Simmerath/Lombok: Eiflerin hilft Erdbebenopfern auf Lombok

Simmerath/Lombok : Eiflerin hilft Erdbebenopfern auf Lombok

Die Serie von Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok nimmt kein Ende. Die Insel wurde nach den beiden neuen schweren Erdstößen am Sonntag von mehr als hundert Nachbeben erschüttert.

Katharina Stoff, die aus Erkensruhr kommt und heute in Köln lebt, war nach dem allerersten Beben von Lombok nach Bali geflüchtet. Es zog sie aber schnell zurück auf die indonesische Insel. Mit Hilfe von Spenden unterstützt sie jetzt die Menschen vor Ort.

„Während meiner dreimonatigen Reise duch Südostasien wollte ich mir auch Lombok ansehen. Ich habe hier dann sehr viele nette Leute kennengelernt und hier zwei Wochen verbracht“, erzählt die 27-jährige Heilpädagogin. Das war vor dem ersten Beben Ende Juli.

„Als wir den Vulkan Rinjani besteigen wollten, sind wir mitten in das erste Erdbeben im Epizentrum am Rinjani reingefahren.“ Neben ihnen seien reihenweise Häuser eingestürzt. Fünf Stünden hätten sie dann erstmal auf einem Reisfeld ausgeharrt. „Ich war total geschockt und hatte wirklich Angst“, sagt Stoff.

Sie sei dann erstmal nach Bali geflogen, habe den Kontakt zu den Leuten in Lombok aber weiter gehalten. Nach zwei Wochen stand ihre Entscheidung fest: „Ich muss zurück.“

Als sie Anfang der Woche ankam, erlebte sie das ganze Ausmaß der Katastrophe. „Als ich gesehen habe, wie es hier, wo ich vorher noch Urlaub gemacht habe, jetzt aussieht, da wusste ich, dass ich hier nicht einfach weiter Urlaub machen kann“, sagt die 27-Jährige. Statt tatenlos zuzusehen, wollte sie den Menschen helfen. Deswegen fing sie an, Videos und Bilder in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram zu posten und rief eine Spendenaktion ins Leben. „Über die Spendenplattform ‚gofundme‘ sind jetzt schon 900 Euro zusammengekommen“, sagt die junge Frau.

Zusammen mit Einheimischen fahre sie nun täglich in die Dörfer. „Wir fragen dann, wo was gebraucht wird. Vor ein paar Tagen haben wir einen ganzen Lastwagen mit Lebensmitteln gefüllt und an die Leute verteilt.“ Mit dem gespendeten Geld könne man vor Ort sehr viel erreichen, die Lebensmittel seien viel günstiger als in Deutschland — „zehn Kilogramm Tomaten für umgerechnet 2 Euro und etwa 50 Kilogramm für etwa 15 Euro.“ Die Leute bekämen natürlich auch Hilfe vom Staat, sagt Stoff, aber unter den Lebensmitteln seien hauptsächlich die Grundnahrungsmittel. „Vor allem die Kinder haben sich über viele Süßigkeiten gefreut“, erzählt die Heilpädagogin. In einem anderen Dorf habe sie Geld verteilt. „Die Leute hier brauchen eher Medikamente.“

Wann sie zurück nach Deutschland fliegt, weiß Katharina Stoff noch nicht. Zuerst wolle sie alle Spenden verteilen, erzählt die junge Frau auf ihrem Instagram-Account.

Derzeit wohnt die 27-Jährige in einem Bambus-Bungalow in der Nähe der Stadt Mataram. Sie schläft draußen, weil das sicherer ist. „Die meisten schlafen nur noch in Zelten oder auf Bambusmatten“, sagt Stoff.

Katharina Stoff dokumentiert ihr Handeln und ihre Hilfe in den Dörfern auf Lombok auf ihrem Instagram-Account: Kathy.stuff.

(cap)
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