Monschau: Eigenes Museum für den Monschauer Senf

Monschau: Eigenes Museum für den Monschauer Senf

„Wir sind stolz auf den Monschauer Senf, er ist der beste Botschafter unserer Stadt”, ist Altstadt-Ortsvorsteher Alexander Lenders überzeugt. Diesem wohlschmeckenden und vielseitigen Botschafter wird nun gar ein eigenes Museum gewidmet: Am Freitag stellten die Historische Senfmühle und die Fachhochschule ihre Pläne für das erste Monschauer Senfmuseum vor.

„Geschmack hat Tradition”, meinte Hausherr und Senfmüller Guido Breuer bei der Begrüßung im „Schnaubuleum” und freute sich über das rege Interesse am neuen Projekt. Claudia Mayer, Professorin für Kommunikationswissenschaften an der Fachhochschule Aachen, stellte die Projektparter vor, neben Guido Breuer vor allem dessen Tochter Ruth Breuer, die die Idee zu diesem Projekt hatte, wie Claudia Mayer unterstrich. Neben der Historischen Senfmühle und der FH ist das Haus der Geschichte mit Standort Leipzig Partner des Projekts, Planer des Gebäudes auf dem Gelände an der Laufenstraße ist Architekt Peter Kutsch aus Roetgen.

„Das Museum ist nicht nur informativ, sondern es lädt auch zum Entdecken und Erleben ein”, erläuterte Professor Mayer. Dabei werde das Delikatessenprodukt Senf aus verschiedenen Perspektiven unter Einsatz diverser Medien präsentiert - in Form eines Erlebnisparcours. Der Parcours besteht aus voneinander unabhängigen Musemusstationen, sogenannten Inseln. Jede Insel betrachtet ein anderen Aspekt zum Thema Senf - und dies jeweils auf eine andere Art und mit unterschiedlichen Medien. Die Besucher gehen also gleichsam auf eine Sinnesreise. Es gibt Stationen zum Hören, Sehen, Fühlen, Riechen und Selbermachen.

So gibt es beispielsweise einen Audiosessel, der zum gemütlichen Verweilen einlädt. Plötzlich ist man in einer anderen Welt, die Außengeräusche sind abgestellt und man versinkt in den Lauten und Klängen des Audiosessels. Zugleich werden hier Einblicke in die Geschichte der Senfmühle Monschau gewährt. Die Stellwände liefern grundlegende Informationen zum Thema Senf. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Stellwand aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung ebenfalls als eine Einheit, an der man (inter-)aktiv werden kann.

Im „Touchscreen-Terminal” erfährt der Besucher beim Berühren modernster Bildschirme Interessantes über die Speisesitten des Mittelalters und die Rolle des Senfes in dieser Epoche. Hier stehen Information und Unterhaltung im Mittelpunkt. Ein Kurzfilm und ein Spiel vermitteln das Wissen mit Spaß, die komplexen Prozesse in der Senfherstellung werden mithilfe einer Computeranimation erklärt. Mit diesem Trickfilm im Comicstil werden auch, aber nicht nur jüngste Altersgruppen angesprochen.

In der Römischen Senfherstellung werden die Besucher nach dem Rezept des Römischen Palladius selbst als Senfköche aktiv, und eine Licht-Landkarte illustriert den geografischen Ursprung des Senfes. „Ein besonderes Highlight stellt der Gewürzbasar dar, denn dieser richtet sich an alle Sinne”, berichtete Claudia Mayer. „Die Besucher werden in die Atmosphäre eines orientalischen Gewürzbasars versetzt, mit allem was dazu gehört. Man kann die Gewürze riechen, schmecken und anfassen.”

Der Parcours biete eine gute Möglichkeit, weitere Veranstaltungen anzubieten, die sich speziell an Kinder und Erwachsene diverser Altersgruppen wenden. Besonders für Schulklassen eigne sich eine Senfrallye, aber auch Workshops mit thematischen Schwerpunkten und Kochkurse könnten angeboten werden, zugeschnitten auf verschiedene Altersgruppen.

„Mit dem Senfmuseum wird das Gesamtkonzept der Historischen Senfmühle Monschau abgerundet, das bereits aus der eigentlichen Senfmühle, dem Senflädchen, dem Restaurant Schnabuleum und dem Weinkeller besteht”, so Professor Claudia Mayer abschließend. Ein solches Museum sei bestens geeignet, die Museumslandschaft in Monschau und der Region um ein weiteres Juwel zu ergänzen und füge sich bestens in das Leitbild von Kunst und Kultur ein.

„Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Monschau und wir sind ein Teil des Tourismus”, erwartet auch Senfmüller Guido Breuer mit Spannung das neue Projekt. Da sich die Initiatoren für das Projekt auch öffentliche Zuschüsse erhoffen, könnten bis zur Realisierung drei Jahre vergehen, so Planer Peter Kutsch. Gebaut wird das zweigeschossige Gebäude mit Holzfassade in Verlängerung der Remise. Während im Erdgeschoss ein Shop und Gastronomie vorgesehen sind, können die Besucher im Obergeschoss auf eine Entdeckungs- und Erlebnisreise gehen, bei der sich alles um den leckersten Monschauer Botschafter dreht - den Senf aus Montjoie!

Mehr von Aachener Zeitung