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Monschau: Eisbahn: Betreiber stärker in die Pflicht nehmen

Monschau : Eisbahn: Betreiber stärker in die Pflicht nehmen

Eine Eisbahn wird es in diesem Winter auf dem Monschauer Marktplatz nicht geben. Das Thema beschäftigte den Stadtrat am Donnerstagabend dennoch über einen längeren Zeitraum, nachdem die SPD sich mit Antrag vom 18. Dezember für die Eisbahn eingesetzt hatte.

Doch zu diesem Zeitpunkt war der Zug längst abgefahren.

Der Rat untermauerte seinen Beschluss vom 12. Dezember, dass im Jahr 2003 (Januar bis März) der Marktplatz nicht für die Errichtung einer Eisbahn zur Verfügung gestellt wird.

Ausschlaggebend war die Tatsache, dass es im Umfeld der Eisbahn eine Vielzahl von Problemen (Verschmutzung, Lautstärke) gegeben hatte.

Außerdem verlief der Abbau so schleppend, dass der Marktplatz zweitweise einem Sperrmüll-Lager glich.

Auflagen wurden nicht eingehalten


Dieser Beschluss bedeutet aber nicht für alle Zeiten das Ende des Eisvergnügens in Monschau.

Sollte das Thema Eisbahn noch einmal aktuell werden, dann wird die Monschau Event GmbH als Betreiber allerdings stärker in die Pflicht genommen, sich an getroffene Vereinbarungen zu halten.

SPD-Antragstellerin Martina Rader zweifelte die Rechtmäßigkeit des Ratsbeschlusses an. Der Rat habe im Herbst 2000 einen Beschluss gefasst, nach dem eine Genehmigung für den Aufbau der Eisbahn bis 2007 erteilt worden sei. Daraufhin habe die Event GmbH hohe Investitionen getätigt.

Es stelle sich die grundsätzliche Frage, inwieweit sich Bürger auf solche Zusagen verlassen könnten. Von Problemen im Zusammenhang mit der Eisbahn habe man zudem nichts gehört.

Für SPD-Sprecher Helmut Fink stellte sich die Frage, ob seitens der Betreiber nicht auch finanzielle Forderungen an die Stadt herangetragen werden könnten.

Bürgermeister Theo Steinröx erinnerte daran, dass der Ratsbeschluss seinerzeit an bestimmte Auflagen gekoppelt worden sei: „Wir müssen feststellen, dass einige dieser Auflagen nicht erfüllt wurden.”

So habe man sich darüber verständigt, dass die Anlage in jedem Jahr einige Monate im Vorfeld aufs Neue beantragt werden müsse. In diesem Jahr sei dies nicht erfolgt, erst am 18. Dezember sei dieser Antrag seitens der Event GmbH erfolgt.

Daraufhin habe die Stadt mitgeteilt, dass insbesondere aufgrund der im vergangenen Jahr aufgetretenen Lärm- und Abfallprobleme eine Genehmigung nicht erteilt werde.

Zudem sei der Zeitraum zu knapp, um die erforderlichen Sondergenehmigungen bei insgesamt sechs Fachbehörden einzuholen. Den Marktplatz bezeichnete Steinröx als ein „hoch sensibles Gelände”, an dessen Nutzung man auch bei allen anderen Veranstaltungen hohe Anforderungen stelle.

Schließlich habe man den Betreibern auch noch als Alternativ-Standort für die Eisbahn das Oberdeck des Parkplatzes Burgaus angeboten.

Altstadt-Ortsvorsteher Alexander Lenders erinnerte daran, dass er die Eisbahn zu Beginn durchaus positiv gesehen habe, obwohl sie stets kontrovers diskutiert worden sei. Er habe darauf gesetzt, dass die angesprochenen Mängel systematisch abgestellt würden.

„Das wäre die Lösung gewesen.” Doch im Ergebnis sei keine „Vorwärtsentwicklung” erkennbar gewesen, im Gegenteil: Bei den Betreibern sei kein Engagement zu erkennen gewesen, die Zustände zu verbessern.

Lenders: „Die Eisbahn-Gesellschaft hat eine Bringschuld. Sie soll ein überzeugendes Konzept vorlegen.”

Helmut Fink (SPD) glaubte, dass die neuen Betreiber der Eisbahn „ein anderes Gesicht” gegeben hätten. Nun aber gingen offenbar die Bestrebungen dahin, „die Eisbahn für immer auf dem Marktplatz sterben zu lassen.”

Davon, entgegnete Bürgermeister Steinröx, könne keine Rede sein. Es gehe im Ratsbeschluss nur um das laufende Jahr.

Nur an wenigen Tagen reger Betrieb

„Nass, leer und dreckig”: Diese Eindrücke verband Altstadt-Vertreter Werner Krickel (Grüne) mit der Eisbahn im vergangenen Jahr. Nur an 14 Tagen habe es einen attraktiven Betrieb gegeben.

Doch die Bewohner der Altstadt müssten drei Monaten mit der Eisbahn leben. Dies sei kein geeignetes Mittel, um zu erreichen, „dass wieder Leute am Marktplatz leben.”

Gegen die Stimmen der SPD bestätigte der Rat seinen Beschluss, den Markplatz in diesem Jahr nicht für die Eisbahn zur Verfügung zu stellen.

Für die Zukunft sieht Altstadt-Ortsvorsteher Alexander Lenders durchaus Chancen, dass die Eisbahn wieder aufgebaut wird. Dabei sei auch zu überlegen, ob die Eisbahn an einem anderen Standort auch schon während des Weihnachtsmarktes eine Attraktion darstellen könne. Der Marktplatz biete zwar die beste Atmosphäre, „aber auch das meiste Konfliktpotential.”