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Ehrenamtstag der Stadt Monschau

Ehrenamtstag der Stadt Monschau : Sie tun etwas für die Gemeinschaft – einfach so

Am Donnerstag lud Monschau zum Tag des „Ehrenamtes“ eingeladen. Von den Ortkartellen ausgewählt, wurden Bürger der Stadt Monschau für ihren besonderen Einsatz geehrt.

Die donnernden „Salutschüsse“ waren nicht erwünscht. Als am Donnerstagabend viele Menschen zur Vereinshalle Kalterherberg strebten, wurden sie von überlautem Geschützlärm begleitet, der in der Luft noch nachzitterte. „Die Belgier“, hieß es, „üben wieder“. Gäste, die mit solcher Lärmbelästigung nicht vertraut sind, fragten fassungslos ihre Gastgeber: „Wie haltet ihr das aus?“

In die Vereinshalle hatte Bürgermeisterin Margareta Ritter zum „Tag des Ehrenamtes“ eingeladen. Die Halle füllte sich, während das Trommler- und Pfeiferkorps Kalterherberg musizierte. Städteregionsrat Tim Grüttemeier danke Theo Steinröx, der den Ehrenamtstag seinerzeit initiierte; dieser sei als Ehrenamtsbeauftragter der Städteregion „der richtige Mann am richtigen Ort“.

Dann gab man Corinne Rasky Gelegenheit, die Generationengenossenschaft Eifel vorzustellen. Rasky erzählte von den Aktivitäten im Kreis Euskirchen und in Teilen der Städteregion und des Kreises Düren: „140 Aktive sind tätig. Sie helfen beim Glühbirnenwechsel oder im Garten, organisieren Fahrten oder auch Babysitting. Sie bieten Unterstützung an, für die man keinen Handwerker oder Pflegedienst fragt.“ Ihrem Wunsch, dass man sich auch in Monschau „aufraffen“ möge, kamen offensichtlich schon einige nach und füllten das entsprechende Formular aus.

Dann begann der Reigen der Ehrungen; aus jedem Ort der Stadt Monschau wurde jemand hervorgehoben, der sich besondere Verdienste erworben hat; ausgewählt hatten diese Personen die Ortskartelle.

Aus Imgenbroich stellte Ortsvorsteher Peter Weber Gisela Tings vor. Sie sei in der Schützenbruderschaft aktiv und kümmere sich um das Vereinsheim. Im Bürgercasino gehöre sie dem Bewirtungsteam an, regelmäßig helfe sie bei Waffelaktionen des Leprakreises. „Gisela gehört zu den Personen, die immer und überall bescheiden im Hintergrund die Arbeit tun“, sagte Weber.

Als Rainer Mertens, der Ortskartellvorsitzende von Kalterherberg, seinen Kandidaten zur Bühne begleitete, war durch den starken Applaus zu spüren, dass dieser hier ein „Heimspiel“ hatte: Rolf Ungermann wurde geehrt, stellvertretend für die Nachbarschaftsinitiative „Am Pömpche“. Beim „Pömpche“ handelt es sich um eine noch erhaltene Viehtränke in der Arnoldystraße. Hier traf man sich zu manchem geselligen Beisammensein, und im Jahre 2012 fand erstmalig ein vorweihnachtliches Treffen statt mit Glühwein und allem, was dazu gehört. Man beschloss, den Überschuss zu spenden, und wählte das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe aus sowie die Kinder- und Schlaganfallhilfe. In den vergangenen Jahren kamen über 12.000 Euro zusammen. Die „kleine Runde“ am Pömpche sei im letzten Jahr auf über 400 Gäste angewachsen und der Musikverein Harmonie spielte auch auf. Zu den „Kümmerern“ zählen auch Achim Conrads und Karl Huppertz.

