Kommentar zu „Silent Rider“: Es geht um die Gesundheit und ums Geld

Kommentar zu „Silent Rider“ : Es geht um die Gesundheit und ums Geld

Freiheit! Wenn es um ihr Hobby geht, sind Biker meist nicht um große Worte verlegen. Dabei wird schnell übersehen, dass in einem am Gemeinwohl orientierten Staat die Freiheit des einzelnen grundsätzlich dort endet, wo die Interessen anderer massiv verletzt werden.

Um nichts anderes geht es in diesem Dauerkonflikt, der mit „Silent Rider“ nun endlich lautstark thematisiert wird. Denn wer entlang der üblichen Motorradrouten in der Eifel wohnt, der leidet vor allem an warmen Wochenenden unter teils infernalischem Lärm. Dass der krank machen kann, ist hinlänglich bewiesen. Warum sollen so viele unter dem Freizeitvergnügen weniger leiden? Das ist tatsächlich nicht einzusehen. Es gibt kein Recht auf Krach.

Die Bürgermeister der an „Silent Rider“ beteiligten Kommunen sorgen sich zu Recht auch um den Tourismusstandort Eifel. Sicher, es gibt einige spezialisierte Gastronomen, die an den Bikern nicht schlecht verdienen. Das Gros der Touristen sucht in der Eifel allerdings Ruhe, Natur und Erholung. Diese Menschen möchten sich in ihrer Ferienwohnung nicht so fühlen, als seien sie gerade an einer Rennstrecke abgestiegen.

Deshalb ist es wichtig, dass das Bündnis gegen die Raser und Heizer auf eine möglichst breite Basis gestellt wird und sich zum Beispiel auch die Stadt Monschau an der Kampagne beteiligt. Denn dieses Thema wird in den großen Städten kaum wahrgenommen. Dort dominieren andere Debatten.

Und wer auf europäischer Ebene gehört werden will, der muss umso besser vernetzt sein. Deshalb kann man „Silent Rider“ nur einen durchschlagenden Erfolg wünschen – im Sinne und Interesse aller.

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