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Eifelfußball: Erst Derby, dann Topspiel im Sportpark

Eifelfußball : Erst Derby, dann Topspiel im Sportpark

Während in der Kreisliga A Spitzenreiter TV Konzen am Sonntagnachmittag Inde Hahn zum Topspiel erwartet und auf Schützenhilfe des TuS Lammersdorf hofft, enden vier Stunden zuvor an gleicher Stelle die Eifeler Derbywochen in der B-Liga.

Kreisliga A

Da muß auch Tim Ziemons grinsen. Auf die Frage, ob der TuS Lammersdorf noch hundert Konzener Zuschauer als „Fans on Fire“ in Bergrath brauchen könnte, wehrt der TuS-Trainer breit lächelnd ab. Denn im Spiel zwischen dem Tabellenzweiten Falke Bergrath und dem 13. aus Lammersdorf geht es für beide um viel. Man könnte fast sagen, um 6 Punkte. Bergrath hechelt dem TV Konzen hinterher, Lammersdorf muss aufpassen, dass man die Distanz zu den Abstiegsplätzen nicht kleiner werden lässt. Vor diesem Hintergrund fordert der Lammersdorfer Coach Tim Ziemons dann auch ganz klar: „Es wird Zeit, dass wir auswärts endlich mal ein besseres Gesicht zeigen“. Das könnte man dadurch erreichen, „wenn wir möglichst lange die Null halten“, gibt Ziemons seinen Leuten mit auf den Weg.

Noch unmissverständlicher formuliert der Trainer seine Ansprache, in dem er sagt: „Wenn wir so wie in den letzten Spielen auswärts auftreten, sollten wir am besten zu Hause bleiben“. Dabei bezieht sich der Coach unter anderem auf das Spiel in Richterich. Dort handelten sich die Lammersdorfer ein „harsches“ 1:5 ein. Trotz der Höhe der Pleite führt er an, „im Grunde war unser 1:3 danach in Jöris gar nicht mal so schlecht. Aber wir sind dort bilderbuchmäßig ausgekontert worden“.

Zur letzten Mannschaftssitzung zeigte der Trainer seinen Akteuren dann auf, „wie man gerade auswärts nicht spielen sollte“. Schließlich bietet der Gastgeber mit der Angriffsreihe Schönen, Özsan und Bal eine bärenstarke Offensive auf. Gerade der ehemalige Rotter Ihsan Bal kommt mit sehr viel Landesligaerfahrung in Bergrath zum Einsatz. Tim Ziemons: „Okay, eine sogenannte Übermannschaft, wie das im letzten Jahr mit Teutonia Weiden der Fall war, haben wir in dieser Saison jetzt nicht. Aber das ist schon feinste Qualität, was Bergrath dort in den Reihen hat.“

Ein paar Verletzungsprobleme im Kader drücken den TuS-Trainer aber auch. „Ich denke, dass wir drei, vier Leute aus dem Kader streichen müssen. Aber wir werden immer noch genügend Leute an Bord haben“. Auch, um den Gegner in Verlegenheit zu bringen? „Das wird sich zeigen.

Eins will Stefan Carl gar nicht von der Hand weisen. Man hofft, dass es am kommenden Spieltag Schützenhilfe aus der Nachbarschaft gibt. Carl, Trainer des A-Ligisten TV Konzen, hat mit seinen Jungs selbst eine schwierige Aufgabe zu lösen. Aber dennoch schaut man auch zum TuS Lammersdorf. Während der TV als Tabellenführer den Aufsteiger FC Inde Hahn empfängt, muss Lammersdorf beim ärgsten Konzener Verfolger Falke Bergrath antreten. Das Pikante an der Geschichte: Alle Vier brauchen die Punkte dringend. Denn auch Hahn kann neben Konzen und Bergrath noch Herbstmeister werden und als Tabellenführer überwintern.

„Unser Minimalziel ist es, den Vorsprung von mindestens drei Zählern gegenüber Bergrath mit herüber zu nehmen“, blickt Stefan Carl in die nähere Zukunft. Dazu muss man natürlich erst die eigenen Hausaufgaben machen. Im Pokalwettbewerb hat der TV die „Hähne“ zuletzt mit 3:1 besiegt. Dazu brauchte man aber nach Aussagen von Stefan Carl schon einen mittleren Kraftakt. „Die erste Halbzeit lief seinerzeit nicht so gut für uns“, hat der Coach noch im Kopf. Erst nach dem 0:1-Weckruf kam der TV sichtlich in Fahrt und drehte nach einer sehr guten zweiten Halbzeit das Spiel noch.

