Monschau: Feinste Klänge in der Aukirche

Monschau: Feinste Klänge in der Aukirche

Am ersten Abend des diesjährigen Monschauer Weihnachtsmarkts gab es gleich etwas ganz Besonderes.

Der Rotary Club Monschau-Nordeifel lud zu einem Sinfoniekonzert in die Aukirche ein, die bis zum letzten Platz gefüllt war. Es mag wohl noch nicht so sehr oft vorgekommen sein, dass ein regelrechtes Sinfonieorchester in der Aukirche spielte.

Mit Staunen konnten die Zuhörer jedenfalls an diesem Abend die wundervolle Akustik der Kirche genießen, in dem die Darbietungen des „Orchesters der Hochschule für Musik Köln, Standort Aachen” unter der Leitung von Prof. Herbert Görtz zu großer Wirkung gelangte.

Das Konzert wurde von den Rotariern als Benefizveranstaltung organisiert. Der Erlös kommt vollständig der Entwicklung des Sozialpädiatrischen Zentrums der Kinderklinik der RWTH Aachen zugute.

Der Präsident des „Rotary Club Monschau-Nordeifel”, Anthony D. Harvey, dankte einleitend der Katholischen Pfarrgemeinde für die freie Nutzung der Aukirche sowie Bürgermeister Theo Steinröx, der als Schirmherr die Veranstaltung unterstützte und ebenfalls ein Grußwort sprach.

Andrea Prym vom Förderverein des Sozialpädiatrischen Zentrums erläuterte etwas näher die Ziele dieser Einrichtung für leistungsgestörte Kinder in der Aachener Kinderklinik.

Auftritt ohne Gage

Das Aachener Hochschulorchester gestaltete diesen Abend ohne eigene Gage und trug so auch zum materiellen Erfolg des Projekts entscheidend bei. Der Vortrag, von der besonderen Akustik des Raumes unterstützt, war musikalisch außerordentlich ansprechend.

Das Orchester war an diesem Abend sicherlich auch durch ein sehr dankbares Publikum motiviert, das allerdings wohl zu großen Teilen eher dem humanitären Anliegen des Abends und weniger dem musikalischen Verlauf verpflichtet war, was stellenweise zu Beifall an unpassendem Ort führte.

Gleichwohl wird jedem Zuhörer die musikalische Qualität des Dargebotenen unmittelbar zugänglich gewesen sein, zumal es sich um relativ bekannte Musikstücke handelte.

Im ersten Abschnitt des Konzerts, das der Dirigent mit nützlichen Erläuterungen einleitete, standen einige solistische Leistungen im Mittelpunkt. In dem Konzert für zwei Trompeten und Orchester in C-Dur von Antonio Vivaldi glänzten Christian Herget und Masahi Yoshida mit makellosem Ton.

Trompetenkonzert

In dem bekannten „Distelfink”-Konzert für Blockflöte und Orchester, ebenfalls von Vivaldi, spielte sich die taiwanesische Flötistin Yueh-Hung Weng ganz besonders in die Herzen der Zuhörer. Eindrucksvoll war auch das Eingangsstück, die Toccata aus Claudio Monteverdis „Orfeo”. Hier wie auch im Trompetenkonzert standen die Blechbläser im Vordergrund; diese Stücke wurden von der „zuständigen” Professorin der Hochschule, Anna Freeman, dirigiert. Deutlich zu merken war, dass die Solodarbietungen sich nicht nur in äußerer Virtuosität erschöpften, sondern dem musikalischen Gehalt ausdrucksstark gerecht wurden.

Der Dirigentenleistung von Prof. Herbert Görtz muß man großes Lob zollen. Vor allem in den spätromantischen Werken der zweiten Konzerthälfte konnte man einen ausgereiften und differenzierten Orchesterklang bewundern, der höchsten Ansprüchen gerecht wurde.

Der italienische „Klangzauberer” Ottorino Respighi, dessen 3. Suite aus „Antiche danze ed Arie” gespielt wurde, wäre mit der Darbietung seines Werkes in der Monschauer Aukirche zweifellos sehr zufrieden gewesen.

Ebenso der russische Meister Peter I. Tschaikowsky, dessen Serenade für Streichorchester wohl das in jeder Hinsicht größte Werk für diese Besetzung ist, von den Aachener Hochschülern aber bestens gemeistert wurde.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der musikalische und akustische Eindruck dieses Konzertabends sehr stark war. Zu überlegen ist, ob nicht die Aukirche zu ähnlichen Anlässen weiterhin benutzt werden könnte. Vielleicht könnte sogar das Klassik-Festival im Sommer durch vergleichbare Konzertangebote sinnvoll ergänzt werden - umso mehr, als dann das Wetterproblem ausgeschaltet wäre.

Das Aachener Hochschulorchester wäre möglicherweise sogar dankbar für eine solche Gelegenheit. Es hätte sich mit dem Konzert am Freitagabend auf jeden Fall dafür qualifiziert.