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Monschau: Eifel: Weniger Arbeitslose dank großer Mobilität

Monschau : Eifel: Weniger Arbeitslose dank großer Mobilität

Weite Teile der Republik beklagen stetig steigende Arbeitslosenzahlen, die Regierung begegnet der Lage auf dem Arbeitsmarkt schon seit Jahren mit scheinbarer Untätigkeit und offensichtlicher Ratlosigkeit. Diese Probleme sind der Nordeifel zwar nicht gänzlich unbekannt, aber immerhin steht die Region, verglichen mit dem Bundesdurchschnitt, geradezu glänzend da.

Waren im vergangenen Jahr in Deutschland durchschnittlich 4.060.300 Menschen arbeitslos, das entspricht einer Quote von 9,8 Prozent, kamen davon lediglich 1.018 aus der Nordeifel - eine Quote von nur 5,6 Prozent.

Woran liegt es eigentlich, dass in einer eigentlich strukturschwachen Region wie der Nordeifel die Arbeitslosenzahlen so verhältnismäßig niedrig sind?

Norbert Stiller, Leiter des für die Region zuständigen Arbeitsamtes in Monschau, weiß, „dass die Menschen in der Eifel einfach mobiler sind als anderswo.”

Der Eifeler an sich wohnt gerne hier und ist mithin willens, eine längere Anreise zu seiner Arbeitsstelle in Kauf zu nehmen. Nicht nur nach Aachen, sondern „oft auch nach Köln oder Düsseldorf”, berichtet Stiller.

Mobilität als wichtiges Plus im Kampf um die vielerorts nicht selten schon zur Rarität gewordenen Arbeitsplätze? „Ja” sagt Norbert Stiller, „denn viele Aachener sind im umgekehrten Falle beispielsweise oft nicht bereit, Jobangebote von Eifeler Betrieben anzunehmen” - der langen Anreise wegen.

Auch das Internet zur Jobsuche nutzen

Aber das ist nicht der einzige Grund für die erfreulichen Statistiken des Monschauer Arbeitsamtes: „Es mag sich paradox anhören, aber auch die Abwesenheit großer Unternehmen trägt ihren Teil zur niedrigen Arbeitslosigkeit bei”, sagt der Amtsleiter und bezieht sich auf die vielen mittelständischen Betriebe und Familienunternehmen der Region.

„Diese Betriebe überlegen in der Regel öfter und länger, ob sie ihre Mitarbeiter, zu denen sie - im Gegensatz zu Großunternehmen - meistens auch einen persönlichen Kontakt pflegen, tatsächlich entlassen.”

Dennoch: Das für das laufende Jahr prognostizierte Wirtschaftswachstum gibt auch weiterhin keinen Anlass, Entspannung auf dem Arbeitssektor zu erwarten, im Gegenteil: „Ein Prozent Wirtschaftswachstum ist nicht genug, um die Arbeitslosigkeit entscheidend zu verringern, es fehlen einfach die Impulse. Ich rechne mit weiter steigenden Arbeitslosenzahlen, auch in der Eifel”, gibt sich Stiller skeptisch.

Damit die Arbeitslosigkeit in der Nordeifel auch in schweren Zeiten weiterhin dem Bundesdurchschnitt trotzen kann, rät Norbert Stiller Stellensuchenden zu mehr Eigeninitiative.

„Gerade die neuen Medien, das Internet, bieten Stellen auf zahllosen Jobbörsen an.” Und auch die ausgebaute Website des Arbeitsamtes hat sein Stellenangebote mittlerweile auf das Internet ausgeweitet.