Kalterherberg: Falschgeld bei der Abifete: In Kalterherberg mit „Blüten“ bezahlt

Kalterherberg: Falschgeld bei der Abifete: In Kalterherberg mit „Blüten“ bezahlt

Ob es bewusst oder unbewusst geschah, vermag (noch) niemand zu sagen. Fakt ist, dass Unbekannte die diesjährige Abiturklasse des Monschauer Gymnasiums um mindestens 200 Euro betrogen haben.

Bei der ersten sogenannten Abifete am 29. Oktober in der Vereinshalle Kalterherberg haben noch nicht bekannte Besucher Eintritt und Verzehr mit mindestens vier falschen 50-Euro-Geldscheinen und einem gefälschten Zehn-Euro-Schein bezahlt. Dies bestätigte jetzt die Aachener Polizei. Aufgeflogen waren die buchstäblich „falschen Fuffziger“, als die verantwortlichen Schüler noch in der Nacht „einen höheren Bargeldbetrag an der Sparkassen-Geschäftsstelle in Imgenbroich einzahlen wollten“, so Polizeisprecher Paul Kemen.

An der dortigen Filiale kann man rund um die Uhr nicht nur Geld abheben, sondern auch einzahlen. Als die jungen Leute zwischen 1.30 und 1.45 Uhr das eingenommene Geld in den Einzug schoben, wurden vier 50-Euro-Noten nicht als Guthaben gebucht, so der Polizeisprecher. Weitere 80 Euro in Zehn- und 20-Euro-Scheinen stufte der Automat als „fälschungsverdächtig“ ein und schrieb diesen Betrag nur unter Vorbehalt dem angegebenen Konto gut. Wie die Verantwortlichen der Abiturientia später von der Sparkasse erfuhren, befand sich darunter noch ein weiterer gefälschter Zehn-Euro-Schein.

„Falschgeld ist leider nicht erstattungsfähig, was natürlich in diesem Falle für die jungen Veranstalter sehr ärgerlich und bedauerlich ist“, sagte Achim Plaum, Sprecher der Sparkasse Aachen auf Anfrage unserer Zeitung. Das Aufkommen von Falschgeld sei in den vergangenen vier Jahren in Deutschland angestiegen, bezieht Plaum sich auf einen Bericht der Deutschen Bundesbank. Plaum: „Auch in der Region Aachen ist dieser Trend zu beobachten — der Eifelraum Monschau, Roetgen, Simmerath tritt dabei aber unterdurchschnittlich, also mit geringeren Fallzahlen, in Erscheinung“, so der Sparkassensprecher.

Die Polizei kann den Abiturienten in spe keine großen Hoffnungen machen, dass man der Betrüger habhaft wird: „Es wird sich kaum mehr nachvollziehen lassen, wo die Blüten hergekommen sind“, sagt Paul Kemen und kann nur eine Empfehlung aussprechen: „Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung ist es unumgänglich, sich grundsätzlich einen Prüfstift oder eine Prüflampe zu leihen oder zu kaufen“, rät er.

Genau das wird man nun beim Monschauer Abiturjahrgang 2017 tun, wie die Verantwortlichen ankündigten. „Auch, um Nachahmer abzuschrecken“, so die Stufensprecher Christian Bürschgens und Lisa Rombach. Schließlich werden von den Einnahmen der Abifeten nicht nur die Feierlichkeiten im nächsten Sommer finanziert, sondern soll, wenn es — wie in den vergangenen Jahren — einen Überschuss gibt, wieder ein guter Zweck unterstützt werden.

Wie man echtes von falschem Geld unterscheiden kann (s. auch Box) und was zu tun ist, wenn Falschgeld auftaucht, erfährt man bei allen Kreditinstituten und bei der Polizei. Diese nimmt auch Hinweise an, die möglicherweise auf die Herkunft der „Blüten“ schließen lassen.

(hes)