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Monschau: Fantastische Gestalten in der City

Monschau : Fantastische Gestalten in der City

Königlicher Besuch in Monschau: Mit ihrem ganzen Hofstaat kommt die „Vergessene Königin” in die Monschauer Altstadt, um dort am 12. und 13. Juli gemeinsam mit anderen Künstlern und vielen Zuschauern das „Land-Art-Festival” zu feiern. Dann wird auf den Straßen und Plätzen der Altstadt allerhand los sein.

Da ist Vladimir, der erste Stelzengänger der Welt, der kopfüber gehen kann; da ist „Der lebendige Brunnen”, da ist die (schein)barbusige Glücksfee aus Dresden. Eine ganze „Region in Bewegung” - dafür will das Kulturfestival im Kreis Aachen sorgen.

Begonnen hat das Festival am 26. Juni in Baesweiler, seinen Höhepunkt erreicht es am kommenden Wochenende (12. und 13. Juli) in Monschau. Vernetzt ist das Festival im Nordkreis Aachen mit dem CHIO in Aachen und mit der Euregionale 2008. Initiiert wurde das Festival vom Kreis Aachen, und da von der Kulturbeauftragten Dr. Janina Mika-Helfmeier, die zugleich auch Leiterin des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) in Monschau ist.

Nonstop-Programm

Für Monschau verspricht Janina Mika-Helfmeier von 12 bis 17 Uhr ein Nonstop-Programm, zeitgleich an mehreren Plätzen, so zwischen Markt, Rurstraße und Laufenstraße und dem Roten Haus. „Die ganze Stadt wird also zur Bühne”, sagt Mika-Helfmeier, die auf die Langzeitwirkung des Festivals setzt: „Wir wollen, dass die Gäste gerne in die Region zurückkommen.”

Morgens früh um vier beginnen die Künstler und Künstlerinnen mit den Vorbereitungen, damit alle startbereit sind, wenn es jeweils um 12 Uhr mittags los geht. „Der lebende Brunnen” klingt ebenso verheißungsvoll wie „Parada Narrnia”. Für schaulustige Straßentheater-Freunde ist sicher auch das „Glücksstück” interessant - mit einer blond gelockten, (schein)barbusigen Glücksfee. Die Glücksfee, das ist Inka Arlt aus Dresden.

Das „Glücksstück” ist ein Walk Act: Für den Einwurf einer Euro-Münze in den künstlichen Busen dreht sie ihren ausladenden Rock wie ein Glücksrad. Der Zuschauer wählt sich aus den Falten ein Los aus rund 40 verschiedenen theatralen Miniaturen, aufwändig bemalt und mit Pop-Up-Techniken versehen. Die darin verborgenen Geschichten umranken die „Sehnsucht nach Glück”.

Das „Glückstück” ist auch ein Miststück. Es parodiert das Glück, veräppelt schamlos alle Träume und Begierden..

Die Begegnung mit dem niederländischen Theater „Close Act” dürfte ebenso lustig werden wie die mit Vladimir, dem ersten Stelzengänger der Welt, der auch kopfüber gehen kann. Zu den Zuschauern nach Monschau kommt der ganze Hofstaat der „Vergessenen Königin”, sie kommt mit ihren Geschichten und Bildern aus einer anderen Welt.

Denn die Artisten möchten, dass die Zuschauer mit ihnen bis ans Ende der Welt gehen und wieder zurückkommen. In Monschau sind zu sehen und zu erleben: Grotest Maru, Inka Arlt, Close Act, Vladimir, Bartels und Oko Sokolo.

Bildsprache geprägt durch Tanz

Oko Sokolo ist angelehnt an das kroatische Wort „Oko Sokolovo”, was „Falkenauge” bedeutet. Denn mit Falkenaugen betrachten und analysieren Claudia Schnürer und Ante Urs?c die Situation ihrer Protagonisten, eines Paares, das sich annähert, kennenlernt, sich streitet, sich entfremdet, umeinander und füreinander kämpft, manchmal sich selber, manchmal den Umständen erliegt, ohne die Würde zu verlieren - um endlich doch noch zueinander finden zu können.

Dies erzählt Oko Sokolo nicht mit Worten, sondern mit einer Bildsprache, geprägt durch Tanz und Zirkuskunst, facettenreich, mal gewitzt und verträumt, mal traurig und ernst, immer leichtfüßig, niemals plump und laut.

Der Eintritt zum Nonstop-Programm des Land-Art-Festivals ist frei.