmbH aktiv die Vermarktung der Parzellen einzusteigen.

Sobald der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hat, startet der Verkauf. An Interessenten, so deutet die Verwaltung die bisherige Nachfrage, werde es nicht mangeln. Entstehen sollen zwischen Sportplatz- und Lohmühlenstraße 40 Einfamilienhäuser, 10 Doppelhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser. Dafür stehen Ingesamt 27000 Quadratmeter Baulandfläche zur Verfügung.

In seiner zurückliegenden Sitzung legt der Hochbauschuss jetzt die Verkaufbedingungen für die Grundstücke fest. Demnach wurde der Verkaufpreis bei Einfamilien- und Doppelhausgrundstücken auf 115 Euro je Quadratmeter bzw. auf 125 Euro für Mehrfamilienhausgrundstücke festgesetzt. Hinzuzurechnen ist noch jeweils der Kanalanschlussbeitrag sowie 1500 Euro Pauschale für den Kanalhausanschluss und noch einmal 1500 Euro für die Grundstücksvermessung.

Der der Verkaufpreis verringert sich entsprechend, wenn die Richtlinien zur Förderung von familienfreundlichem Bauen in der Gemeinde Simmerath angewendet werden können.

Laut aktueller Bodenrichtwert-Tabelle liegen die Quadratmeterpreise im Zentralort Simmerath bei 90 Euro (für Wohnlagen ohne Geschäftszentrum) und 125 Euro für Grundstücke in zentraler Lage mit Geschäftszentrum). Der Bodenrichtwert geht dabei von 40 Meter Grundstückstiefe aus, im neuen Wohngebiet Sportplatz beträgt sie aber nur 30 Meter.

Eine längere Diskussion im Ausschuss verursachte die Thematik der Energieversorgung des neuen Wohngebiet. Siegfried Peeters (SPD) bemängelte, dass bei Grundstücksgrößen von 450 Quadratmetern bestimmte Energieträger wie Flächenkollektoren oder Wärmepumpen ausgeschlossen seien. Daraufhin erläuterte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, dass der Käufer hierauf Einfluss nehmen, indem er ein größeres Grundstück (bis zu 700 Quadratmeter) erwerbe.

Kritik übte er am in der Nähe befindlichen Heizkraftwerk (HKW) Simmerath, dessen Geschäftsführer erklärt hatte, dass man zwar grundsätzlich an einer Versorgung interessiert sei, aber nur dann, wenn die Gemeinde die Grundstückserwerber vertraglich verpflichte, die Fernwärme des HKW anzunehmen.

Auch mit der EWV ist Gemeinde zwecks Gasversorgung des Gebietes in Kontakt getreten. Die EWV erklärte nun ihrerseits, dass sie nur dann Gasleitungen in der Gebiet verlege, wenn nicht gleichzeitig Fernwärme angeboten werde.

Auch Stephan Weber (UWG) zeigte „kein Verständnis“ für die Haltung des HKW, „das mit der Forderung nach Allein-Vermarktung eine Chance vergibst.“

Auch Klaus Stockschlaeder (Grüne) sah diese „Ungeschicklichkeit“, meinte aber dennoch, dass man im Wohngebiet Sportplatz als „singulärer Fall“ die Abnahme der hier vorhandenen Fernwärme verpflichtend festlegen sollte.

Ausschussvorsitzender Jens Wunderlich verwies darauf, dass die Akzeptanz für Fernwärme in der Bevölkerung derzeit eher gering sei, während Günter Kaulen von der Verwaltung davor warnte, die Katze im Sack“ zu kaufen. Von Seiten des HKW liege keinerlei Kostenkalkulation vor; außerdem sehe in der Verpflichtung zur Fernwärme-Abnahme ein „Riesen-Vermarktungsproblem“.

So blieb der Ausschuss bei einer Gegenstimme bei seiner schon früher geäußerten Auffassung, dass für die Grundstückserwerber keine Verpflichtung zum Anschluss an das Fernwärmenetz vorgegeben wird.

(P. St.)