Mechernich: Eiserner Schutzmann: Notrufsäule im Museum

Mechernich: Eiserner Schutzmann: Notrufsäule im Museum

Auf dem „Marktplatz Rheinland“ im LVR-Freilichtmuseum Kommern wurde jetzt ein „Eiserner Schutzmann“ aufgestellt. So nannte man im Volksmund die grünen Notrufsäulen, an denen man in Zeiten, in denen längst noch nicht alle Haushalte über ein Telefon verfügten und auch von den öffentlichen Fernsprechhäuschen noch nicht die kostenlose einheitliche Notrufnummer 112 angewählt werden konnte, Feuerwehr und Polizei alarmierte.

Nur 13,7 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte verfügten 1963 über ein eigenes Telefon. 1958 wurde die erste Notrufsäule in Düsseldorf vorgestellt. Bis in die 1960er-Jahre wurden die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen mit rund 3000 dieser Meldeeinrichtungen ausgestattet. Der Kreis Euskirchen erhielt 14 solcher Säulen. Im Museum in Betrieb genommen wird der Eiserne Schutzmann im Rahmen der „ZeitBlende 1963“.

Auf dem großen Museumsfest der Erinnerungen am 17. und 18. August, bei dem viele Bands auftreten, eine Oldtimerschau stattfinden wird und an dem sich prominente Zeitzeugen beteiligen werden der Notrufhebel am Eisernen Schutzmann offiziell heruntergedrückt.

Dann aber meldet sich nicht, wie früher, die örtliche Feuerwehr oder Polizei: Eine fiktive „Leitstelle“ begrüßt den Hilfesuchenden und informiert ihn über die Geschichte der Notrufsäulen, die nun selbst Geschichte geworden sind.

In der heutigen Zeit, in der jeder Handy oder Smartphone besitzt, sind fast alle Notrufsäulen überflüssig geworden und wurden längst wieder abgebaut.