Monschau: Ein Jahr geprobt: Sankt-Michael-Gymnasium führt Musical auf

Monschau: Ein Jahr geprobt: Sankt-Michael-Gymnasium führt Musical auf

„Ich glaube, hier entsteht etwas richtig Großes!“ Simon Kirch, Lehrer für Geographie, Sport, Politik und Musik am Monschauer Sankt-Michael-Gymnasium, klingt geradezu euphorisch, wenn er über seine Truppe spricht.

Es sind die Darsteller und Helfer des Musicals „Mamma Mia“, das am letzten Novemberwochenende dreimal in der Aula der Schule auf der Haag aufgeführt wird. Wer dabei sein möchte, sollte sich sputen, denn rund 500 der 600 Karten sind schon weg.

Seit fast einem Jahr laufen die Proben zur großen Aufführung am MGM. Vor gut einem Jahr gab es hier zwar das Stück „Gelungene Generalprobe“ als musikalische Aufführung der Schultalente, „aber da war der Aufwand doch weitaus geringer als bei unserem neuen Stück“, erzählt Simon Kirch. Der aus Mützenich stammende und jetzt in Roetgen lebende Pädagoge gehörte und gehört zum Ensemble des exArt-Theaters am Franziskus-Gymnasium Vossenack und hegte immer den Wunsch, auch an der Schule, an der er nun unterrichtet, eine Musical-AG zu etablieren.

„Dabei geht es nicht darum, etwas beim FGV abzukupfern, dafür ist exART viel zu gut und professionell. Wir möchten viel mehr auch hier an der Schule den vielen Gesangs-, Theater- und Tanztalenten die Möglichkeit geben, zu zeigen, was sie können“, erzählt Simon Kirch zu den Beweggründen. Dabei traf er mit dem engagierten Musiklehrer Bertram Model genau auf den richtigen Partner. „Wir ergänzen uns prima: Bert kümmert sich um das Musikalische, ich mich um Schauspiel und Tanz“, erklärt Kirch die Aufteilung.

Gemeinsam mit Bertram Model bildete der junge Lehrer vor gut einem Jahr auch die Jury eines kleinen Castings für die Hauptrollen des geplanten Abba-Musicals. „Wir haben zunächst an drei Montagen einen Workshop mit allen interessierten Schülerinnen und Schülern angeboten. Dabei hat sich im Prinzip der Stamm des jetzigen Ensembles gefunden“, berichtet Simon Kirch. Nach den Herbstferien 2015 begann man dann mit den Proben und der Aufgabenverteilung. „Dabei war und ist es uns wichtig, die Schüler in alle Bereiche eines solchen Projekts einzubinden“, so der Pädagoge.

„Ich wollte nicht auf die Bühne, aber unbedingt beim Projekt mitmachen“, erzählt Anna-Luisa Jansen aus Höfen, Schülerin der Q1, die deshalb den kompletten Bereich Werbung übernommen und sich um Flyer, Plakate, Facebookseite und auch Kartenvorverkauf bzw. Gästeliste (s. Box) gekümmert hat. Wichtige Aufgaben außerhalb des Scheinwerferlichts hat auch Julia Reitz aus Monschau (EF). Ihr obliegen Make-Up, Kostüme und Frisuren. Apropos Scheinwerfer: Die gesamte Ton- und Lichttechnik wird natürlich auch von drei technikversierten Schülern aufgebaut und bedient.

„Neben den Technikern und unseren beiden Regieassistentinnen haben wir 25 Schauspielerinnen und Schauspieler, zehn Tänzerinnen und acht Bandmitglieder“, zählt Simon Kirch auf, denn, und da ist man am MGM besonders stolz, die Musik wird bei den drei Aufführungen nicht „aus der Dose“ kommen, sondern live gespielt werden — von aktuellen und ehemaligen Schülern.

Die Livemusik kommt allerdings erst in der Endphase der Vorbereitung hinzu; derzeit begleitet Bertram Model mit dem Keyboard Tanz-, Gesangs- und Szenenproben. Die Version, die das MGM-Musicalteam von „Mamma Mia“ aufführen wird, ist übrigens stark angelehnt an das offizielle Abba-Musical „Mamma Mia“. Darin geht es nicht, wie oft angenommen wird, um die einzigartige Erfolgsgeschichte der schwedischen Popgruppe, sondern um die alleinerziehende Mutter Donna, die mit ihrer 20-jährigen Tochter Sophie auf einer kleinen griechischen Insel lebt, dort eine Taverne betreibt und sich auf die Suche nach dem leiblichen Vater von Sophie macht, um ihn zu heiraten. Dafür kommen drei Herren in Frage, doch am Ende kommt alles ganz anders... In die Story eingebaut sind viele kultige Hits von Abba, die im Musical aber auf Deutsch gesungen werden.

Hauptdarstellerin ist Eva Becker aus Roetgen, die nicht nur die Powerfrau Donna verkörpert, sondern zu Beginn der Musicalvorbereitungen auch das Script selbst mitgeschrieben hat. „Wir haben hier viele tolle Talente entdeckt — von den Jüngsten aus Klasse 6 bis zu unseren älteren Ensemblemitgliedern“, schwärmt Simon Kirch und ist besonders angetan von sechs Schülerinnen und Schülern der Internationalen Förderklasse am MGM: „Wie frei die auf einer Bühne agieren, aus sich herausgehen — das ist Wahnsinn. Es gibt nichts Besseres für die Integration solcher jungen Leute“, sagt Kirch und fügt lachend hinzu: „Man merkt nicht einmal, dass sie teilweise gar nicht wissen, was sie da auf Deutsch singen...“

Gut zwei Wochen sind es jetzt noch bis zur Premiere am 26. November, die (An-) Spannung steigt, doch Simon Kirch bleibt cool: „Die werden das schon machen. Außerdem haben wir nicht den Anspruch, höchst professionell zu sein, sondern die Schüler sollen Spaß an der Sache haben. Und die Zuschauer auch.“

(hes)