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Weihnachtskisten-Aktion: Eifeler haben die Bedürftigen nicht vergessen

Weihnachtskisten-Aktion : Eifeler haben die Bedürftigen nicht vergessen

Die Menschen im Monschauer Land vergessen ihre bedürftigen Mitbürger auch in Coronazeiten nicht. Trotz aller besonderen Umstände haben die Eifeler am Montag praktisch ungebremst und in ähnlicher Zahl wie in den Vorjahren ihre Spenden im Rahmen der großen Weihnachtskisten-Aktion unserer Zeitung abgegeben.

„Das ist sehr erfreulich, was hier reinkommt“, konnte Georg Kaulen von der Monschauer Tafel schon am frühen Nachmittag eine positive Zwischenbilanz ziehen und auf voll gedeckte Tische im Imgenbroicher Bürger Casino blicken. Beinahe im Minutentakt übergaben Besucher am rückwärtigen Eingang der guten Stube von Imgenbroich am Montag ihre liebevoll zusammengestellten Kisten an die freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel.

„Das wird wieder auf über 300 Kisten hinauslaufen und bedeutet damit auch wieder eine Kiste für jede Bedarfsgemeinschaft“, freute sich Georg Kaulen. Im letzten Jahr waren 350 Kisten im Casino angekommen, 320 hatte man an Einzelpersonen, Paare sowie kleine und große Familien ausgegeben. Die verbliebenen Kisten wurden dann wieder entpackt und die weihnachtlichen Spenden über die normale Ausgabe der Tafel noch an Bedürftige verteilt. „Wir haben seit Beginn der Aktion noch niemals jemanden sagen müssen, dass wir keine Kiste für ihn haben“, ist Georg Kaulen zurecht ein wenig stolz auf die Eifeler Spender.

Heraus stach unter den vielen Spendern am Montag auch diesmal wieder die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula, wo die Tafel-Sprinter am Montagmorgen sage und schreibe 50 von den Schülerinnen und ihren Eltern und Lehrerinnen liebevoll befüllte und verzierte Kartons abholten. Viele Kisten der Schule sind an Kuscheltieren und kleinen, freundlichen Grußbotschaften zu erkennen, die auch dieses Mal die Herzen der Empfänger erwärmen werden. Meistens werden sie gezielt für Familien mit Kindern gepackt.

Die Ausgabe der Kisten am Dienstag wird diesmal etwas anders ablaufen als in den Vorjahren, wie Georg Kaulen erläutert. „In der Vergangenheit war es meistens so, dass am Ausgabetag das große Rennen um die schönsten Kisten schon früh morgens begann und hier allgemeines Gedränge herrschte. Dieses Jahr werden wir die Kisten einfach der Reihe nach austeilen, natürlich geordnet nach Singles, Paaren sowie kleinen und großen Familien“, erklärte Kaulen.

Sollte dann am Dienstagabend noch Leckeres und Schönes im Casino verbleiben, werden die fleißigen Tafelmitarbeiter dies ins Himo schaffen, wo bis Weihnachten noch drei reguläre Ausgabetage stattfinden – trotz des harten Lockdowns. „Diese Woche Donnerstag und Samstag sowie am Heiligabend nächste Woche werden unsere Mitarbeiter noch einmal für die Menschen mit einem Berechtigungsschein da sein“, kündigte der Tafel-Chef an.

Natürlich hat das Coronavirus auch die Vorgehensweise der Tafel-Idee verändert. So können die Tafel-Kunden nicht, wie in normalen Zeiten, selbst im Kaufhaus der besonderen Art ihre Waren aussuchen, sondern erhalten die Nahrungsmittel und Hygieneartikel in fertig gepackten Papiertüten, die kontaktlos übergeben werden. Infolge der Pandemie ist seit dem Frühjahr auch die Zahl der Berechtigten gewachsen, die ihre Einkäufe von den ehrenamtlichen Tafelmitarbeitern sogar nach Hause geliefert bekommen, um sich nicht ins Getümmel der Ausgabetage und der Busse begeben zu müssen.

Es ist also auch bei der Monschauer Tafel vieles anders in diesen unruhigen Zeiten. Gott sei Dank die Spendenbereitschaft der Menschen in der Eifel jedoch nicht.