Lammersdorf: Eine junge Musikerin und ihr 5000 Jahre altes Instrument

Lammersdorf: Eine junge Musikerin und ihr 5000 Jahre altes Instrument

Rund 70 Musikfreunde hatten sich am Neujahrstag im Evangelischen Gemeindehaus in der Bahnhofstraße eingefunden und lauschten fasziniert den Klängen eines etwa 180 Zentimeter großen und immerhin um die vierzig Kilogramm schweren Instruments. Bei diesem instrumentalen Schwergewicht handelte es sich um eine Harfe, die im Rahmen des Neujahrskonzertes von Christina Buchsbaum aus Bonn meisterlich gespielt wurde.

Die Harfenistin, die nach ihrem Abitur im Jahre 2008 das Harfenstudium an der Musikhochschule Köln aufnahm und später in Paris fortsetzte, begeisterte nicht nur durch ihr Spiel sondern teilte den Zuhören zwischen den einzelnen Stücken auch interessante und unterhaltsame Einzelheiten zu Komponisten, ihren Werken und zur Geschichte der Harfe mit.

Von Barock bis Spätromantik

So erfuhr das Publikum zwischen den Stücken, dass es sich bei der Harfe um eines der ältesten Musikinstrumente der Menschheit handelt. Bereits um 3000 vor Christus sei in Mesopotamien und Ägypten auf Vorläufern der Harfe, die man heute kennt gezupft bzw. gespielt worden.

Christina Buchsbaum präsentierte bei ihrem über einstündigen Konzert Werke des französischen Barock bis hin zur Spätromantik und eröffnete den musikalischen Reigen mit einem Stück aus der Zeit Napoleons (Sonate 2, c-moll) von Francois Joseph Nadermann.

Nach dieser Einstimmung stand eine Interpretation aus Mozarts Don Giovanni von Robert Charles Nicholas Bochsa an, die sich nach ernster Einleitung mit fröhlicher Beschwingtheit fortsetzte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte man im Konzertraum eine Stecknadel fallen hören können, und das Publikum war erstaunt, welche Töne man einer Harfe entlocken konnte. Im Anschluss hieran führte die Interpretin die Musikfreunde mit Werken von Gabriel Fauré und Marcel Tournier musikalisch in die Zeit der Kreuzzüge und der Spätromantik.

Sportliche Herausforderung

Danachging es mit drei wunderbar klingenden Stücken nach Irland und Schottland, wofür es gleichfalls viel Applaus gab. Zum Schluss präsentierte Christina Buchsbaum dem Publikum Stücke von zeitgenössischen Komponisten (Bernard Andrés und Henriette Renié), die von ihr nach eigenem Bekunden aufgrund der vielen Pedalwechsel auch eine sportliche Herausforderung darstellten. Am Ende gab es lang anhaltenden Beifall und Zugabeforderungen, denen die Musikerin gerne nachkam.

(ho)
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