Ehemaliges Pfarrzentrum in Monschau zu Hotel umgebaut

In der Altstadt : Das Bischof-Vogt-Haus ist jetzt ein Hotel

Von außen ist noch erkennbar, welchen Zweck das Gebäude an der Bergstraße in der Monschauer Altstadt einst erfüllte. „Pfarrzentrum Bischof-Vogt-Haus“ ist dort zu lesen. Sobald der Blick aber Richtung Eingang schweift, wird deutlich, dass aus dem Haus inzwischen ein Hotel geworden ist. Das ehemalige Bischof-Vogt-Haus heißt jetzt „Besttime Hotel“.

Nach anderthalb Jahren Planungszeit und anderthalb Jahren Bauzeit wurde das neue Hotel Garni im Juli eröffnet. Betrieben wird es von der Tahir-Investments GmbH. Eigentümer und Gesellschafter der GmbH ist Mohammad Tahir. Geschäftsführer der GmbH ist sein 28-jähriger Sohn Sufiyan Tahir, der seit fünf Jahren für die Hotelsparte des Unternehmens verantwortlich ist. Die Familie stammt aus Stolberg, Mohammad Tahir ist seit 20 Jahren in der Immobilienbranche tätig. Insgesamt gehören sieben Hotels zu dem Unternehmen, unter anderem in Aachen, Eschweiler, Stolberg und Andernach. Sie haben jeweils zwischen 20 und 30 Zimmer. In Monschau sind es bis jetzt 29 Zimmer, vier weitere sind noch in Planung.

Eine besondere Herausforderung sei gewesen, die Anforderungen des Brandschutzes in dem historischen Gebäude zu erfüllen, sagt Sufiyan Tahir. „Normalerweise geht das schneller. Aber wir mussten das alles unter einen Hut bringen. Das war nicht ganz so einfach“, erläutert er. Von Anfang an sei das Projekt aber von der Kirchengemeinde St. Mariä-Geburt als Vorbesitzerin und der Städteregion Aachen als verantwortliche Baubehörde unterstützt worden. „Das haben wir in anderen Städten auch schon anders erlebt“, meint Tahir.

Auf das ehemalige Bischof-Vogt-Haus sei das Unternehmen wegen der großen Fläche und des attraktiven Preises aufmerksam geworden. „Deshalb konnten wir uns gleich vorstellen, dass hier ein Hotel entstehen könnte“, erklärt der Geschäftsführer.

Die Tahir-Investments GmbH verfolgt das Konzept eines sogenannten Budget-Hotels. „Das bedeutet, dass wir den Gästen alles bieten, was sie brauchen. Wir verzichten aber zum Beispiel auf die Gastronomie, um attraktive Preise anbieten zu können. Auf kleinem Raum wollen wir größtmöglichen Komfort bieten“, erläutert Tahir.

Der Frühstücksraum bildet das Zentrum des Erdgeschosses, in dem Ring darum herum sind Hotelzimmer und Toiletten untergebracht. Foto: Andreas Gabbert

Im Erdgeschoss, gleich hinter dem Eingang rechts, da wo es früher in den Veranstaltungssaal ging, befindet sich jetzt die Rezeption. Der Saal wurde in viele kleinere Einheiten aufgeteilt. Aus früheren Zeiten ist auf der Wand noch eine große Zeichnung der Altstadt übrig geblieben, ansonsten erinnert nicht mehr viel daran. Schräg gegenüber geht es in den Frühstücksraum mit hellblauen Lounge-Möbeln, Tischen, Stühlen, einem großen Bildschirm, einer Anrichte für das Frühstück und einem Oberlicht in der Decke, das Tageslicht hereinlässt. Dieser Raum bildet das Zentrum, in dem Ring darum herum sind Hotelzimmer und Toiletten untergebracht. Weitere Zimmer befinden sich im 1. und 2. Obergeschoss sowie im 1. Untergeschoss mit Fenstern zur Straße hin. Im 1. Obergeschoss ist außerdem eine große Dachterrasse geplant.

In den modern und freundlich gestalteten Räumen dominieren die Farben blau, weiß, braun und grau. „Es galt, die verschiedenen Materialien, die wir hier vorgefunden haben, zu vereinheitlichen. Das sind wir ja gewohnt, wenn wir im Bestand bauen. Hier war das aber noch ein anderes Level“, sagt Tahir.

Ein Blick in eines der größeren Komfortzimmer. Foto: Andreas Gabbert

Neben den 29 Zimmern verfügt das neue Hotel auch über acht Parkplätze, zwei Garagenplätze im 2. Untergeschoss und sechs Stellplätze im Außenbereich. Außerdem sind drei Zimmer barrierefrei gestaltet und können über eine Rampe von den Parkplätzen im Außenbereich erreicht werden. Acht weitere Zimmer sind als sogenannte Komfortzimmer gestaltet, die im Vergleich zu den anderen Zimmern des Hauses mehr Platz, größere Betten und zusätzliches Mobiliar bieten.

„Wo es Leerstände gibt, wollen wir in der Eifel gerne noch weitere Projekte entwickeln und vertrauen da gerne auf die Tipps der Einheimischen“, sagt Sufiyan Tahir.