Dedenborn: Fast jeden Abend lässt sich der Uhu in Dedenborn blicken

Dedenborn: Fast jeden Abend lässt sich der Uhu in Dedenborn blicken

Der Uhu galt im ehemaligen Kreis Monschau lange Zeit als ausgerottet, nur noch der Name der Uhusley zwischen Widdau und Hammer erinnerte an das Vorkommen dieser großen Eule in unserer Heimat.

In dem Buch „Vogelfauna der Rheinprovinz“, erschienen 1905 mit einem Nachtrag von 1910, berichtet der Verfasser Otto le Roi, dass es 1850 eine Brut des Uhus auf der Burg in Monschau gegeben hat, bis 1890 soll er in Erkensruhr gebrütet haben, 1898 auch noch an der Uhusley. Im Jahre 1905 soll ein Brutpaar im Buhlert zwischen Schmidt und Strauch gelebt haben. Einer der Brutvögel wurde 1905 von Jägern erlegt. Auch in der Rureifel bei Nideggen waren die Uhus ausgestorben. Ende der 1960er- Anfang der 1970er-Jahre, wurden Uhus aus Zuchtstationen im Bereich Nideggen wieder ausgesetzt, und 1975 gelang bei Nideggen der erste Brutnachweis.

Der erste Nachweis des Uhus im alten Kreis Monschau erfolgte 1984, wo ein erschöpfter Uhu zwischen Dedenborn und Hammer gefunden wurde. Im gleichen Jahr wurde ein Uhu in Kesternich beobachtet. Im Jahr 1985 wurden rufende Uhus im Belgenbachtal und an der Funkstation in Höfen vernommen. Auch in den folgenden Jahren gab es immer wieder Einzelbeobachtungen in der Region: Forsthaus Rothe Kreuz, Witzerath, am Steling, Forsthaus Hochau, in einem Garten in Imgenbroich.

180 Zentimeter Spannweite

Im vergangenen Winter wurde mehrmals in der Eichheck bei Dedenborn-Rauchenauel ein rufender Uhu gehört, und seit nunmehr vier Wochen lässt sich ein ausgewachsener Uhu fast jeden Abend in Dedenborn beobachten. In der späten Dämmerung fliegt er geräuschlos an und lässt sich auf einem der Häuser oder auf einem nahen Felsen nieder und beobachtet die Umgebung, ob da nicht etwa eine Maus oder ein anderes Beutetier zu ergreifen ist. Vorbeifahrende Autos, Menschen auf Balkonen oder Straßen stören ihn dabei überhaupt nicht. Unbekannt ist natürlich, wo er sich tagsüber aufhält oder ob der Uhu hier in der Nähe von Dedenborn gebrütet hat.

Der Uhu ist schon ein ziemlich großer Vogel und erreicht eine Flügelspannweite bis zu 180 Zentimeter. Bei seiner Nahrung ist er nicht wählerisch: Feldmäuse, Ratten, Igel, Kaninchen, junge Hasen und Füchse, Singvögel aller Art und andere Vögel bis zur Größe eines Bussards stehen auf seiner Speisekarte. Eine Gefährdung des Uhus durch Jäger dürfte heutzutage nicht mehr bestehen. Aber Gefahr besteht durch ungesicherte Strommasten im Mittelspannungsnetz, durch Kollision im Straßen- und Schienenverkehr, durch Störungen an Brutplätzen durch Kletterer und zuletzt durch die Verschlechterung des Nahrungsangebotes in der Agrarlandschaft durch Intensivierung der Landwirtschaft.