Ein Meister der Jagd und der Tarnung: Der Sperber

Von: Günter Krings
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Er jagt in allen Landschaften, die reich an Kleinvögel sind und die in irgendeiner Form Baum- und Strauchbewuchs aufweisen: der Sperber. Foto: Günter Krings

Nordeifel. Großer Wirrwarr und aufgeregtes Gezwitscher am Vogelfutterplatz im Winter. Meisen, Spatzen, Buchfinken und Rotkehlchen stieben unkontrolliert auseinander und suchen Schutz in nahen Hecken, aber eine Kohlmeise hat es nicht geschafft, sie wurde vom Sperber geschlagen, der sich unbeobachtet und mit schnellen Flügelschlägen dem Futterplatz genähert hatte.

Sperber fliegen mit raschen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen in niedrigem Suchflug oft nur einen Meter hoch über dem Boden, wobei sie es glänzend verstehen, die im Gelände vorhandenen Strukturen zur Tarnung zu nutzen, wenn sie an Hecken, Gräben und Zäunen entlang fliegen.

Der Zugriff erfolgt im raschen Vorbeiflug. Vögel werden entweder im Sitzen oder im Flug ergriffen, zuweilen nach kurzer Verfolgungsjagd, die zuweilen so heftig sein können, dass auch der Sperber gegen ein Hindernis fliegt, wie einen Baum oder ein Haus oder eine Fensterscheibe.

Überall in der region

Sperber können überall in unserer Region beobachtet werden, wenn auch nicht häufig. Die genaue Anzahl der Brutpaare ist unbekannt. Sie bevorzugen 20- bis 50-jährige Fichtenwälder als Neststandorte, denen Laubholz beigemischt sein kann und die genügend Raum für An- und Abflug, andererseits aber ausreichend Deckung bieten.

Er jagt in allen Landschaften, die reich an Kleinvögel sind und die in irgendeiner Form Baum- und Strauchbewuchs aufweisen. Ganz offenes Gelände und dicht geschlossene Baumbestände werden gemieden. Im Winter werden auch Rand- oder Innenbereiche von Siedlungen häufig aufgesucht, und in Orten, die nahe am Wald liegen, jagt er natürlich auch während der Brutzeit.

Weibchen sind größer

Das Weibchen ist bedeutend größer als das Männchen. Es ist mit 37 cm Körperlänge deutlich größer und mit etwa 300 Gramm Gewicht auch viel schwerer als das Männchen, das nur etwa die Hälfte wiegt.

Wie bei vielen Greifvögeln herrscht auch beim Sperber während der Eiablage und der Bebrütung und Aufzucht der Jungen eine Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Bereits einige Zeit vor der Eiablage wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Dies setzt sich während der gesamten Bebrütungszeit fort, in der das Weibchen nur für kurze Zeit den Horst verlässt. Es bleibt auch fast ununterbrochen bei den frisch geschlüpften Jungen, hudert sie und schützt sie vor Sonne und Regen.

Das Männchen bringt die Beute – Vögel von der Größe eines Zaunkönigs bis zur Größe einer Amsel – gerupft zum Horst, das Weibchen verteilt sie an die Jungen. Fällt das Weibchen aus, muss die Brut verhungern, denn das Männchen ist nicht in der Lage, die angeschleppte Beute auch an die Jungen zu verteilen.

Erst gegen Ende der Nestlingszeit beteiligt sich das Weibchen auch wieder an der Jagd und erbeutet u. a. Tauben, Elstern und Eichelhäher. Für die Aufzucht der hungrigen Jungen bedeutet der Größenunterschied der Eltern einen enormen Vorteil, denn dadurch steht ein viel größeres Beuteangebot zur Verfügung.

Sperber sind in unseren Bereichen in der Regel standorttreu, das heißt, sie überwintern im größeren Bereich des Brutgebietes. Aber die nordischen Sperber ziehen im Winter in südlichere Gebiete, so dass im Winter bei uns auch nordische Sperber anzutreffen sind.

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