Nordeifel: Erste Adressen für Seefahrer und Landratten

Nordeifel: Erste Adressen für Seefahrer und Landratten

Seit einigen Tagen schieben sie wieder über den See, die „Aachen und die „Stella Maris”, die „St. Nikolaus” und die „Eifel” - die vier Schiffe der Rurseeschifffahrt. Nach dem langen Winter wurde die „weiße Flotte” wieder auf Hochglanz gebracht, doch auch an den Anlegestellen der Rurseeschifffahrt hat sich einiges getan.

Drei gastronomische Betriebe in den „Häfen” der Eifelflotte haben in den vergangenen zwei Jahren jeweils hohe siebenstellige Beträge in aufwendige Sanierungen investiert, um sich fit zu machen für die touristische Zukunft im Nationalpark Eifel.

„Diese drei Betriebe haben touristische Weitsicht bewiesen”, sagt Wilfried Huppertz aus Eicherscheid, der als Architekt alle drei Objekte geplant hat. Und fast noch wichtiger sei in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten, dass mit allen drei Maßnahmen „in größerem Umfange Arbeitsplätze für die Region geschaffen und bei den Bauvorhaben fast ausschließlich Baufirmen der Region beschäftigt” worden seien, so der Diplom-Ingenieur.

Einen markanten Umbau hat Wilfried Huppertz bereits vor rund drei Jahren für das Hotel Seemöwe an der Anlegestelle in Einruhr geplant. Wohl jedem, der von Simmerath kommend hinunter nach Einruhr oder in den Oberseeort hinein fährt, springt der große gläserne Verbindungstrakt zwischen den beiden Gebäudeteilen des Hotels Seemöwe ins Auge.

„Die Aufgabenstellung lautete, die beiden Gebäudeteile zu verbinden, da bis dahin die Gäste außen herum gehen mussten, um beispielsweise im anderen Haus ihre Mahlzeiten einzunehmen”, erinnert sich Wilfried Huppertz an den Auftragsbeginn im Jahr 2005.

Die Grundsubstanz des Hotels an exponierter Stelle blieb zwar erhalten, äußerlich aber erinnert heute kaum noch etwas an die alte Seemöwe. Und das liegt nicht nur am gläsernen, rund geschwungenen Treppenhaus mit vorgelagertem Aufzug. Dach und Fenster, Gauben, Eingang und Balkon - alles ist neu, das stolze Hotel ist ein echter Blickfang.

Herrlicher Blick auf den See

53 Zimmer mit 101 Betten bieten Irmgard und Günther Wollgarten im „runderneuerten” Hotel an, 226 Sitzplätze innen und weitere 120 auf der Terrasse stehen für die Gäste zur Verfügung. „Und kostenlose Parkplätze für die Gäste”, betont Günther Wollgarten mit Blick auf den kostenpflichtigen großen Parkplatz der Gemeinde, der direkt vor der Seemöwe liegt. 25 Arbeitsplätze - inclusive der Aushilfen - bieten Hotel und Restaurant zur Saison an, die vor einigen Tagen angelaufen ist.

Wer mit dem Schiff Einruhr verlässt und den Nachbarort Rurberg erreicht, dem fällt beim Gang über den Damm gleich das nächste Objekt ins Auge, das in neuem Glanz erstrahlt. Gleich an der Anlegestelle am Seeufer in Rurberg liegt das Café Henn und lädt die Gäste nach Verlassen der Schiffe aus Richtung Schwammenauel nicht nur zu Kaffee und Kuchen ein.

75 Plätze bietet das Haus von Rainer Henn innen, die kleine Terrasse hat noch mal 25 Plätze und bietet einen herrlichen Blick auf den See. Auch hier kann man übernachten: Die 17 Betten bei Familie Henn werden zur Hauptsaison sicherlich meist belegt sein, liegt das Café Henn direkt am Ufer des Rursees und einen Steinwurf vom Nationalparktor entfernt doch bestens als Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark und das Rursee-Umland.

Das Hauptgeschäft für Rainer Henn, der sechs Festangestellte und bis zu 15 Aushilfen beschäftigt, aber ist das Café, das von der hauseigenen Konditorei mit Leckereien versorgt wird.

Letzte Station der kleinen Rundreise mit der Rurseeschifffahrt ist der Seehof in Schwammenauel, und da kann man eigentlich kaum noch von Sanierung oder Renovierung sprechen.

Das Ehepaar Heuken hat das heruntergekommene Hotel, dessen Blütezeit schon über 30 Jahre zurückliegt, vor etwa zwei Jahren erworben und in den letzten knapp sechs Monaten zu einem wahren Diamanten am Rursee geschliffen. An diesem Osterwochenende eröffnet das Vier-Sterne-Hotel und wird künftig 66 Betten in 35 Zimmern verschiedener Kategorien (ab 55 Euro/Nacht) belegen können.

Teil des Konzepts sind zudem ein Restaurant, das allerdings nur abends geöffnet ist, sowie ein Restaurantbereich für Wanderer und eben die Passagiere der Rurseeschifffahrt, die ebenfalls seit elf Jahren im Besitz der Familie Heuken ist.

Die Qual der Wahl

Und so haben die Gäste an diesem Osterwochenende die Qual der Wahl, wenn sie das verheißene schöne Wetter für eine Schiffstour nutzen. Denn wo immer man anlegt nach der Fahrt auf dem Rursee warten touristische Betriebe, die nicht gejammert oder abgewarter haben, wie sich das Gastgewerbe am Rursee entwickelt, sondern die angepackt haben und optimistisch nach vorne schauen.