Roetgen: Erstmals verliehener Preis geht an „ne echte Rüetscher Jong“

Roetgen: Erstmals verliehener Preis geht an „ne echte Rüetscher Jong“

Rolf Vogel, „ne echte Rüetscher Jong“, von denen es heute nicht mehr allzu viele gibt, stand jetzt im Mittelpunkt einer Feierstunde, zu der sich auf Einladung des Heimat- und Geschichtsvereins (HeuGeVe) im Hause von Werner Cosler zahlreiche Heimatfreunde eingefunden hatten.

Anlass war die erste Verleihung des „HeuGeVe“-Preises 2016. Der HeuGeVe-Preis besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil enthält ein in Glas gefasstes Laserfoto mit einem Roetgener Motiv, das mit einer Urkunde an den Preisträger überreicht wurde. Der zweite Teil besteht in der Pflanzung eines Baumes im Roetgener Wald mit einem Hinweis auf den Preisträger sowie dem Zweck und dem Jahr der Preisverleihung.

Vorsitzender Dieter Fischer sagte zur Begrüßung treffend: „Ein Vogel ist heute der Star!“ Und das war kein geringerer als Rolf Vogel, der unter starkem Beifall vom HeuGeVe-Vize Franz Schroeder die hohe Auszeichnung erhielt. Fischer wandte sich dem Preisträger zu und attestierte ihm, dass dieser Tag ihm und seinem Tun gewidmet sei. „Unser aller Respekt und Bewunderung gilt heute Dir“, machte der Vorsitzende deutlich. Vogels Engagement für Roetgen, das Interesse als Gründungsmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins sowie für acht Jahre Vorstandsarbeit seien Grund genug, diese Arbeit als „vorbildlich“ zu bezeichnen.

Verantwortungsgefühl für das Dorf Roetgen und die schöne Eifel würden in seinem Film über Roetgen zum Ausdruck gebracht, hieß es. In ihrer vorzüglichen Laudatio auf den neuen Preisträger hatte Helga Giesen zahlreiche Stationen, starkes Engagement und Einsatz zum Wohle der Heimat aufgelistet. Wenn man Vogels Verdienste um Roetgen würdigen wolle, komme man nicht umhin, auch den Eifelverein zu nennen, der ihm seit mehr als einem halben Jahrhundert am Herzen liege. 1961 sei Vogel zusammen mit Herbert Steffens und Gottfried Giesen Mitbegründer dieses Vereins gewesen.

Der „echte Roetgener“, 1937 im Kloster geboren, sei mit seiner Clique voll in das dörfliche Leben der 1950er- und 1960er-Jahre eingebunden gewesen: vom Kirchgang bis zum Kickerspiel in der Kneipe, von Karneval bis Kirmes oder dem Wandern in der Natur, „damals noch im Sonntagsanzug mit Hemd und Krawatte“, lachte Giesen. Unvergessen ist Vogels Zeit im Roetgener Karneval als Aktiver auf der Bühne, ab 1963 bekannt als das Trio „Die drei Halbstarken.“

Rolf Vogel habe in seinem Film 2009 über das Leben in Roetgen im Jahresablauf berichtet, ab 2005 hielt er auf seinen Streifzügen durch den Ort und die Umgebung zunächst Gebäude und Denkmäler, ganze Straßenzüge und Landschaften fest. Vogel und Steffens seien 2012 mit der goldenen Verdienstnadel des Eifelvereins ausgezeichnet worden, schloss Helga Giesen unter Beifall.

„Ich weiß nicht, ob mir dieser Preis überhaupt zusteht“, fragte Rolf Vogel in die Runde. Es sei eine große Ehre, als Erster diesen Preis zu bekommen. „Ihnen allen gehört mit ein Stück dieses Preises“, sagte der Preisträger.

„Der HeuGeve blickt zurück, aber auch nach vorne“, stellte Bürgermeister Jorma Klauss fest und bescheinigte dem Verein großes Engagement für die Gemeinde.