Nordeifel: Eifel-Comedy mit Jupp Hammerschmidt zur Vorweihnachtszeit

Nordeifel: Eifel-Comedy mit Jupp Hammerschmidt zur Vorweihnachtszeit

Das waren noch Zeiten, als die Martins-Fackeln noch Rüben waren und die Familie durch den hohen Schnee im Gänsemarsch zur mitternächtlichen Christmette stapfte. Und das Ganze in Prosa, Reim und Gesang verarbeitet.

Jupp Hammerschmidt hat das alles (als er noch Wendelin Rader hieß) in seiner Kindheit in Höfen als Zeitzeuge erlebt, und die vorweihnachtliche Zeit war so einprägsam und nachhaltig für den heute 69-Jährigen, dass er diese Erlebnisse aus seiner Kindheit in Prosa, Reim und Gesang einfach verarbeiten muss.

Der bekannte Eifel-Comedian Jupp Hammerschmidt lässt sich zur Freude seiner Anhäger in der Vorweihnachtszeit noch einmal in der Nordeifel blicken. Mit seinem neuen Weihnachtsprogramm „Da hammer die Bescherung“, das er lediglich vom 10. November bis 13. Dezember spielt, kommt er am Samstag, 12. November, nach Mützenich und am Sonntag, 20. November, nach Konzen.

Am Martinstag geht es los

An St. Martin beginnt für Jupp Hammerschmidt die Weihnachtszeit, und wenn er dann in Abwandlung eines bekanntes Martinsliedes „Ich geh in meine Taverne, in meiner Taverne gibt‘s Bier“ anstimmt, dann dürften die Besucher rasch in die passende Stimmung versetzt werden. Die Laternen im Martinszug, die Fackeln, waren einst noch ausgehöhlte Rüben mit Kerze — und jedes Kind bekam vom St. Martin einen „Weggemann“ mit Tonpfeifchen, „in denen die Heranwachsenden ab September das Herbstlaub ratzekahl bis aufs letzte Blatt wegqualmten, weshalb in der Eifel auch nie ein Laubsauger gesehen wurde“, lautet die logische Schlussfolgerung von Jupp Hammerschmidt. Später kamen dann filigrane Laubsägearbeiten als Fackeln hinzu.

In der Mitte der „Beugemigrant“

Der Nikolaustag war ein weiteres weihnachtszeitliches Highlight, wie auch die große Krippe, mit reichlich Felspapier gestaltet, in der Kirche. Im Mittelgang einer jeden Kirche, erinnert sich Jupp Hammerschmidt, befand sich dann der „farbige Beugemigrant“, der von den Eifeler Eingeborenen „respektlos Nickneger“ genannt wurde.

Nach der Bescherung an Heiligabend, genau um Mitternacht, erzählt Hammerschmidt weiter aus dem Schatz seiner Kindheitserinnerungen, „versammelte sich die Gemeinde frisch fichtennadelgebadet zur Christmette. Das war wirklich toll, wenn die ganze Familie dorthin stiefelte, auch weil die Kinder nach der Mette noch nicht sofort ins Bett mussten.“

Nicht fehlen durfte damals zur Weihnachtszeit das legendäre, bügelfreie Nyltesthemd, das regelmäßig Schweißausbrüche verursachte und das Weihnachten noch weiß, aber Ostern schon gelb war. „Unter diesen Hemden habe ich gelitten“, kann sich Jupp Hammerschmidt nachhaltig erinnern. Aber auch die unvergesslichen, schönen Moment zur Weihnachtszeit, „wenn Wochen vor Heiligabend schon das Wohnzimmer abgeschlossen wurde und dann als höchste Steigerung der Spannung die Wohnzimmertüre sich am Heiligabend öffnete“, sind Hammerschmidt in Erinnerung geblieben, „und diese ganz besondere, festliche und friedliche Stimmung, die beim Anblick des Weihnachtsbaumes — und der Geschenke! — herrschte“.

Einstimmen bei „Die Eifel ist kalt“

Noch vieles mehr von dem, was die Weihnachtszeit in der guten alten Eifel einst ausmachte, hat Jupp Hammerschmidt mit Worten und Musik verarbeitet. Ausgeschlossen werden kann auch nicht, dass „Zömmermanns Jupp, dä arme Schlupp“, auch im Weihnachtsprogramm mit seinem Besuch auf der Bühne überrascht, und gerne werden die Gäste auch einstimmen, wenn Jupp Hammerschmidt das Lied „Die Eifel ist kalt“ auf die bekannte Melodie von „Die Gedanken sind frei“ intonieren wird. Einer rundum schönen Bescherung dürfte also eigentlich nichts mehr im Wege stehen.