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Hürtgenwald: Ein Denkmal für die Menschlichkeit

Hürtgenwald : Ein Denkmal für die Menschlichkeit

Während Adolf Hitler aus Berlin im November 1944 den Kampf bis zum letzten Mann fordert und die Allerseelenschlacht im Staatsforst bei Hürtgen ihren Lauf nimmt, geschieht so genannte „Wunder vom Hürtgenwald”.

Für drei Tage handelt der deutsche Stabsarzt Hauptmann Günter Stüttgen mehrere Waffenstillstände an der stark umkämpften Mestrenger Mühle - gelegen in der Talsohle zwischen Vossenack und Schmidt - aus. Vor genau 60 Jahren, vom 7. bis zum 10. November, behandelt der Deutsche zusammen mit amerikanischen Sanitätern Verwundete beider Seiten. Ein Akt der Menschlichkeit inmitten einer unmenschlichen Schlacht.

Zur Erinnerung an die Taten des im vergangenen Jahr verstorbenen Arztes veranstaltete die Konejung Stiftung unter dem Motto „A time for Healing” (Eine Zeit zum Heilen) eine Gedenkfeier an der Brücke über die Kall, an der Günter Stüttgen den Kontakt zu seinem damaligen Feind suchte. Eine vom Vettweißer Künstler Michael Pohlmann gefertigte Skulptur aus Dolomit, die Bürgermeister Axel Buch enthüllte, erinnert künftig an die Verdienste des Mediziners.

„A time for Healing”: Die Wunden sind mittlerweile verheilt, sagte der US-Weltkriegsveteran und ehemalige US-Generalkonsul John A. Brogan, doch müsse stets erneut daran erinnert werden, wie sie entstanden. Erinnern an eine „abscheuliche Schlacht”, an „unvergleichbares Grauen und unvergleichbare Schrecken”; nicht nur im Hürtgenwald.

Nicht vergessen dürfe man ebenso Günter Stüttgen und den Akt der Humanität: Der deutsche Arzt sei in den Vereinigten Staaten bekannt, sei Sinnbild und Vorbild eines Helden: „A true American hero”, versichert Brogan, ein echter amerikanischer Held. Kein ordengeschmückter General, sondern ein Mediziner, der, dem Hippokratischen Eid verpflichtet, tat, wozu er ausgebildet wurde: Menschenleben retten.

Trotzdem sei der einzige Sieger im Wald der Tod gewesen, resümierte Brogan und schloss mit einer gebetsartigen Formel: „Möge unser aller Gott uns davor bewahren, noch mal einen solchen Krieg miterleben zu müssen”.