Diesmal soll es anders laufen. Wie zuletzt gegen Berger Preuß – als man einen 7:1-Kantersieg nach Hause fuhr –, will der TV hoch konzentriert ins Spiel gehen. Da hatten die Konzener Schützen bereits nach 45 Minuten einen 6:0-Vorsprung aufgebaut. „Da war ich selbst vom konzentrierten Auftraten meiner Mannschaft überrascht“, beschrieb der Trainer seine eigene Gefühlslage.

„Wir sind jetzt seit dem 2. Oktober an der Spitze. Nun wollen wir diese auch ins nächste Jahr mitnehmen und dann mal sehen was dabei herumkommt“, gibt Carl vor den Feiertagen aus.

Mit einem „Augenzwinkern“ betrachtet, verfolgt er aber nicht nur die Ereignisse im benachbarten Lammersdorf. Er sieht auch nach Katar. Wer macht’s dort am Ende? „Ich würde mal sagen, Brasilien! Und hoffe, dass Deutschland die Vorrunde übersteht.“

Kreisliga B

Zwei Spiele bleiben der Zweiten des TV Konzen noch Zeit, es den Jungs aus der Ersten gleich zu tun. Der B-Ligist könnte bei günstigstem Lauf noch Tabellenführer der Liga werden. Vier Punkte Rückstand und eine weniger gespielte Partie weist die Mannschaft von Trainer Matthias Kaulartz gegenüber Tabellenführer Germania Freund auf. Während Letztere beim VfL 05 Aachen antreten müssen, trägt der TV das Derby gegen Mützenich aus.

Dazu heißt es dann auch, früh wach (und fit) zu sein, denn die Begegnung wird bereits um 11 Uhr angepfiffen. Vor der Feiertagsruhe am vergangenen Sonntag verschafften sich die Leute von „Mattes“ Kaulartz noch ein üppiges Erfolgserlebnis. Im Derby gegen Höfen/Rohren/Kalterherberg warteten sie mit einem 5:0 auf. Markus Roder, Marius Rombach, Jan René Humpert, Tim Damerau und Tobias Jakobs „zerlegten“ die Gäste auf Konzener Boden. Ein verschossener Handelfmeter verhinderte das halbe Dutzend. Trotz aller Torfreude bei seinen Jungs und auch bei sich selbst ist der Meistertitel bei der „Zweiten“ offenbar kein Thema. „Das Rennen wird Freund machen“, ist sich der Coach sicher.

Auf das HöRoKa-Spiel nochmals fokussiert, sagt Kaulartz: „Das Spiel gegen die SG war schon ein besonderes für mich. Ich bin gebürtiger Rohrener und deshalb war das für mich auch etwas emotionaler“, bekennt der jetzt in Konzen dienende Fußballer.

Ganz stolz ist er, dass seine Mannschaft zusammen mit Freund und Roetgen die derzeit beste Abwehrreihe in der Liga vorweist. Aber ihn wurmt ein bisschen, dass „wir von insgesamt drei Niederlagen zwei sehr unglücklich bezogen haben“. Über die dritte mag man nicht mehr sprechen. „Unsere Pleite gegen Nordeifel war völlig verdient. Da waren wir ein Haufen von Totalausfällen“.

Ins Derby gegen Mützenich wollen die TVler „sehr selbstbewusst gehen“. Kaulartz: „Wir haben vergangene Spielzeit in der Rückrunde dort 1:3 verloren. Jetzt möchten wir uns revanchieren“. Das wird man allerdings ohne die Langzeitverletzten Gino Stiel und Freddy Barbor versuchen.

Ausgeglichene Derbybilanz

Wenn der Grundsatz „jeder kann jeden schlagen“ irgendwo gilt, dann in den Nordeifelderbys der Kreisliga B. Denn sowohl Konzen und Roetgen als auch Höfen/Rohren/Kalterherberg und Nordeifel haben in den bislang sieben Lokalvergleichen an den letzten fünf Spieltagen mindestens je einmal gewonnen und einmal verloren. Die beiden letztgenannten Teams haben dabei eine leicht negative Bilanz (1 Sieg, 2 Niederlagen), Konzen II (2 Siege, 1 Niederlage) und Roetgen II (2 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage) eine leicht positive. Nur der TuS Mützenich kommt bisher auf nur ein Derby, welches am vergangenen Spieltag 2:2 gegen Roetgen II endete. Mit den beiden anderen Lokalduellen startet der TuS dann nach der Winterpause Anfang März ins Fußballjahr 2023.