Aachen: Eifler Künstler setzen sich gegen Atomkraft ein

Aachen: Eifler Künstler setzen sich gegen Atomkraft ein

Ein Plädoyer zum Erhalt der Natur erlebt man am Samstag, 2. April, und Sonntag, 3. April, auf dem Skulpturenhügel beim Kunstevent „Energieweise“ in Lemiers. Unter dem Aspekt der Wandelbarkeit von Energie stellen sieben Künstler ihre Installationen und Werke aus, um auf die Bedrohung durch Atomenergie, zugleich aber auch auf Alternativen hinzuweisen.

Durch verschiedene Materialien, Bewegungen und Blickwinkel werden die Besucher eingeladen, mit Hilfe von Installationen, Objekten, Skulpturen, Malereien und Fotografien ein eigenes Bewusstsein über neue und alte Energien zu entwickeln. Mit zwei Besonderheiten wartet die Ausstellung auf: Klára Hurková begleitet am Samstag die Besucher mit einer stimmungsvollen Lyriklesung (15 Uhr).

Die Kabarettgruppe „Muita Merda“ möchte am Sonntag, ebenfalls um 15 Uhr, vor allem eines bei den Zuhörern erreichen: Ihr Programm soll Wut und Mut machen und die Menschen dazu anregen, sich kritisch mit der Nutzung von Atomkraft auseinanderzusetzen.

Jeder Künstler drückt mit seinem Werk den persönlichen Standpunkt zur Thematik aus. „Man muss sich positionieren, auch als Künstler“, findet Hans-Werner Berretz aus Kesternich, welcher in den vergangenen 29 Jahren eine Dokumentation zum Thema Tihange erarbeitet hat. Mehrere fassbare Zeugnisse der Gefahr installiert Peter Henn aus Konzen mit teils beweglichen Skulpturen aus Industrieschrott. Mit modernen Materialien möchte Claudia Dörring die „schönen Energien“ einer Stadt verdeutlichen. Auf einem erhöhten Plateau genießt man weitere Malereien und erlebt, dass man Kraft aufwenden muss, um neue Energien aus der Natur schöpfen zu dürfen.

Britta Lancé, Veranstalterin des Kunstevents „Energieweise“, lädt in ihrem Land-Art-Energiekreis ein, über die Bedeutungen der gefährdenden, aber auch bereichernden Energien nachzudenken.

Stumm beobachtet wird ein jeder hierbei von einem „Seelentier“, welches seine Schicksalsfäden weit spinnt. Schöpferin Sabine Jakobs aus Konzen erinnert mit der riesigen Spinne aus Draht, Hanf und Wachs sowie einer weiteren Installation aus unzähligen Faltern an die Geduld der Natur, die sich trotz aller Katastrophen den Weg des Lebens bahnt. Dass sich die Sicht auf Dinge ändern kann, erzählen die Installationen von Peter Henn. Wind und Sonne ändern das Kunstwerk ebenso wie der Besucher, deringeladen ist, die Installation anzufassen und zu bewegen.

Das Wechselspiel von Bewegung und Kraft erkennt man bei den Fotografien von Ales Vega, welche auf einprägsame Art Sonne, Wärme und Licht vermitteln. Nach der erfolgreichen Teilnahme an der Kunstroute hofft Britta Lancé mit ihrer Ausstellung „Energieweise“, den Bewohnern der Grenzregion neue Sichtweisen auf die Thematik zeigen zu können, die vor allem mit der Diskussion um die Sicherheit des belgischen AKW Tihange seit Monaten die Menschen diesseits und jenseits der Grenze bewegt.

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