1. Lokales
  2. Eifel

Eifelklinik Simmerath: Neuer Patienlift entlastet Pfleger

Eifelklinik Simmerath : Ein wenig Hightech schafft große Entlastung

Ein neuer Patienlift der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath wurde vom Förderverein unterstützt und entlastet auch das Pflegepersonal.

Rückenschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben und sind in einigen Berufsgruppen vertreten: Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2018 sind in NRW 6,7 Millionen Erwerbstätige betroffen. Darunter zum Beispiel auch Krankenpfleger, die Patienten anheben und transportieren müssen.

In der Eifelklinik St. Birgida in Simmerath gehörten diese Arbeiten ebenfalls lange zum Alltag. Jetzt sorgt ein neuer Patientenlift für Abhilfe, der mit Unterstützung des Fördervereins des Krankenhauses angeschafft wurde. In einer Trage lässt sich ein sitzender oder liegender Patient anheben und fortbewegen. Damit wird etwa der Weg zur Toillette ohne großen Kraftaufwand möglich. Aber auch das Duschen gelingt viel leichter, da das Material der Tragefläche extra darauf ausgerichtet ist. Der Patient kann sich also, während er im Lift sitzt, von oben berieseln lassen. „Für uns als Pfleger macht es vieles einfacher, und für die Patienten ist es deutlich angenehmer“, sagt Krankenschwester Lisa Freichels. Als Leiterin der internistischen Station weiß sie: „Vor allem Menschen, die bettlägerig sind und sich überhaupt nicht selbstständig fortbewegen können, bedeutet diese Mobilisierung ganz viel.“

Wie der Lift in der Praxis funktioniert, demonstriert Freichels gemeinsam mit dem freiwilligen Versuchskandidaten Martin Krings vom Verein der Freunde und Förderer. Die Krankenschwester bringt Krings in Position, verbindet das Tragetuch mit dem Lift, und ein paar Minuten später hebt Krings ab. Über ein elektronisches Handgerät kann Schwester Freichels den Lift rauf- und runterfahren.

Zwar ist das richtige Anbringen des Tragetuches zeitaufwendig, allerdings kann ein Patient mit dem Lift von einem einzelnen Mitarbeiter befördert werden. Zuvor waren drei bis vier Leute notwendig, um jemanden von A nach B zu hieven. Doch um Zeitersparnis gehe es dem Krankenhaus nicht. Im Gegenteil: Pflegedienstleiterin Birgit Pauly bewertet es sogar als sehr positiv, dass ein Krankenpfleger in der Zeit des Einstellens Vertrauen zum Patienten aufbauen kann.

Hausinternes Verleihen

Auch Martin Krings war anfangs noch skeptisch, fühlt sich nach einer Zeit aber sicher in der Luft. Das sei ein wichtiger Vorteil gegenüber älteren Modellen, erklärt Pauly, bei denen es teilweise für die Patienten keine Möglichkeit zum Festhalten gab. Einen solchen Lift hatte es auch auf der Intensiv-Station gegeben, der bereits in die Jahre gekommen war. Der neue Lift soll künftig hausintern an diese und andere Stationen verliehen werden. Generell sei der Bedarf auf jeder pflegeintensiven Station da, die Kosten für einen Lift aber auch hoch.

7200 Euro wurden für das neue Modell gezahlt. Mit einer Spende des Fördervereins in Höhe von 2500 Euro konnte der Kauf gestemmt werden. Um Ausgaben wie diese kommen Krankenhäuser kaum noch herum, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen. Immer mehr Hightech zieht in Kliniken ein – und damit auch neue Vorzüge.

„Ich benutze das Wort ,Win-win-Situation‘ zwar nicht so gern, aber der Lift bringt sowohl dem Patienten als auch dem Pfleger Vorteile“, sagt Manfred Eis, der Vorsitzende des Fördervereins. Die Krankenpfleger, die schon Gelegenheit hatten, vom neuen Patientenlift Gebrauch zu machen, wissen ihn bereits sehr zu schätzen. Denn von ihren Schultern fällt einiges an Gewicht ab: Bis zu 200 Kilogramm kann der Patientenlift, in dem auch eine Waage integriert ist, heben. „Es ist sehr arbeitserleichternd und rückenschonend für uns“, macht Freichels klar. Nach drei Testwochen setzte sich die Krankenpflegerin dafür ein, das Testgerät schnellstmöglich zu kaufen, ohne auf ein Neues warten zu müssen. „Wir wollten den Lift gar nicht mehr abgeben“, sagt sie. So vorteilhaft der Patientenlift auch ist – Martin Krings ist schließlich wieder glücklich, als er festen Boden unter den Füßen hat.