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Simmerath: Ein Klimaschutzmanager für die drei Eifelkommunen?

Simmerath : Ein Klimaschutzmanager für die drei Eifelkommunen?

Was den Klimaschutz betrifft, hat die Gemeinde Simmerath schon eine Menge erreicht, aber das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft.

Zu dieser Feststellung kommt das interkommunale Klimaschutzprogramm, das die Städteregion Aachen bereits im Jahr 2011 mit dem Ziel hat erstellen lassen, auch ortsspezifisch CO2-Einsparpotenziale herauszuarbeiten und so für jede einzelne Kommune ein auch in der Praxis umsetzbares Klimaschutzprogramm zu entwickeln.

Was ein solches Klimaschutzmanagement, passend zugeschnitten für Simmerath bedeutet, wurde jetzt in der Sitzung der Strukturausschusses dargestellt. Für die von der Städteregion mit der Konzeption beauftragte Firma Gertec aus Essen präsentierte Helene Püllen die Ergebnisse der zurückliegenden anderthalb Jahre.

Die CO2-Belastung in Simmerath verteilt sich zu etwa gleichen Teilen auf die Bereiche Wirtschaft, Haushalt und Verkehr. Mit einer durchschnittlichen Bilanz von 9,1 Tonnen CO-2-Ausstoß pro Kopf und Jahr liegt Simmerath zwar leicht über dem Bundesdurchschnitt (10 Tonnen), es ist aber kein Wert, mit dem man sich zufrieden geben könne, so die Referentin. Was in Simmerath möglich wäre, wurde unter anderem bei einer Klimaschutzkonferenz am 10. Juli in Eicherscheid aufgetischt, wo Ideen für die drei Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath gesammelt wurden.

Themen waren dabei die Optimierung des Gebäudemanagements, mehr Beratung für die Bürger, die Einbindung von Tourismus und Vereinen in den Klimaschutz, die Einrichtung eines Bürgerbusses oder auch eine bessere Koordinierung der Schülertransporte.

Riesiges Sanierungspotenzial

Eine grobe Rechnung für die gesamte Gemeinde Simmerath listet insgesamt jährliche Heizungskosten von 8,5 Millionen Euro auf und 6,7 Millionen Euro an Stromkosten. Das Sanierungspotenzial wird in der Gemeinde auf 60 Millionen Euro geschätzt.

Für das auf die Jahre 2014 bis 2020 ausgelegte Klimaschutzkonzept würden für Simmerath rund 875.000 Personal- und Sachkosten zu Buche schlagen. Helene Püllen: „Klimaschutz gibt es nicht umsonst, aber er bietet auch viele Chancen für die regionale Wirtschaft.“

Da die Umsetzungen von Klimaschutzmaßnahmen einen beträchtlichen Personalaufwand erfordert, stellt sich Frage eines Klimaschutzmanagers, der gemeinsam für die drei Eifelkommunen eingestellt werden könnte, und dessen Aufgaben es wäre, die Umsetzung des Maßnahmenprogramms federführend zu koordinieren. Die Personalkosten für einen Klimaschutzmanager wären in hohem Maße förderungsfähig.

Nun sollen, kam der Ausschuss überein, zunächst einmal mit den Nachbarkommunen Kontakte geknüpft werden wie man gemeinsam bei der Umsetzung des Programms vorgehen kann. Die Frage eines gemeinsamen Klimaschutzmanagers soll dabei ebenfalls erörtert werden.

(P. St.)