Sommerbilanz zum Herbstanfang: Eifeler Wetterexperten sprechen vom trockensten Sommer

Sommerbilanz zum Herbstanfang : Eifeler Wetterexperten sprechen vom trockensten Sommer

Begonnen hatte der Sommer in diesem Jahr bereits im April. In den vergangenen Tagen zeigte er sich nach Abwesenheit noch mal von seiner besten Seite. Morgen ist astronomischer Herbstanfang. Zeit für einen Rückblick.

Den ersten Sommertag habe es am 8. April in den tiefer liegenden Gebieten gegeben, teilte Andy Holz von www.huertgenwaldwetter.de mit. Seine Wetterstation befindet sich in Hürtgenwald-Vossenack. Selbst in der Rureifel gab es in der zweiten Aprilhälfte die ersten Sommertage mit mehr als 25 Grad.

Der trockenheitsbedingte hohe Wasserverbrauch ließ den Pegel der Perlbachtalsperre dramatisch sinken. Foto: H. Schepp

„Von einem Sommertag sprechen Meteorologen, wenn mindestens einmal am Tag die 25-Grad-Marke geknackt wurde. Ab 30 Grad ist es dann ein heißer Tag“, erklärt Bodo Friedrich von www.eifelwetter.de. Er betreibt eine Wetterstation in Monschau-Mützenich und eine Station auf dem Hochbehälter des Wasserwerkes Perlenbach.

Des Einen Leid, des Anderen Freud‘: Die vielen schönen Tage im Sommer sorgten für Hochbetrieb rund um den Rursee. Foto: Anke Capellmann

Ausbreitende Dürre

Trotzdem endete der April schließlich kühl, „und auch der Mai startete kühl, erholte sich aber schnell“, sagt Holz. „Vielerorts wurde es wieder sehr warm mit einigen Sommertagen, ehe zum Monatsende die ein oder anderen, teils kräftigen Gewitter dazukamen.“

Man erinnere sich an den 27. Mai im Nationalpark Eifel, den 29. Mai in Aachen und den 30. Mai in Inden mit jeweils über 50 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb kürzester Zeit. Diese schwüle und gewitterlastige Wetterlage hielt auch noch im Juni an, ehe sich dann in Richtung Siebenschläfer — 27. Juni — durchweg Hochdruckwetter durchsetzte. Regen und Gewitter verschwanden von der Bildfläche und die Dürre breitete sich aus.

Die Hitze knackte im letzten Julidrittel und im ersten Augustdrittel schnell die 30-Grad-Marke. „Teilweise waren es bis zu 38 Grad in der Voreifel bei Drove, 36 Grad in Schmidt und 34 Grad in Vossenack“, sagt Andy Holz. Gemessen wurden diese Temperaturen am 7. August. „Vom 13. Juli bis zum 8. August gab es an meiner Wetterstation 27 Sommertage in Folge“, sagt der Wetterexperte. Das sei ein Rekord.

In der zweiten Augusthälfte gab es dann weniger Hitze, aber trotzdem noch einige Sommertage. Es blieb oft niederschlagsarm. Andy Holz erzählt: „Der diesjährige Sommer kam dann letztendlich im Juni, Julu und August auf 108 Liter Niederschlag pro Quadratmeter an meiner Wetterstation, aber es verdunsteten rund 260 Liter.“.

Normalerweise würden in den Sommermonaten Juni, Juli und August zusammen rund 271 Liter Regen pro Quadratmeter in Vossenack fallen. „Der Sommer 2018 war somit der trockenste Sommer seit Messbeginn und unterbot locker den Sommer 2003 noch um 50 Liter pro Quadratmeter. Noch trockener war es diesen Sommer in Schmidt mit 74 Litern pro Quadratmeter und in Weilerswist-Lommersum mit mageren 67 Litern.“

An der Wetterstation von Bodo Friedrich in Mützenich gab es im Juni, Juli und August 15 Sommertage und fünf heiße Tage. Mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter hat es nur an einem einzigen Tag gegeben — am 1. Juni (44 l/qm). Insgesamt zeichnete Friedrich in diesen drei Monaten 142 Liter Regen pro Quadratmeter auf.

Keine Temperaturrekorde

Aber trotzdem war der Sommer 2003 immer noch ein wenig wärmer als der diesjährige Sommer. Rechnet man allerdings auch die Monate April und Mai dazu, „war es die mit Abstand wärmste Sommerphase seit Aufzeichnungsbeginn“, sagt Andy Holz. „Extremwerte und Temperaturrekorde gab es jedoch nicht, diese stammen immer noch von 2003 mit bis zu 39 Grad in Düren, 40,1 Grad in Weilerswist-Lommersum und 37,7 Grad in Hürtgenwald-Vossenack.“

An Holz‘ Station gab es in den drei Sommermonaten sogar 40 Sommertage und 10 Hitzetage. „Im Kölner Raum ist man schon bei fast 90 Sommertage, davon rund 25 Hitzetage“, sagt der Wetterexperte.

Auch mal Regen

Zum Augustende und Septemberstart gab es dann mehr wechselhafteres Wetter, wobei es auch mal regnete. „Aber das reicht noch lange nicht aus, um die Dürrephase des Sommers zu kompensieren. Da müsste noch einiges an Regen herunterkommen und dieser ist weiterhin nicht in Aussicht“, berichtet Andy Holz.

Auch in den vergangenen Tagen ist der Sommer noch mal in die Vollen gegangen, heute sollen es jedoch nur maximal 18 Grad in der Eifelregion werden. „Theoretisch sind aber selbst im Oktober noch letzte Sommertage möglich. Am 16. Oktober 2017 hatten wir noch bis zu 28 Grad in der Voreifel“, sagt Holz.

Weitere Infos zum Wetter oder www.huertgenwaldwetter.de und www.eifelwetter.de

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