Nordeifel: Eifelsteig: Fünf Jahre nach Eröffnung auf einem guten Weg

Nordeifel: Eifelsteig: Fünf Jahre nach Eröffnung auf einem guten Weg

Wenn man auf dem Eifelsteig von Kornelimünster in Richtung Trier unterwegs ist, dann trifft man nur wenige Menschen, was daran liegt, dass fast alle Wanderer den 313 Kilometer langen Premium-Wanderweg von Norden nach Süden erwandern. So trifft man sich allenfalls an beliebten Rastplätzen, ehe es im Gänsemarsch weitergeht.

Aber es gibt auch noch wesentlichere Erkenntnisse als das weitgehende Ausbleiben des Gegenverkehrs auf dem Eifelsteig, wie die Eifel Tourismus GmbH (ET) am Dienstag in Gemünd aus Anlass des fünfjährigen Bestehens des Fernwanderweges berichtete. Am 4. April 2009 war der 15 Etappen umfassende Eifelsteig offiziell eröffnet worden.

Die Markierung des Eifelsteigs findet viel Zustimmung und macht viel Arbeit.

„Der Eifelsteig ist eine Erfolgsgeschichte“, bilanziert Eifelsteig-Projektmanager Wolfgang Reh, zumal der Weg inzwischen in die Kategorie der 15 „Top-Trails of Germany“ aufgestiegen ist.

Auch das Bild des typischen Wanderers hat sich vollkommen gedreht. Es sind nicht mehr die Rentner, die sich mit Knickerbockern, gedrechseltem Wanderstock und roten Socken auf den Weg machen, sondern anspruchsvolle Urlauber, die vor allem die Natur genießen wollen, bestimmte Qualitätsansprüche an ihre Unterkunft stellen und sich auch nicht scheuen, Geld auszugeben. Das Publikum wird immer gemischter, und auch bei jungen Leuten liegt Wandern voll im Trend.

Unter diesen Vorzeichen konnte mit dem Eifelsteig eigentlich nichts schief gehen, und Aloysius Söhngen, Aufsichtsratsvorsitzender der ET, bezeichnete den Eifel-steig inzwischen als „Schlüsselprodukt“ für die Eifel, der das gesamte Wanderwegenetz in der Eifel aufgewertet habe, denn auch die sogenannten Submarken- oder Partnerwege seien immer mehr gefragt (12 Submarkenwege gibt es in NRW und 14 Pfade in der Vulkaneifel). Es gelte allerdings auch in Zukunft darauf zu achten, dass die Qualitäts-Standards eingehalten würden.

Zu den Qualitäts-Merkmalen gehört beispielsweise die lückenlose und komfortable Beschilderung. Die Betreuung des Eifelsteigs, die durch die jeweils ortskundigen Eifelvereinsgruppen vorgenommen wird, ist allerdings mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden, und die 15 Anrainer-Kommunen entrichten der ET für jeden Kilometer 100 Euro pro Jahr für Pflege und Unterhaltung.

Streng nach den Vorgaben des Wanderwegeleitfadens Rheinland-Pfalz ist die Strecke eingerichtet worden: 781 Wanderwegeschilder finden sich hier, 587 Markierungspfosten, 106 Holzbänke, 18 Holztische und 30 Eifelsteig-Liegen. 26 Wegepaten des Eifelvereins sorgen dafür, dass der Wanderer sich auch ohne Wanderführer zurecht findet. Die zur Eröffnung des Eifelsteigs erschienenen Wanderführer sind eine hilfreiche Ergänzung, aber auch oft nicht mehr auf dem neuesten Stand, weil auf einigen Etappen die Wegeführung verändert wurde.

Das Eifelsteig-Logo als Wege-Markierung gilt auch heute noch als beliebtes Souvenir, doch der Hauptbedarf scheint zwischen abgedeckt zu sein, denn jedes Jahr müssen nur noch 600 bis 800 Markierungszeichen erneuert werden, wie Wegemanager Matthias Irle berichtete. Inzwischen gehen die Wegepaten wieder verstärkt zu Sprühmarkierungen über.

Wie viel Wanderer nun tatsächlich auf dem Eifelsteig unterwegs sind, lässt sich beim besten Willen nicht sagen. Die über die Eifel Tourismus GmbH in den zurückliegenden fünf Jahren vorgenommenen 8000 vermittelten Eifelsteig-Pauschalen mit einem Umsatz von drei Millionen Euro bilden nach übereinstimmender Überzeugung aber nur weniger als fünf Prozent der Gäste insgesamt ab.

Die Befragung von 60 Partnerbetrieben am Eifelsteig aber unterstreicht die Bedeutung des Premium-Wanderweges. 90 Prozent der Betriebe sehen grundlegend positive Auswirkungen durch den Eifelsteig, 71 Prozent sprechen von einer Zunahme der Übernachtungen, 66 Prozent konnten neue Zielgruppen begrüßen und durch den Eifelsteig sei die Zahl der Gäste um 30 Prozent gestiegen, hieß es.

Als die wichtigste Zukunftsaufgabe sieht Wolfgang Reh die Qualitätssicherung auf dem Eifelsteig. Es gebe zwar immer mehr Gelegenheits-Wanderer, „aber durch immer neue Wanderangebote verschärft sich auch der Wettbewerb“.

Den Qualitätsgedanken rückt auch Detlef Wurst, Inhaber des Kurparkhotels in Gemünd in den Vordergrund. Der Eifelsteig-Wanderer sei in der Regel ein anspruchsvoller Gast. Diese Tatsache aber müsse noch mehr Betrieben bewusst werden. In vielen Unterkünften herrsche immer noch die Vorstellung, dass der Wanderer in schmutzigen Schuhen komme, nur eine Nacht bleibe und nichts verzehre. Diese Bild aber habe sich gewaltig verändert. Wurst selbst macht vor wie es gehen kann: Er bietet jedem Gast bei der Ankunft ein kostenloses Fußbad in einer Kräutermischung

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