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Betrüger in Höfen: Falscher Energieberater in die Flucht geschlagen

Betrüger in Höfen : Falscher Energieberater in die Flucht geschlagen

Ein mutmaßlicher Betrüger ist beim Versuch, eine ältere Dame aus Höfen hinters Licht zu führen, aus seiner Sicht an die Falschen geraten.

„Guten Tag, Sie sprechen mit Thorsten Weidner von der Deutschen Umweltagentur. Wir möchten Sie gerne als Besitzerin einer Wohnimmobilie über die neuen Bestimmungen für Energieausweise informieren und dazu beraten. Deshalb würde ich gerne einmal vorbeikommen und Ihr Haus begutachten.“ So oder ähnlich meldete sich vergangene Woche eine freundliche männliche Stimme bei einer 86-jährigen, allein wohnenden Höfenerin. Die Seniorin ließ sich von dem Mann am Telefon tatsächlich zu einem Termin überreden, tat dann aber das einzig Richtige und informierte zwei Bekannte über den seltsamen Anruf.

„Da bin ich gleich stutzig geworden, als sie mir davon berichtete“, erzählt der Bekannte der 86-Jährigen aus Eicherscheid, der darum bat, alle Beteiligten nicht namentlich zu nennen. Er selbst hat in dem Haus in Höfen früher gelebt und weiß, „dass das ein altes Haus ist, wo man großen Aufwand betreiben müsste, um es energetisch auf den Stand der Zeit zu bringen“, sagt er und fügt hinzu: „Das möchte die alte Dame aber aus verständlichen Gründen nicht mehr.“

Ein Anruf beim Ordnungsamt der Stadt Monschau ergab, dass der Herr von der vermeintlichen Umweltagentur seine zweifelhaften Dienste auch schon anderen Bürgern angeboten hatte, die sich dann ebenfalls bei der Stadt erkundigt hatten, ob das denn so seine Richtigkeit habe. „Uns war klar, dass da etwas faul ist; wir wollten uns den feinen Herrn aber trotzdem mal anschauen, natürlich mit der gebotenen Vorsicht“, erzählt der Eicherscheider, der noch einen weiteren Bekannten der alten Dame, der die Einkäufe für sie erledigt, hinzuzog.

Im Haus der Höfenerin wartete man gemeinsam auf den Besucher, und tatsächlich stand dieser dann pünktlich zum vereinbarten Termin vor der Haustür. Er habe heute hier einen Termin, meinte der angebliche Energieberater und zeigte nach Aufforderung einen Dienstausweis, auf dem unter dem Begriff „Deutsche Umweltagentur“ der Name „Thorsten Weidner, Energieberater“ zu lesen war.

Ob er denn auch nachweisen könne, dass dies sein echter Name sei, wollten die beiden Männer vom Besucher wissen, doch der winkte ab. Der Personalausweis sei in seinem Auto und das habe er recht weit entfernt geparkt, meinte der Mann, der sichtlich überrascht war, seine „Kundin“ nicht allein anzutreffen. Die beiden Bekannten der 86-Jährigen hatten allerdings schon vor dem Termin beobachtet, dass das Auto des angeblichen Energieberaters, ein Skoda mit Kölner Kennzeichen, am Kindergarten, also ganz in der Nähe, abgestellt worden war.

In ruhigem Ton machten die beiden Männer dem Gast klar, „dass das hier ein altes Haus ist, für das ein Energieausweis mit Sicherheit keinen Sinn macht“. Der angebliche Thorsten Weidner machte daraufhin keine weiteren Anstalten, seine Masche fortzusetzen und bemerkte lapidar: „Dann hat sich unser Termin wohl erledigt“, sprach‘s und verschwand.

Man habe über eine Bekannte bei der Polizei anschließend nachgefragt, ob es sinnvoll sei, den mutmaßlichen Betrüger anzuzeigen, erhielt aber die Antwort: Es ist ja nichts passiert, was zur Anzeige gebracht werden könnte. „Es ist nichts passiert, weil wir da waren. Aber wer weiß schon, ob der Typ mit seiner dubiosen Masche andere ältere Menschen hereinlegt?“, fragt sich der Eicherscheider. Deshalb wolle man mit der Veröffentlichung des Falles in Höfen die Menschen in der Eifel davor warnen, sich auf solche Betrugsversuche einzulassen.

Auch die Polizei rät besonders älteren Menschen dringend davon ab, am Telefon Daten preiszugeben, oder besondere Vorsicht walten zu lassen, wenn bei Werbeanrufen Besuchstermine vereinbart werden sollen. „Lassen Sie niemals fremde Menschen in Ihre Wohnungen und vertrauen Sie sich, Vertrauenspersonen oder der Polizei an!“, rät auch die Aachener Polizei. Häufig sei das Ziel dieser Leute, in die Wohnungen zu kommen. „Nicht selten ist es in der Vergangenheit zu Straftaten, meist Diebstählen, gekommen. Ein gesundes Maß an Misstrauen gegenüber solchen Angeboten ist angebracht. Mit einem Anruf bei dem Unternehmen, das angeblich den Auftrag zu einem Angebot erteilt hat, verschafft man sich zusätzliche Sicherheit“, empfiehlt die Polizei.

Auch die Polizei berichtet von vermehrten Anrufen in letzter Zeit, in denen Unbekannte Energie- oder Sicherheitsberatungen anboten und so die Energiekrise ausnutzen wollen. Durch geschickte Gesprächsführung nehmen die Angerufenen den Termin an und erhalten Besuch von unseriösen „Beratern“. Hierbei werden dann Renovierungsarbeiten und Ähnliches vermittelt, die überteuert in Rechnung gestellt werden.

Die Polizei empfiehlt bei solchen Anrufen: „Lehnen Sie diese Termine grundsätzlich ab und lassen Sie die vermeintlichen Berater nicht ins Haus oder Ihre Wohnung. Wenden Sie sich bei Reparaturbedarf oder geplanten Renovierungsarbeiten an seriöse, ortsansässige Unternehmen oder an die Verbraucherberatung.“