Würselen: Ein Quad mit Martinshorn und Blaulicht

Würselen : Ein Quad mit Martinshorn und Blaulicht

So manch einer fragt zweimal nach, wenn Dr. Joachim Kuth erzählt, welchen Beruf er ausübt. Kuth ist schließlich Leiter der Bergwacht beim Kreisverband Aachen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Wenn man sich mit jemandem aus Bayern unterhält und erzählt, dass wir eine Bergwacht haben, lacht der sich meistens erst mal kaputt”, weiß auch der DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Timmermanns.

Dieser Meinung anschließen mag er sich jedoch nicht, denn die Bergwacht leiste auch im Aachener Raum wertvolle Arbeit - und das nicht nur in der Eifel.

Dabei unterscheidet sich das Einsatzfeld der Retter allerdings von dem ihrer Kollegen aus Bayern: Bergsteiger werden in der Eifel schließlich tatsächlich kaum gesichtet, die Höhenrettung spielt für die Aachener Bergwacht also praktisch keine Rolle. Stattdessen stehen vor allem Freizeitsportler im Fokus der Bergretter. Ob Jogger, Wanderer oder BMX-Fahrer: Verunglückten in unwegsamen Gelände - etwa im Hohen Venn, in Waldgebieten oder auf einer Bergehalde - muss oftmals die Bergwacht ausrücken, weil normale Rettungswagen nicht mehr zum Verunglückten durchkommen.

Damit dies jetzt noch besser gelingt, kann Kuths Bergwacht nun auf ein „All Terrain Vehicle” (ATV, zu Deutsch: „Geländefahrzeug”) zurückgreifen. Das auch als „Quad” bekannte Fahrzeug soll es den Helfern ermöglichen, die Unfallopfer schneller zu erreichen. Dazu bietet es durch spezielle Umbauten Platz für zwei Retter sowie eine große Kiste, in der Rettungsgeräte wie etwa ein Defibrillator untergebracht werden. Außerdem ist das Quad mit Blaulicht und Martinshorn ausgestattet.

„Mehr Mobilität und mehr schnelle Hilfe”, will Timmermanns dem DRK so verschaffen. Stationiert wird das Fahrzeug dazu in der Hauptgeschäftsstelle in Würselen, um sowohl den Nord- als auch den Südkreis schnell erreichen zu können. Auch bei Großveranstaltungen, etwa Volksläufen oder Motocross-Rennen, wird das ATV zum Einsatz kommen. „Bislang haben wir dafür Fahrzeuge geliehen”, erklärt Kuth.