Monschau: Ein Verein soll den Werteverfall in der Altstadt stoppen

Monschau: Ein Verein soll den Werteverfall in der Altstadt stoppen

An vielen privaten Gebäuden in der Altstadt Monschau wird in diesen Wochen fleißig gewerkelt, der aktuelle „Bauboom“ geht auch an Monschau nicht vorbei. Gleichwohl beeinträchtigen nach wie vor Leerstände und offensichtlich sanierungsbedürftige Gebäude das Stadtbild.

Um auch private Gebäudebesitzer bei der Aufwertung des Altstadt-Ensembles mit ins Boot zu bekommen, ist derzeit eine sogenannte Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Monschau in der Entstehung, wie nun auch dem Wirtschaftsausschuss der Stadt berichtet wurde.

Im März hat das Büro für Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen im Aukloster eine stattliche Zahl von Bürgern und Immobilienbesitzern — die Stadt spricht von knapp 60 interessierten Betroffenen — über Sinn und Zweck einer ISG informiert und ist dabei auch auf reges Interesse bei potenziellen Mitgründern einer solchen Gemeinschaft für Monschau gestoßen. Das erste Treffen des Vorbereitungskreises am 6. April war mit 22 Teilnehmern stark besetzt und beschäftigte sich vorrangig mit den Zielen, Aufgaben und Maßnahmen der ISG, mit einer möglichen Beitragsordnung und vor allem mit der Organisationsform.

„Es sieht derzeit wohl nach einem Verein als Organisationsform aus“, sagte Björn Schmitz, der als Leiter der Strukturabteilung der Stadt Monschau für die Verwaltung dem ersten Treffen beiwohnte und im Wirtschaftsausschuss berichtete.

Land schaut auf Eigeninitiative

Die Gründung der Interessengemeinschaft sei trotz Budgetierung „eine wichtige Einrichtung“, nicht zuletzt, weil das Land genau hinschaue, was die Kommune in diesem Bereich an Eigeninitiative entwickle. Schmitz: „Das Land hat die Stadt da schon im Fokus, und es ist ein gutes Zeichen, wenn in der Arbeitsgemeinschaft historische Stadtkerne Monschau allenthalben als positives Beispiel genannt wird.“ Dies sei vor allem auch deshalb wichtig, weil man so auch in den kommenden Jahren mit Städtebaufördermitteln rechnen dürfe, „denn die gibt es nur, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen“, so Schmitz.

Werner Krickel, Grünen-Abgeordneter und Immobilienbesitzer wie Unternehmer in der Altstadt, sprach von einer „großen Chance, die eine Immobiliengemeinschaft biete, warnte aber auch davor, „mit der rosaroten Brille in die Sache hineinzugehen und zu schnell zu viel davon zu erwarten“.

Sorgsamkeit sei hier vor Geschwindigkeit zu priorisieren, wenn es darum gehe, den Werteverfall in der Altstadt zu stoppen.

Nach Auskunft der Verwaltung wird sich die Vorbereitungsgruppe nun noch zwei- bis dreimal treffen, „um die Modalitäten der Zusammenarbeit abzustimmen und dann wieder in einen größeren Kreis von Interessierten zu tragen“.

(hes)
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