Höfen: Empfang am Nationalparktor: Landtagspräsident Uhlenberg in Höfen

Höfen: Empfang am Nationalparktor: Landtagspräsident Uhlenberg in Höfen

Eckhard Uhlenberg war nicht zum ersten Mal in Höfen, über das besondere Verhältnis der Bewohner zur Thujahecke musste der Landtagspräsident sich dennoch aufklären lassen. „Friedhofspalmen” lautete das wenig schmeichelhafte Etikett, das Monschaus Bürgermeisterin Magga Ritter dem Gewächs aufdrückte.

Beugt dieses sich im Winter der Last des Schnees, so Ortsvorsteher Peter Theißen, richtet es sich anschließend nicht etwa wieder auf, sondern hängt schlapp und unansehnlich vor sich hin.

Ganz abgesehen davon, fiel Landtagskandidat Axel Wirtz ein weiteres Attribut ein, sei die Thujahecke in unseren Breiten ortsfremd. Darum bemüht Höfen sich bekanntlich darum, die Thujahecken gegen Buchenhecken auszutauschen, 400 Meter davon sind zuletzt entstanden. „Ein geschlossenes Ortsbild” erhofft der Ortsvorsteher sich von der Initiative.

Am Montag durfte Theißen den Präsidenten des aufgelösten Landtags (CDU) am örtlichen Nationalparktor empfangen. Und sechs Tage vor der Landtagswahl signalisierten die Christdemokraten Einträchtigkeit und Geschlossenheit. 400 Meter frische Buchenhecke machten es ja schließlich gleich im Ort vor, wenn auch in Grün und nicht in Schwarz.

Aber um politische Farben oder gar den Wahlkampf sollte es am Nationalparktor ja eigentlich gar nicht gehen, sondern um den Förderverein Golddorf Höfen. Auch da war Theißen schnell beim Stichwort Geschlossenheit. Die ist für die Arbeit des Fördervereins eine Lebensgrundlage, und zwar nicht nur dann, wenn es um Hecken geht.

Geschlossenes Handeln ist beispielsweise nötig um, wie geschehen, den Kindergarten in Eigenregie um 250 Quadratmeter zu vergrößern, oder um die Wanderwege rund um Höfen herauszuputzen. Auch eine 650-Jahr-Feier wie die im vergangenen Jahr organisiert sich nicht von selbst. Und dass die Höfener zu feiern wissen, haben sie ja erst am vergangenen Wochenende anlässlich des Jubiläums der KG Biebesse wieder einmal unter Beweis gestellt.

Funktionierende Gemeinschaft

Fastelovend außerhalb der Session scheint Uhlenberg aus seiner westfälischen Heimat zwar ebenso wenig geläufig zu sein wie das Bekämpfen von Problemhecken („Ich finde es gewöhnungsbedürftig, im Mai Karneval zu feiern”), dennoch zeigte der aus dem Kreis Soest stammende und ebenda sesshafte Vater dreier Kinder sich vertraut mit Vorzügen wie Problemen des ländlichen Lebensraums.

So ermunterte er die Zuhörer ausdrücklich dazu, weiterhin die in Höfen vorhandenen Geschäfte zu unterstützen („Die bleiben nur, wenn man auch dort einkauft”) und den Ort mit Sinn und Verstand für Neubürger attraktiv zu machen („Man sollte immer zusehen, dass erst die vorhandenen Sidlungsstrukturen genutzt werden, bevor neue Immobilien ausgewiesen werden”).

Schließlich pries er die Bedeutung des Ehrenamts als sinnvolle Beschäftigung für die Älteren („Irgendwann hat man die Garage ja fertig aufgeräumt”) und gutes Beispiel für die Jungen („Sie sind Vorbilder”).

Damit war Uhlenberg auch wieder beim Thema Geschlossenheit, mit der die Lebensqualität in einem Dorf steht und fällt. Und in Höfen, beteuerte der ehemalige Umweltminister gleich mehrfach, spüre man das Funktionieren der Gemeinschaft schon beim Passieren der Gemeindegrenze. Diese, so sein Vorschlag, könne er in Zukunft ja häufiger überschreiten, seinetwegen sogar regelmäßig. Vielleicht ist er beim nächsten Mal ja noch immer Düsseldorfer Landtagspräsident und die Höfener Thujahecken sind dafür Vergangenheit.

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