Aachen: Ein kunstvolles „Kostüm” für das Theater

Aachen: Ein kunstvolles „Kostüm” für das Theater

Die Musen liegen noch ein Weilchen im Schönheitsschlaf. Dafür ist an der Rückfront des Theaters Aachen sozusagen Kunst am Bau angesagt.

Fast könnte man mutmaßen, Verpackungsvirtuose Christo habe sich den traditionsreichen Schinkel-Bau als prominentes Objekt auserkoren. Die Fakten sind profaner, wenn auch optisch kaum weniger beeindruckend.

Die nächste und vorletzte Etappe zur Sanierung der maroden Fassade ist in vollem Gange. Im Auftrag der Stadt hat eine Hamburger Firma eine gigantische „Ersatzhaut” in Gestalt einer über 20 Meter hohen und rund 50 Meter breiten Plane über die rückwärtige Apsis des Bühnentempels gespannt. Mit dem speziellen Material, auch Keder genannt, werden normalerweise große Schiffe zwecks Restaurierung überzogen, weiß Michael Ferber, Leiter des städtischen Gebäudemanagements.

Zurzeit nämlich wird die bröckelnde Fassade gründlich mit Sandstrahl behandelt, was ohne Schutz vor allem Schmutz bedeutet hätte - nicht zuletzt für die umliegenden Bordsteine und Fahrbahnen. Kommende Woche, wenn die Anstricharbeiten beginnen, soll die Spezialhaut durch die üblichen Netze ersetzt werden. Spätestens Ende September, erklärt Jürgen Scheubach, zuständiger Projektleiter im Gebäudemanagement, ist die Aktion - Kostenpunkt rund 100.000 Euro - beendet.

Damit rückt die Rundum-Sanierung des Theaters ihrer Vollendung ein weiteres großes Stück näher. Bereits in den vergangenen beiden Spielzeitpausen waren die Seitenwände des Hauses neu hergerichtet worden, inklusive sämtlicher Fenster. Im kommenden Sommer soll zu guter Letzt die Front im neuen, glitzernden Weiß erstrahlen. Was die Verantwortlichen dahinter übrigens keineswegs um die wohl verdiente kreative Pause bringen soll.

In den vergangenen Jahren war nämlich immer wieder heftig darum gerungen worden, aus welchem Etat die Maßnahme finanziert werden solle. „Es bleibt aber dabei, dass die Kosten nicht aus dem Budget des Theaters, sondern aus dem städtischen Gesamthaushalt gedeckt werden”, unterstrich Ferber.