Aus Konzen brachte Ortskartellvorsitzender Peter Jung einen vielseitig tätigen Mann mit: Karl Call. Schon als junger Mann gehörte er der Freiwilligen Feuerwehr an; im Kirchenchor war er 20 Jahre aktiv. Auch beim Trommler- und Pfeiferkorps Konzen packte er bei vielen Festen mit an, und für den Umbau des Probenraumes opferte er seine Freizeit. Am meisten liegt ihm offensichtlich der Eifelverein am Herzen; hier ist er seit 1973 als Wanderführer, Wegewart und unermüdlicher Aktivist im Einsatz. Peter Jung hob den Kaiser-Karl-Weg und den Eifelblick „Auf der Hohe“ hervor und nicht zuletzt die Arbeiten beim Umbau der Pfarrkirche.

Aus Monschau kam Heinz Mertens; Ortsvorsteher Georg Kaulen verstand es, ihn mit humorigen Formulierungen vorzustellen. Zunächst erwähnte er dessen über 50-jährige Sammeltätigkeit für die Martinstüten, die er „mit Beharrlichkeit“ ausgeführt habe. Etliche Vereine haben „die unaufgeforderte Mitarbeit von Heinz schätzen gelernt“: der TuRa Monschau, der Kirchenvorstand, die Bürgerschützen, der Bürgerverein. Georg Kaulen hob auch sein Engagement als Koordinator der Maßnahmen für die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen hervor, als Flüchtlinge nach Monschau kamen. Noch sei er im Amt als Ortskartellvorsitzender, und Georg Kaulen hofft, dass er dieses noch eine Weile bekleiden wird.

Jacqueline Huppertz, die Ortsvorsteherin von Mützenich, stellte Helene Schmitz vor. Sie habe sich das Motto der Pfadfinder „Jeden Tag eine gute Tat“ zum Grundsatz gemacht. Den Pfadfindern gehört sie seit ihrem zwölften Lebensjahr an; die Sportvereine in Mützenich unterstützt sie seit zig Jahren; sie gehört zu den Verantwortlichen des Verpflegungsstandes beim Vennlauf, ihre Waffeln sind beliebt. Jacqueline Huppertz erzählte, dass Helene Schmitz und ihr Ehemann nach der Katastrophe von Tschernobyl zwei betroffene Jungen aufnahmen und ihnen neun Ferienaufenthalte in Mützenich schenkten. Auch für geflüchtete Menschen in unserer Region habe sie ein Herz: „Es ist ihr großes Verdienst, dass eine Familie, die im Chaos der Flucht getrennt worden war, hier bei uns wieder zusammengefunden hat.“

Waltraud Haake, die Ortsvorsteherin von Rohren, kam zusammen mit Lothar Cloesgen auf die Bühne. Dieser sei trotz seiner Parkinsonerkrankung noch lange in mehreren Vereinen aktiv tätig gewesen, beispielsweise im Musikverein Lyra Rohren, wo er Musiker, Schriftführer und Zweiter Vorsitzender war und nun Ehrenmitglied ist. Er ist Mitglied des Schützenvereins und wirkte auch da im Vorstand mit; er war aktiver Fußballer in der Bergwacht, und die Arbeit in der Kirche war ihm wichtig: Er wurde in den Kirchenvorstand gewählt und blieb bis zum Jahre 2015 Zweiter Vorsitzender. Den Verein für Heimatgeschichte gründete er mit und war auch hier im Vorstand. „Du hast viel für Rohren getan“, sagte Waltraud Haake, und es gab herzlichen Applaus.

Den Reigen der Ehrungen beendeten die Höfener. Marlene Ungermann, die Ortskartellvorsitzende, fasste sich kurz mit ihrer Laudatio auf Josef Melchior. Doch die Anwesenheit vieler uniformierter Feuerwehrmänner bestärkte sie. Er sei „der Kopf“ vieler Projekte, ohne ihn wäre in Höfen kein Vereinsheim und keine Institution das, was sie heute ist. Sie dankte für seinen Einsatz „an allen Stellen, wo du gebraucht wirst“.

Zum Abschluss gab es noch Auszeichnungen für insgesamt 95 Vereine im Stadtgebiet; hierfür hatten die Raiffeisenbank, die Sparkasse, die Ratsmitglieder und die sachkundigen Bürger im Rat insgesamt 9700 Euro zur Verfügung gestellt. Mit einem Vortrag der „Highland Cathedral“ beendeten die Musiker den offiziellen Teil des Abends.