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Eicherscheid: Entlassfeier der Förderschule Nordeifel: Abschlüsse mit guten Perspektiven

Eicherscheid : Entlassfeier der Förderschule Nordeifel: Abschlüsse mit guten Perspektiven

Die Entlassfeier an der Förderschule Nordeifel in Eicherscheid war für die Abschlussklasse der krönende Höhepunkt nach einer einwöchigen Klassenfahrt nach Ostkapelle. Entlassen wurden acht der elf Schülerinnen und Schüler der Klasse 10, die von Charlotte Rebière geleitet wurde. Drei Schülerinnen und Schüler verbleiben ein weiteres Jahr an der Förderschule Nordeifel mit dem Ziel, einen Hauptschulabschluss zu erlangen.

Nicht zuletzt durch die intensive Berufsvorbereitung an der Förderschule wurden für die Schülerinnen und Schüler individuelle Anschlussperspektiven gefunden. Während zwei von ihnen ein Förderungsberufskolleg in Aachen besuchen werden, fanden fünf ihren Platz in einem lokalen Unternehmen. Eine Schülerin wird das Berufskolleg in Simmerath besuchen. Außerdem nahm ein Schüler erfolgreich am zentralen Prüfungsverfahren teil und erwarb den Hauptschulabschluss.

Das Motto der Abschlussklasse „Egal was kommt, es wird gut sowieso“ zog sich wie ein Roter Faden durch die Feier in der Turnhalle der Förderschule, deren Zukunft noch nicht abschließend geklärt ist. Eigentlich sollte die Förderschule am Standort Eicherscheid schon in diesem Jahr auslaufen, aber nach dem Regierungswechsel im Mai 2017 in Düsseldorf taten sich plötzlich wieder neue Chancen für den Erhalt der Schule auf, die auch vom Schulverband Nordeifel umgehend ergriffen wurden.

Zurzeit besitzt die Schule aber nur ein weiteres Jahr Bestandsgarantie. Für das neue Schuljahr verzeichnet die Förderschule circa 25 Anmeldungen, im kommenden Schuljahr würden dann in Eicherscheid insgesamt circa 45 Kinder unterrichtet. „Wir sind im Aufbruch und hoffen, dass dieser im kommenden Jahr nicht ausgebremst wird“, sagte Schulleiter Robert Knauff.

Er zeigte sich vom Motto der Abschlussklasse beeindruckt und erklärte, dass er sich die Schülerinnen und Schüler zum Vorbild nehmen möchte. Sie seien schließlich junge selbstbewusste Menschen, die davon sprechen, dass ihnen nichts passieren könne, und die ihr Schicksal auch in die eigene Hand nehmen. „Ich bin froh, dass das heute hier nicht die letzte Abschlussfeier sein wird. Alles wird gut sowieso“, sagte Knauff.

Nach einem ökumenischen Wortgottesdienst, der von Pfarrer Volker Böhm und Gemeindereferent Sven Riehn gehalten wurde, hatte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns das Wort. Auch nach der Schulzeit würden die Absolventen nicht einfach allein gelassen. „Das ist unersetzlich und zeichnet diese Schule aus“, betonte Hermanns und ermunterte die Schülerinnen und Schüler, ihren Weg zu gehen.

Entscheidung bis 10. Juli

Der Bürgermeister, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Förderschulverbandes ist, berichtete von einem Gespräch mit NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Er rechne damit, dass in den nächsten zehn Tagen eine Entscheidung mitgeteilt werde. „Ich bin zuversichtlich, dass die kleinen Förderschulen eine Chance erhalten werden“, erklärte Hermanns. Er habe die Hoffnung, „dass alles gut wird“, schließlich sei die Schule für die Region unersetzlich.

Gestaltet wurde die Abschlussfeier mit Sketchen, Liedern, einer Foto-Show und einem lustigen Quiz mit Schülern und Lehrern als Kandidaten. Bevor die Absolventen ihre Abschlusszeugnisse überreicht bekamen, erinnerte Schulsprecherin Joanna Behlke in einer emotionalen Rede an besondere und aufregende Momente. „Danke, dass Ihr uns beim Erwachsenwerden unterstützt habt“, sagte sie allen, die die Abschlussklasse auf ihrem Weg begleitet hatten, und den Mitschülern rief sie zu: „Wir werden Euch alle nicht vergessen!“

(ag)